Die Energiewende mit der Abkehr von fossilen Brennstoffen wird für die Versorgung mit Massengütern eine enorme Umstellung bedeuten, da wichtige industrielle Quellen für Rohstoffe kurz- bis mittelfristig in Deutschland verschwinden werden. Dazu zählt insbesondere der in Kohlekraftwerken erzeugte Rauchgasentschwefelungsanlagengips, welcher derzeit in der deutschen Gipsindustrie Verwendung findet. Eine Alternative findet sich in der Rückkehr zum verstärkten Abbau von Naturgips was besonders im Südharz gesellschaftlich diskutiert und umweltpolitisch abgelehnt wird. Da Naturgips ein endlicher und kostbarer Rohstoff ist, hat sich das Projekt Gipsrecycling als Chance für den Südharz' zum Ziel gesetzt, durch den zunehmenden Einsatz von Recyclinggipsen den Rückgang des REA-Gips Aufkommens teilweise zu kompensieren, um somit der Ausbeutung natürlicher Gipsreserven und der extensiven Nutzung einzigartiger Gipskarst-Landschaften entgegen zu wirken. Dafür ist eine Strategie für ein Gesamtkonzept von der Rückführung gipshaltiger Abfälle, über die Aufbereitung bis hin zur Wiederverwertung als RC-Gips zu entwickeln.
Gips ist eine wertvolle natürliche Ressource und wird u.a. in der keramischen Industrie in großen Mengen als Formenmaterial zur Herstellung von Dachziegeln verwendet. Die Formenstandzeiten sind durch den Oberflächenverschleiß an der Gipsform während des Pressvorganges seit langem immer wieder Gegenstand von Optimierungsversuchen. Solange jedoch der Formenwerkstoff Gips verwendet wird, sind dem enge Grenzen gesetzt. Ein alternativ zu entwickelnder Werkstoff soll den weiteren Abbau von Naturgips reduzieren und so Umweltressourcen schonen. Nebeneffekte sind eine Reduzierung bzw. völlige Einsparung der nach dem Produktionsprozess abzulagernden Gipsmengen, Verringerung von Ausfallzeiten sowie Energie- und damit C02-Emmissionseinsparung durch weniger Formenwechsel (s. Pkt. 8). Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung eines umweltfreundlichen Formenwerkstoffes zum Pressen von Dachziegeln, bei dem die Standzeiten der Formen deutlich höher liegen, mindestens beim Fünffachen der bisherigen Standzeit.
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens
Gips ist eine wertvolle natürliche Ressource und wird u. a. in der keramischen Industrie in großen Mengen als Formenmaterial zur Herstellung von Dachziegeln (DZ) verwendet. Ein alternativ zu entwickelnder Formenwerkstoff soll den weiteren Abbau von Naturgips reduzieren und so Umweltressourcen schonen. Nebeneffekte sind eine Reduzierung der nach dem Produktionsprozess abzulagernden Gipsmengen und die Verringerung von Ausfallzeiten im Produktionsprozess durch längere Standzeiten der Formen. Der Lösungsansatz für dieses Vorhaben geht von einer Substitution des Gipses durch dampfgehärtete Calcium-Silikat-Hydratphasen (CSH-Phasen) aus. Ziel des Projektes ist, die Entwicklung eines umweltfreundlichen Formenwerkstoffes zum Pressen von DZ, bei dem die Standzeiten der Formen mindestens beim fünffachen der bisherigen Standzeiten liegen sollen.
Fazit
Wie im Projektantrag formuliert, wurden Versuche zur Herstellung von CSH-Formenmaterial als Gips-Ersatzwerkstoff für Dachziegelformen durchgeführt. Unter Zusatz von porösen, fraktionierten Zuschlagstoffen gelang es, den Werkstoff erfolgreich auf eine Dachziegelform zu adaptieren. Sie kam in einem Dachziegelwerk zum Einsatz. Auf einer Zubehörpresse hielt die DZ-Form ca. 500 Pressungen mit sehr guten Abformeigenschaften. Das Ziel einer fünffachen Standzeit der eingesetzten Form konnte noch nicht erreicht werden. Weitere Arbeiten nach Projektende zielen darauf, die sehr guten Abformergebnisse mit einer höheren Standzeit, die über Gips liegt, zu kombinieren. Die Kooperationsbereitschaft mit einem Dachziegelbetrieb liegt vor.