Äpfel gehören zu dem am meisten konsumierten Obst weltweit und sind seit langem mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Einer der wichtigsten Produzenten von Äpfeln ist der Norden Italiens. Aufgrund des Klimawandels und lang anhaltender Dürreperioden haben in den letzten zehn Jahren immer mehr Obstplantagen begonnen, Bewässerung zu nutzen, um das fehlende Wasser während der Trockenperioden auszugleichen. Im Rahmen des Projekts möchten wir die Rolle der Qualität des Bewässerungswassers und dessen Qualität für das wurzelassoziierte Mikrobiom von Apfelbäumen untersuchen. Wir möchten die Auswirkungen auf das Wachstum der Apfelbäume, die Apfelqualität sowie das mit den Apfelfrüchten verbundene Mikrobiom beschreiben. Da die Verwendung von Bewässerungswasser aufgrund der verlängerten Trockenperioden in Europa immer populärer wird, glauben wir, dass dieses Projekt nicht nur für die Grundlagenforschung von Bedeutung ist, um unser Verständnis der Interaktion verschiedener Umweltmikrobiome mit dem Mikrobiom von Apfelbäumen und den daraus resultierenden Auswirkungen auf das Phänotyp der Apfelbäume zu verbessern, sondern auch für die angewandte Forschung und die Entwicklung von Vorschriften zur Wasserqualität für die Bewässerung. In diesem Zusammenhang denken wir, dass Antibiotikaresistenzgene und ihre Ausbreitung aufgrund erhöhter Schadstoffwerte im Bewässerungswasser und in Apfelfrüchten von hoher Relevanz für die Verbrauchersicherheit sind. Unser Projekt konzentriert sich auf Apfelbäume von zwei Sorten, die häufig in Südtirol verwendet werden (Golden Delicious und Stark Delicious), und bezieht unterschiedliche ontogenetische Altersstufen der Bäume in unsere Analyse ein. Die Hauptziele des Projekts umfassen: Die Charakterisierung der Wasserproben, die zur Bewässerung entlang eines Gradienten des anthropogenen Einflusses des Flusses Etsch verwendet werden, unter Bewertung abiotischer und biotischer Eigenschaften. Die Untersuchung des Einflusses von Bewässerungswasser unterschiedlicher Qualität auf die Struktur und Funktion des Mikrobioms an der Pflanze-Boden-Schnittstelle. Die Definition und Charakterisierung der Anwesenheit von Metall- und Antibiotikaresistenzgenen in der Rhizosphäre von Golden Delicious- und Stark Delicious-Apfelbäumen. Die Definition und Charakterisierung der Anwesenheit von Metall- und Antibiotikaresistenzgenen in den Früchten dieser beiden Sorten, die zu den meistproduzierten in Südtirol gehören und weit in Deutschland vermarktet werden, um deren potenzielle Mobilität und Assoziation mit pathogenen Organismen zu bestimmen und das Ausmaß der Ähnlichkeit zwischen den beobachteten Resistenzen und denen von klinischem Interesse zu definieren. Die Bestimmung der Auswirkungen der Qualität des Bewässerungswassers auf die Resilienz von Apfelbäumen gegenüber Trockenheit. Unsere Studie konzentriert sich auf Wasser, das aus verschiedenen Teilen der Etsch mit unterschiedlichem anthropogenen Einfluss und Qualität entnommen wurde.
Erfassung der Vegetationseinheiten von der Kulturlandschaft der Tieflagen bis in die alpine Region. Die Ergebnisse finden ihren Ausdruck in Vegetationskarten, welche eine wesentliche Grundlage fuer Raum-, Landschafts- und Naturschutzplanung darstellen. Ziel der Biotopkartierung ist eine Inventarisierung von Oekosystemen, die besonders wertvoll bzw. selten sind. Die Biotopbewertung dient der Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes fuer den Naturschutz und fuer die Erstellung gezielter Schutz-, Pflege- und Erhaltungsmassnahmen. Im Zuge dieser Kartierung werden auch bestehende Schutzgebiete wissenschaftlich untersucht und die gewonnenen Daten fuer eine Massnahmenplanung umgesetzt. Kartierung biologisch wichtiger Feuchtgebiete Tirols.
Die Landwirtschaft erbringt verschiedenste Funktionen bzw. Leistungen, die weit über die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Fläche und die Produktion von Lebensmitteln hinausgehen. Zusätzlich zur reinen Agrarproduktion bzw. Produktion marktfähiger Güter produzieren landwirtschaftliche Betriebe eine Reihe von Produkten und Dienstleistungen (sogenannte non-commodity outputs bzw. Nicht-Marktgüter), die unterschiedliche Elemente der 'Multifunktionalität' in der Landwirtschaft darstellen (OECD, 2001). Diese vielfältigen Produkte und Dienstleistungen haben oft die Eigenschaften öffentlicher Güter. Um den gesellschaftlichen Wert, der mit den unterschiedlichen Funktionen bzw. Leistungen landwirtschaftlicher Betriebe verbunden ist, einschätzen zu können, kann die Multifunktionalität im Kontext von (positiven und negativen) externen Effekten betrachtet werden. Als Nebenprodukte oder Wirkungen der landwirtschaftlichen Produktion bzw. der Tätigkeiten landwirtschaftlicher Betriebe sind diese externen Effekte gesellschaftlich relevant. Im Laufe der Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wurde dem Umstand der non-commodity outputs bzw. positiven und negativen externen Effekten der Landwirtschaft zunehmend Rechnung getragen, insbesondere im Rahmen der Programme zur Ländlichen Entwicklung. Im Zuge dessen werden auch bestimmte überbetriebliche Leistungen und Funktionen landwirtschaftlicher Betriebe (z.B. Landschaftspflege, umweltrelevante Aktivitäten, ökologische oder infrastrukturelle Funktionen etc.) als Wert für die Gesellschaft anerkannt. Damit bei der weiteren Ausgestaltung von Instrumenten und Maßnahmen der GAP überbetriebliche Leistungen und Funktionen landwirtschaftlicher Betriebe miteinbezogen werden können, sind diese Leistungen und Funktionen zu erfassen sowie ihr gesellschaftlicher Wert zu ermitteln. Ziel des Forschungsprojektes, das von der Technischen Universität München koordiniert wird, ist eine umfassende Analyse der Funktionen und Leistungen landwirtschaftlicher Betriebe bzw. ihrer positiven und negativen externen Effekte sowie eine Quantifizierung des gesellschaftlichen Wertes von Aspekten der Landwirtschaft. Jene Leistungen der Betriebe für die Gesellschaft, die über die reine landwirtschaftliche Produktion hinausgehen, sind zu bestimmen und zu bewerten. Im Rahmen des Projektes werden Literaturstudien erarbeitet und empirische Untersuchungen durchgeführt. Laut Technischer Universität München sollen bei der empirischen Analyse die kausalen Effekte der Landwirtschaft und die gesellschaftliche Bewertung dieser Effekte in einer integrierten Weise ermittelt werden. Die Quantifizierung des gesellschaftlichen Wertes von Aspekten der Landwirtschaft soll für bestimmte Regionen erfolgen (geplant sind Bayern, Österreich, Südtirol, Norwegen). Dafür werden Befragungen in den Regionen sowie die Erarbeitung eines entsprechenden Datenpools durchgeführt. (Text gekürzt)
Rote Listen Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle, Heft 1/2020: 885–889 73 Bearbeitet von Matthias Jentzsch und Andreas Arnold (2. Fassung, Stand: Dezember 2018) Einführung Die in Deutschland heimischen Dickkopf- oder Bla- senkopffliegen sind kleine bis mittelgroße Fliegen von 3,5 bis 18 mm Länge. In Körperform und -zeichnung erinnern viele Arten insbesondere der Unterfamilie Conopinae, weniger der Dalmanniinae und Myopinae, an Wespen oder wespenähnliche Schwebfliegen. Der Kopf erscheint bei den meisten Arten relativ groß und aufgeblasen. Ein weiteres Kennzeichen vieler Arten der Familie ist ein meist mehr als kopflanger, ein- bis zweifach geknieter Rüssel, der in Ruhestellung zu- sammengeklappt in einer rinnenförmigen Vertiefung des Kopfes liegt. Die Spitze der so genannten Analzel- le reicht bei den meisten Arten bis zum Flügelhinter- rand. Bei den verschiedenen Arten mehr oder weniger markant ist das weibliche Eiablage-Organ, die Theca. Die Imagines sind von April bis September bei der Nahrungsaufnahme von Nektar an Blüten (vor allem der Compositae, Labiatae und Umbelliferae), aber auch an anderen Aktivitätsplätzen ihrer Wirte (aculeate Hymenopteren wie Hummeln, Wespen, Honigbienen und solitär lebende Bienenarten), wie beispielsweise deren Tränken oder Nesteingängen, anzutreffen. Wie viele ihrer erst zum Teil bekann- ten Wirtsarten werden auch einige Dickkopffliegen häufig auf Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Zwergstrauchheiden angetroffen und weisen auf ihre Eignung als Indikatoren für diese wertvollen Lebens- räume hin. Auch artenreiches Grünland, Ackerbra- chen und -randstreifen sowie Hecken sind wichtige Lebensräume für einige Blasenkopffliegen und ihre Wirtsarten. Mehrere im Frühjahr aktive Myopa-Arten sowie Conops vesicularis Linnaeus, 1761 sind an blü- henden Obstbäumen und blütenreichen Sträuchern wie Crataegus und Prunus anzutreffen. Weibchen der Dickkopffliegen heften in der Regel ein Ei an einen Segmentrand des Hinterleibes ihrer Wirte. Die zur Eiablage erforderlichen Angriffe auf die Wirte sind häufig zu beobachten. Derartige Attacken werden jedoch zumindest bei einigen Arten auch von den Männchen ausgeführt (Arnold 2010). Die Larve lebt zunächst frei schwimmend in der Hämolymphe, später parasitisch von den nicht un- mittelbar lebenswichtigen Organen des Wirtes, wird aber gegen Ende ihrer Entwicklung zum Parasitoiden, indem sie ihren Wirt tötet und sich in dessen Abdo- men verpuppt, wo sie in der Regel auch im Puppen- stadium überwintert. Die meisten Dickkopffliegen schlüpfen im Folgejahr, einzelne können jedoch auch im Puppenstadium mehrmals überwintern. Das Ge- Dickkopffliegen (Diptera: Conopidae) wicht des Parasitoides beträgt etwa ein Viertel bis ein Drittel der Körpermasse seines Wirtes, wodurch das Wirtsspektrum auf Arten entsprechender Größe eingeengt wird (Arnold 2011). Nicht zuletzt aufgrund ihrer parasitoiden Reproduktion sind einige Arten der Conopidae recht selten und da auch ältere Daten nur sehr regional vorliegen, ist eine Einschätzung des Ge- fährdungsgrades in Sachsen-Anhalt mit dem gegen- wärtigen Kenntnisstand bei der Mehrzahl der Arten nur mit Vorbehalt möglich. Datengrundlagen Die Faunistik der Dickkopffliegen ist in Deutschland nach wie vor unzureichend untersucht, was aus der natürlichen Seltenheit der meisten Arten resultiert. Daher kommt es trotz intensiver Besammlung zu- meist nur zu relativ wenigen Nachweisen. Für das Ge- biet der Bundesrepublik Deutschland werden aktuell 54 Arten geführt, wovon bisher 39 (72 %) in Sachsen- Anhalt nachgewiesen wurden. Dies ist zum einen das Ergebnis der Entomofaunistik, zum anderen wurden „Sammelarten“, die bei näherer Betrachtung jeweils mehrere Spezies vereinten, einer Revision unterzogen (Rivosecchi & Mei 1998, Kassebeer 1999, Schumann 2002, Stuke 2002, Stuke & Clements 2005, Stuke 2006, Stuke & Clements 2008, Mei & Stuke 2008), wodurch einige frühere Belege neu bewertet werden müssen. Den vorgenannten Veröffentlichungen folgt die Syste- matik der Arten (s. a. Arnold & Jentzsch 2016). Keine der Dickkopffliegen-Arten ist besonders gesetzlich geschützt. Einen wichtigen Beitrag zur Erfassung der Cono- pidenfauna Sachsen-Anhalts leisteten bereits eini- ge Entomologen, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts Daten publizierten (Jänner 1937, Kleine 1909, Lassmann 1934, Loew 1857) und weitere, wie z. B. Maertens und Riedel, die an der Erstellung der Monographie über die Fliegen Thüringens (Rapp 1942) beteiligt waren. Insgesamt sieben Arten, die in der damaligen Zeit belegt wurden, müssen gegenwärtig in Sachsen-Anhalt als ausgestorben oder zumindest verschollen eingestuft werden. Das ältere Samm- lungsmaterial aus Sachsen-Anhalt ist über zahlreiche Museen und Institute verteilt. Erste Auswertungen liegen bereits in publizierter Form vor (Stuke 1997, Ar- nold 2001, Jentzsch 2005, 2014, 2016, Jentzsch & Jänicke 2014, Stuke & Kehlmaier 2008). Seit etwa 2001 erfolgten wieder gezielte Er- fassungen. Diese haben zu verschiedenen regiona- len Publikationen und Belegarbeiten (Arnold 2004, Jentzsch & Steinborn 2007, 2008, Steinborn 2007, Link et al. 2012) sowie einer ersten Gesamtschau der Dick- kopffliegen-Fauna Sachsen-Anhalts (Jentzsch 2009) 885 Dickkopffliegen 1 2 Abb. 1: Conops flavipes ist ein häufiger Blütenbesucher dessen Larven nach Haupt & Haupt (1998) in Nestern von Erdhummeln und bei Soli- tärbienen der Gattung Osmia leben (25.08.2019, Montal, Südtirol, Italien. Foto: M. Jentzsch). Abb. 2: Conops quadrifasciatus besucht häufig und gern violette Blüten. Ihre Larven entwickeln sich in den Nestern der Steinhummel (Haupt & Haupt 1989) (25.08.2019, Montal, Südtirol, Italien. Foto: M. Jentzsch). geführt. Hervorzuheben sind zudem die im Auftrag des Förder- und Landschaftspflegevereins Biosphären- reservat „Mittelelbe“ e. V. durchgeführten Erfassun- gen Blüten besuchender Insekten in Streuobstwiesen in den Jahren 2012 und 2013, die zahlreiche Conopi- den-Nachweise erbrachten (leg. K. Bäse, B. Krummhaar, C. Saure). Im Ziegelrodaer Forst konnten im gleichen Zeitraum mittels Autokescher-Fängen bemerkens- werte Nachweise erzielt werden (leg. T. Glinka, J. Link; Jentzsch et al. 2017) und es kamen zahlreiche Beifän- ge aus Untersuchungen für Managementplanungen des Landesamtes für Umweltschutz zur Auswertung (alle det., Coll. Jentzsch). Bei einigen dieser Erfassun- gen waren Vorkommen überregional bedeutsamer Arten belegbar, wie z.B. von Zodion kroeberi Szilády, 1926 in der Klietzer Heide (Stuke et al. 2006). Die erste Fassung der Roten Liste (Arnold & Jentzsch 2004) war vor allem als Anregung zur Intensivierung der Erfas- sungen gedacht. Dennoch gilt es immer noch, „weiße Flecken“ in Sachsen-Anhalt zu tilgen. Zu den aktuell wenig oder nicht besammelten Gebieten zählen bei- spielsweise der Harz und der Flechtinger Höhenzug. Insgesamt ergaben sich Nachweise von 39 Arten für Sachsen-Anhalt (Arnold & Jentzsch 2016). Davon wur- den zwei als ausgestorben oder verschollen und 14 in eine Gefährdungskategorie eingeordnet. Weitere vier Arten befinden sich nunmehr auf der Vorwarnliste. Noch immer ist es bei mehreren Spezies aufgrund der unzureichenden lokalen Erfassungen schwierig, ge- naue Gefährdungskategorien zu formulieren und die Kategorien „G“ und „D“ geben für diese Arten aktuell am genauesten den Kenntnisstand auch unter Be- rücksichtigung der Untersuchungen in benachbarten Bundesländern wider. Für Abrachyglossum capitatum (Loew, 1847), Sicus abdominalis Kröber, 1915 und Sicus fusenensis Ôuchi, 1939 sind dabei Gefährdungskate- gorien höher als „3“ sehr wahrscheinlich. Tab. 1: Übersicht zum Gefährdungsgrad der Dickkopffliegen Sachsen-Anhalts Artenzahl (absolut) Anteil an der Gesamtartenzahl (%) 886 0 2 5,1 Gefährdungskategorie R 1 2 - - 1 - - 2,6 3 4 10,2 Rote ListeGesamt 7 17,939 Dickkopffliegen Tab. 2: Übersicht zu den sonstigen Kategorien. Artenzahl (absolut) Anteil an der Gesamtartenzahl (%) G 7 17,9 Kategorien D 2 5,1 Gefährdungsursachen und erforderliche Schutzmaßnahmen Als Parasitoide oder Prädatoren sind Conopiden selte- ner als ihre Wirte. Viele Arten haben jedoch ein sehr großes Areal, das sich bei manchen von Westeuropa bis nach Japan erstreckt. Voraussetzung für ihren Schutz sind Schutzmaß- nahmen für ihrer Wirts- bzw. Beutetiere, die Hymeno- pteren. Wie bei fast allen als sogenannte r-Strategen reproduzierenden Kleintieren ist ein effektiver Schutz nur durch Erhaltung ihrer Lebensräume, also die Be- wahrung der Lebensräume aculeater Hymenopteren möglich. Denn von der Mehrzahl der Conopiden-Ar- ten sind die Wirtsarten bisher nicht oder nur teilweise bekannt. Laut Roter Liste der Biotoptypen des Landes Sachsen-Anhalt (Schuboth & Fiedler 2020) sind die für Dickkopffliegen und ihre Wirte wichtigsten Biotop- typen in die Gefährdungskategorien 2 (Zwergstrauch- heiden) bis 3 (Trockenrasen, artenreiches Grünland, Ackerbrachen, Hecken) eingestuft. Über das Phänomen „Insektensterben“ wird gegenwärtig viel diskutiert. Aculeate Hymenopteren und damit auch ihre Parasitoide gehören zu den am V 2 5,1 Sonstige GesamtGesamt 11 28,239 stärksten bedrohten Insektengruppen. Gefährdungs- ursachen sind Flurbereinigung und Verarmung der Landschaft an kleinteiligen Strukturelementen. Durch Beräumung, Versiegelung, Überbauung, Sukzession, infolge Nährstoffbelastung usw. gehen viele Nistplät- ze verloren. Als Tränken geeignete Pfützen werden vielerorts durch Befestigung von Wald- und Feldwegen vernichtet. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat einen qualitativen und quantitativen Rückgang des Blütenangebotes zur Folge und die Belastung durch bienenschädliche Insektizide hat stark zugenommen. Vergleich zur Roten Liste 2004 (Analyse) Im Vergleich zur ersten Roten Liste der Conopiden Sachsen-Anhalts (Arnold & Jentzsch 2004) beruhen die aktuellen Einschätzungen auf einer deutlich um- fangreicheren Datengrundlage (vgl. Arnold & Jentzsch 2016). Insbesondere gelangen zahlreiche Wieder- funde von Arten, die im Nachgang also lediglich als verschollen und nicht als ausgestorben einzuschätzen waren und die deutliche Reduktion der Arten der Kategorie „0“ in Tab. 3 erklären. Tab. 3: Änderungen in der Anzahl der Einstufungen in die Gefährdungskategorien im Vergleich der Roten Listen der Dickkopffliegen Sach- sen-Anhalts aus den Jahren 2004 und 2020. Gefährdungskategorie 0 – Ausgestorben oder verschollen R – Extrem seltene Arten mit geographischer Restriktion 1 – Vom Aussterben bedroht 2 – Stark gefährdet 3 – Gefährdet Gesamt Rote Liste 2004 (AZ = 33) (absolut) (%) 19 57,6 Rote Liste 2020 (AZ = 39) (absolut) (%) 2 5,1 13,0-- - 1 2 23- 3,0 6,1 69,7- 1 4 7- 2,6 10,2 17,9 Danksagung An dieser Stelle sei insbesondere den Herren K. und W. Bäse (Lutherstadt Wittenberg), F. Dziock (Berlin), T. Karisch (Dessau) und J.-H. Stuke (Leer) für die um- fangreiche Unterstützung bei der Datensammlung gedankt. Dank gilt den o. g. Kuratoren der Museumssamm- lungen, die Material entliehen oder vor Ort Einblick in die Sammlungen gewährten. 887
Den Kern des MERIT-Projekts bilden ergebnisorientierte Agrarumweltmaßnahmen und ihr Beitrag zur Förderung der Biodiversität. Im Rahmen traditioneller 'handlungsorientierter' Agrarumweltmaßnahmen müssen die Landwirte in der Bewirtschaftung bestimmte Auflagen erfüllen (zum Beispiel: Mahd oder Beweidung ab einem bestimmten Zeitpunkt oder vorgegebene Mengen im Düngemitteleinsatz). Im Rahmen 'ergebnisorientierter' Maßnahmen hingegen sind die Zahlungen direkt an festgelegte Ziele geknüpft. Dies kann zum Beispiel eine Anzahl bestimmter Indikatorpflanzen sein, Vorkommen bestimmter Tierarten oder eine möglichst geringe Anzahl an Pflanzen, die auf Störfaktoren in der Bewirtschaftung hinweisen. Wie diese Ziele erreicht werden, bleibt dem Landwirt überlassen. Pilotprojekte zu ergebnisorientierten Maßnahmen gibt es bereits in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Im Rahmen von MERIT wurden in den fünf Projektregionen - Oberallgäu (Deutschland) - Vercors (Frankreich) - Südtirol (Italien) - Kärnten (Österreich) - Entlebuch und Luzerner Hinterland (Schweiz). Interviews mit 79 Landwirten und Feldbegehungen auf 44 landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. 82 Prozent der befragten Landwirte gaben unter anderem an, dass ihnen ergebnisorientierte Maßnahmen im Vergleich zu handlungsorientierten Maßnahmen mehr Flexibilität in der Bewirtschaftung ihrer Betriebe einräumen. Viele der interviewten Landwirte erklärten auch, dass sie mehr Beratung und Fortbildung benötigen um ergebnisorientierte Maßnahmen auf ihrem Betrieb umzusetzen. Im Rahmen der 44 Felduntersuchungen wurden auf den Grünlandflächen der landwirtschaftlichen Betriebe die Vielfalt an Lebensräumen, der Landschaftsstruktur, der Pflanzenarten und Blütenfarben sowie das Vorkommen von Schmetterlingen erhoben. Dabei erwies sich die Vielfalt der Blütenfarben als neuer Indikator, der signifikant mit dem Pflanzenartenreichtum korreliert und auch die Bewirtschaftungsintensität widerspiegelt. Dies lässt darauf schließen, dass die Anzahl der Blütenfarben als einfacher, aber geeigneter Indikator für die Bewertung der Artenvielfalt herangezogen werden kann. Mit Hilfe von Simulationsmodellen wurde der Einfluss ergebnisorientierter Maßnahmen auf regionaler Ebene dargestellt. Die Ergebnisse wurden durch eine Befragung von 52 Experten aus dem Agrarbereich untermauert. Mit der Durchführung ergebnisorientierter Programme können deutlich positive Wirkungen erzielt werden, wie z. B. eine größere Vielfalt im Tierbesatz und mehr unterschiedliche Bewirtschaftungsmethoden des Grünlandes. Der Intensivierung von Grünlandflächen kann entgegen gewirkt werden. Die Umsetzung solcher Programme erfordert allerdings auch Investitionen, denn die Landwirte müssen zu Fragen der Biodiversität geschult werden und es können die Verwaltungskosten steigen. (Text gekürzt)
Die ungleiche Verteilung der Wasserressourcen kann sich in Zukunft verschärfen Sind die Alpen in ihrer Rolle als „Wasserturm” Europas gefährdet? Verändern sich die Abflussregime der vier großen alpenbürtigen Flüsse Donau, Rhein, Rhone und Po, die ihr Wasser zu etwa 50 % aus dem Alpenbogen beziehen? Es besteht keine akute Gefahr, meinen Experten auf einer Tagung in Bozen. „Dennoch sollten sich die Alpenregionen bereits jetzt an die bestehenden und künftigen Risiken veränderter Wasserbedingungen klug anpassen. Schlüssel hierfür sind gute Managementstrukturen, eine wirkungsvolle Kommunikation zwischen den Betroffenen und ein klarer Blick auf die Risiken”, meint Benno Hain, Leiter des Fachgebiets „Klimaschutz” des deutschen Umweltbundesamtes, der die Tagung leitete. In Zeiten des Klimawandels stellt sich jedoch die Frage: „Wie schnell verändern sich die Bedingungen des Wasserlieferanten Alpen?” Fakt ist: Es wird wärmer. In den vergangenen 150 Jahren hat sich der Großraum Alpen um 2 Grad Celsius (°C) erwärmt – doppelt so stark wie die restliche nördliche Halbkugel. Die südlichen Alpenregionen verzeichnen zudem - gegenüber dem 19. Jahrhundert - Niederschlagsrückgänge zwischen 10 und 20 Prozent. Für die nächsten Jahrzehnte wird ein weiterer Rückgang der Niederschläge, vor allem im Sommer, erwartet. Bereits heute kommt es – vor allem aufgrund einer ungleichen räumlichen und zeitlichen Verteilung der Wasserressourcen - in manchen Regionen durchaus zu Engpässen, sagen Experten. In Zukunft werden sich diese Probleme verschärfen, da, insbesondere im Sommer, nicht nur das Wasserangebot abnehmen sondern auch der Wasserbedarf zunehmen wird. Übers Jahr und für den gesamten Alpenraum gesehen, ist heute und vermutlich auch in der nahen Zukunft jedoch ausreichend Wasser vorhanden. Zu diesem Ergebnis kam eine 20-köpfige Expertengruppe, die im Auftrag der Europäischen Umweltagentur EEA (European Environment Agency, Kopenhagen) derzeit eine Studie zur Wassersituation in den Alpen und über erfolgreiche Anpassungsstrategien an die klimatischen Veränderungen erarbeitet. Am 23. und 24. Oktober 2008 kamen Wissenschaftler und Praktiker aus den acht Alpenstaaten in der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) im italienischen Südtirol zusammen. Aktiv beteiligt waren unter anderem der Generalsekretär und die für wissenschaftliche Fragen zuständige Vize-Generalsekretärin der Alpenkonvention, die Leiterin der Klimaabteilung des österreichischen Umweltbundesamts, der Leiter des Instituts für Fernerkundung der EURAC sowie Vertreter der europäischen und der slowenischen Umweltagenturen. Die Experten gründen ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen vor allem auf die Analyse von sechs Fallbeispielen aus dem gesamten Alpenbogen. Es ist das erste Mal, dass sich die Europäische Umweltagentur nicht nur mit dem gesamteuropäischen Umweltzustand befasst, sondern sich direkt mit den Problemen einzelner Alpenregionen auseinandersetzt. Die Problemstellungen sind in den untersuchten Gebieten in Österreich, Frankreich, Italien (Südtirol), Slowenien und im schweizerischen Wallis ähnlich: Wasser sei generell vorhanden, so die Analyse-Ergebnisse, jedoch nicht immer zu jeder Zeit und an jedem Ort. In Spitzenzeiten, wie beispielsweise in Südtirol zur Frostberegnung als Schutz der Obstblüte im späten Winter oder in französischen Winterskiorten in der touristischen Hauptsaison, übersteige der Bedarf das Wasserangebot. Probleme ergeben sich auch aus den Ansprüchen der unterschiedlichen Wassernutzer: So wollen Landwirte oder Wasserkraftwerkbetreiber möglichst viel Wasser entnehmen, während Unternehmen im Fremdenverkehr und Ökologen die Erhaltung einer Niedrigwasserabflussmenge fordern. In den analysierten Regionen gibt es bereits erfolgreiche Anpassungsmechanismen, wie wassersparende Bewässerungstechniken, Netzwerke der Wassernutzer oder Wassernutzungspläne. Momentan verhindere jedoch häufig die begrenzte Koordination zwischen den einzelnen, aber auch innerhalb der Sektoren eine effiziente Wassernutzung und -verteilung, so die Experten. Als Lösung empfehlen die Wissenschaftler und Praktiker ein integriertes Wasserressourcenmanagement, an dem alle Wassernutzer, u.a. Landwirtschaft, Tourismus, Energielieferanten, aber auch Nicht-Regierungsorganisationen, die Medien und nicht zuletzt die Bevölkerung selbst, beteiligt sind. Dieses soll Wasserverluste reduzieren, zum Wassersparen anhalten, die Wasserverteilung verbessern, Kommunikationsnetzwerke unterstützen, Entscheidungsprozesse regeln und vor allem mehr Wissen bei der Bevölkerung, den Entscheidungsträgern und auch auf der wissenschaftlichen Seite generieren. Die Wasserproblematik im Alpenraum ist auch aktuelles Thema verschiedener Gremien der Alpenkonvention, die Anfang 2009 einen Alpenzustandsbericht mit dem Schwerpunkt „Wasser” herausgeben und ein Aktionsprogramm zu Klimaschutz und Klimawandel im Alpenraum verabschieden wird. Die kompletten Empfehlungen der Expertengruppe veröffentlicht die Europäische Umweltagentur in einem ca. 80-seitigen Bericht Anfang 2009. Ansprechpartner: Benno Hain, Umweltbundesamt Deutschland, Dessau-Roßlau ( benno [dot] hain [at] uba [dot] de ); Marc Zebisch, EURAC, Bozen ( marc [dot] zebisch [at] eurac [dot] edu )
In den Alpen sind besonders die inneralpinen Räume häufig von extremer Trockenheit betroffen. Wichtigste Beispiele sind die Täler der Rhone (Wallis), des Inn (Engadin und Tirol) und der Etsch/Adda (Vinschgau). Hier ist denn auch seit mindestens tausend Jahren die landwirtschaftliche Bewässerung als unerlässlich eingeführt. Bekannt sind die Bewässerungen vor allem unter dem Begriff der Wiesenbewässerung, obwohl nicht nur Wiesen, sondern auch Äcker bewässert wurden und zum Teil noch bewässert werden. Die historischen Bewässerungsysteme im Wallis (Suonen/Bisses), in Tirol (Waale) und Südtirol (Waale/Leiten) sind die bekanntesten Exponenten dieser alpinen Bewässerung. Im Sonderkultur- und Obstanbau des Vinschgaus geht der Wandel heute hin zu Beregnungsanlagen. Zahlreiche Bewässerungs-Fassungen sind mit Trinkwasserfassungen kombiniert. Bereits aus vergangenen Zeiten ist bekannt, dass die Fassungsanlagen und Zuleitungen infolge Klimaveränderungen, verbunden mit Gletschervorstößen und -rückzügen, verlegt werden mussten. Nun stellt sich in jüngster Zeit erneut und ganz aktuell die Frage, wie die Bewässerung durch den stark angelaufenen Klimawandel tangiert wird. Der Kern des Problems liegt im Anstieg der Schneegrenze und dem Rückzug der Gletscher. Dadurch werden die heutigen Fassungsanlagen potentiell gefährdet. Es ist damit zu rechnen, dass einzelne Fassungsanlagen in absehbarer Zeit trockenfallen könnten. Die Thematik ist kompliziert, da trotz der genannten Änderungen im natürlichen System (Schnee/Eis) die Fassungen nicht zwingend trockenfallen müssen. Dies ist eine Frage der sie speisenden Speicher. Es ist zu untersuchen, ob nur Schmelzwasser über die Fliessgewässer die jeweilige Fassung speist und/oder ob auch ein Grundwasserspeicher dahinter liegt. Damit ist die Frage ein Thema der Abflussbildung. Methodisch kann sie am besten mit Tracermethoden in Verbindung mit hydrometrischen Verfahren und der Modellierung angegangen werden.
Ziele: - Generierung von Forschungsbedarf aus Sicht der Praxis für den ökologischen Weinbau, d.h. Identifizierung von anwendungsbezogenen Forschungsfragen. Zudem werden tiefgreifende Informationen über Motivations- und Handlungshintergründe der unterschiedlichen Akteure ermittelt, um neue Möglichkeiten und Perspektiven der Kooperationsbeziehung zwischen Forschung und Praxis im ökologischen Weinbau aufzuzeigen. Auf Grundlage der Ergebnisse ist der Forschungsbedarf der Branche zu ermitteln, die Kommunikationsmodelle des Wissenstransfers für den ökologischen Weinbau zu überprüfen und die Identifizierung von Netzwerken und deren Akteuren zu analysieren. Darüber hinaus sollen Informationen zu Wissenstransfer-Tools in anderen europäischen Ländern wie z.B. Italien (Südtirol), Österreich oder Luxemburg gewonnen werden. Methoden: Anwendung von unterschiedlichen Instrumenten aus den Sozialwissenschaften, d.h. Durchführung von Interviews, Workshops, Fokusgruppen, Netzwerkanalysen etc. zur Entwicklung einer Kommunikationsstruktur für den Wissenstransfer im ökologischen Weinbau. Das bundesweit angelegte Projekt wird sich auf unterschiedliche Weinbauregionen beziehen, vorrangig auf die Anbaugebiete Mosel, Rheinhessen, Pfalz, Sachsen und Saale-Unstrut. Für die Durchführung des gesamten Projektes ist ein Zeitraum von 25 Monaten festgesetzt. Dabei ist die Zusammenarbeit insbesondere mit den Verbundpartnern Bioland, Demeter, Ecovin, Naturland und der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) sowie dem Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) und dem Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW - Gesamtkoordinator des Verbundprojektes) geplant. Darüber hinaus werden Synergieeffekte zu bereits bestehenden Bildungsangeboten der Branche angestrebt. Die chronologische Darstellung der geplanten Arbeitsschritte und der Finanzierungsplan werden separat aufgeführt.
Ziel des Projektes INTEGRALP 'Ökologie und Bewirtschaftung alpiner Systeme war es, die Auswirkungen von Bewirtschaftungsänderungen (Extensivierung, Brachlegung, Intensivierung, Umwandlung der Nutzungsform, wie z. B. Weidenutzung oder Aufforstung) auf landwirtschaftlich geprägte Ökosysteme im Gebirge detailliert zu untersuchen. Im Vordergrund standen wichtige Fragestellungen zum Schutz und zur Erhaltung des Lebensraumes im Berggebiet. Die zentralen Aspekte waren dabei die vergleichende Analyse: von Auswirkungen der veränderten Bewirtschaftung auf die Vegetation und die natürliche Wiederbewaldung, von Auswirkungen der veränderten Bewirtschaftung auf die Erosion (Oberflächenabtrag und Blaikenbildung), der Entstehung von Gleitschneelawinen auf unterschiedlich bewirtschafteten Flächen, und letztendlich von bewirtschaftungsbedingten Wasserhaushaltsänderungen (Oberflächenabfluss bei Gewitterregen, Wasserspeicherungsvermögen des Bodens, Trinkwasserreserven). Im Rahmen des Projektes INTEGRALP wurden vergleichende Untersuchungen in Nordtirol (Kaserstattalm, Neustift im Stubaital; Kaisers im Lechtal) und in Südtirol (Waltner Mähder, St. Leonhard im Passeiertal) durchgeführt. Durch eine einheitliche Fragestellung und durch die genau aufeinander abgestimmte Untersuchungsmethodik konnten länderübergreifend vergleichbare Ergebnisse erzielt werden. Die daraus resultierenden Schlussfolgerungen sind: Die beste Bewirtschaftungsform ist die Nutzung als extensive Mähwiese, wobei ein Schnitt auch in Intervallen von mehreren Jahren durchgeführt werden könnte. Eine extensive Mahdnutzung sollte daher soweit als möglich gefördert werden. Da eine flächendeckende Förderung der Mahdnutzung im Almbereich ökonomisch nicht tragbar sein wird, sollten gering geneigte und somit nicht erosionsgefährdete Flächen in erster Linie einer extensiven Weidenutzung zugeführt werden. Dadurch könnten Kulturlandschaften mit geringem Aufwand großflächig offen gehalten werden. Steile Flächen sollten hingegen aufgeforstet werden. Dadurch würde die Zeitspanne der ökologisch instabilen Sukzessionsstadien verkürzt werden. Eine flächendeckende Wiederbewaldung sollte möglichst vermieden werden, da dadurch ein erheblicher Verlust an Landschafts- und Artenvielfalt einhergeht. Zusätzlich gehen Kulturflächen verloren. Eine intensive Mahdnutzung sollte keinesfalls großflächig durchgeführt werden, besonders dann nicht, wenn dafür neue Erschließungswege notwendig werden. (...) Dieses Projekt ist eng mit dem Projekt ECOMONT verknüpft, wobei sich das vorliegende Projekt schwerpunktmäßig mit angewandten Fragestellungen auf der Landschaftsebene auseinandersetzt. Träger des Projektes in Südtirol war die Abteilung Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, die wissenschaftliche Leitung und Koordination erfolgten durch die Europäische Akademie Bozen. In Nordtirol zeichnete sich das Institut für Botanik der Universität Innsbruck verantwortlich.
Im Vinschgau, in Südtirol wurde am Beginn des letzten Jahrhunderts ein großes Aufforstungsprogramm durchgeführt, um den schlechten Vitalitätszustand der Wälder zu verbessern und Bodenerosion zu verhindern. In der Zeit von 1951-1965 wurden 6 Mio. Schwarzkiefern (Pinus nigra) gepflanzt, die aufgrund ihrer mangelnden Standortseignung in Folge zu einer Veränderung des Bodenzustands und der Humusformen auf den Waldstandorten führte. Es zeigten sich eine Rückgang der steppengeprägten Bodenvegetation, Verjüngungshemnisse bei Flaumeiche (Quercus pubescens), Mannaesche (Fraxinus ornus) und Hopfenbuche (Ostry carpinifolia) sowie biotische Schäden durch den Kiefernprozessionspinner (thaumetopoea pinivora). Diese Rahmenbedingungen führten zu einer Überführung dieser sekundären Kiefernwälder mit standortangepaßten Baumarten. Unter Schirm von mäßig gelichteten Kiefernwälder wurden 1x1m große Biozellen mit je 21 Flaumeichen (Quercus pubescens) unterschiedlicher Herkunft (Eyrs, Kastelbell, Laatsch) in den Jahren 1995 - 1999 angelegt. Der Anwuchserfolg der Flaumeichen soll durch dieses Forschungsprojekt ermittelt werden. Die Auswahl der Probeflächen erfolgte in Abhängigkeit von Standort, Herkunft und Zeitpunkt der Pflanzung. Detaillierte Informationen über die jungen Pflanzen, Bestandes- und Standortsdaten von 490 Biozellen wurden im Sommer 1999 erhoben. Hemisphärenphotos wurden zur Charakterisierung der Lichtökologie im Bestand eingesetzt.
| Origin | Count |
|---|---|
| Bund | 69 |
| Land | 4 |
| Wissenschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 67 |
| Taxon | 1 |
| Text | 3 |
| unbekannt | 2 |
| License | Count |
|---|---|
| geschlossen | 6 |
| offen | 67 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 69 |
| Englisch | 14 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 4 |
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| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 62 |
| Lebewesen und Lebensräume | 73 |
| Luft | 41 |
| Mensch und Umwelt | 72 |
| Wasser | 46 |
| Weitere | 68 |