Im Zuge der vorliegenden Konzeptstudie wurde zuerst ein Anforderungskatalog mit 21 Kriterien erstellt, anhand dessen die Eignung potentieller Wirkstoffe für eine wirksame und umweltverträglichere Nagetierbekämpfung abgeschätzt werden kann. Anschließend wurden Methoden ermittelt, die unter anderem über physiologische oder biochemische Systeme eine erhöhte Zieltierspezifität (Selektivität) von Rodentiziden ermöglichen und somit die Gefahr von Primär- und Sekundärvergiftungen von Nicht-Zieltieren verringern können. Um kurzfristig umsetzbare Stragien zur Verbesserung der Umwelteigenschaften von Rodentiziden aufzuzeigen, wurden zunächst in der Humanmedizin bereits eingesetzte blutgerinnungshemmende oder -fördernde Substanzen ermittelt, die bessere Umwelteigenschaften als die aktuell verwendeten Antikoagulanzien aufweisen und diese möglicherweise ersetzen könnten. Dabei erwiesen sich unter den Antikoagulanzien Dicoumarin und Dabigatranetexilat, bei den gerinnungsfördernden Medikamenten 4-(Aminomethyl)benzoesäure und Tranexamsäure als besonders vielversprechend. Des Weiteren könnten die Wirksamkeit und Umwelteigenschaften der derzeit als Biozide genehmigten Rodentizide kurzfristig verbessert werden, wenn reine Enantiomere anstelle der bisherigen Isomerengemische der Wirkstoffe hergestellt werden würden. Zusätzlich kann durch Mikroverkapselung der Wirkungseintritt von Rodentiziden verzögert werden. Wirkstoffe, wie 2-Fluoressigsäure oder Natriumhexafluorosilikat, die aufgrund ihrer akuten Wirkung und der damit verbundenen Köderscheu derzeit nicht (mehr) als Rodentizide eingesetzt werden, aber gute Umwelteigenschaften aufweisen, könnten so wieder in Betracht gezogen werden. Mittelfristig können bekannte Wirkstoffe durch Modifikation verbessert werden, z.B. durch die Einführung funktioneller Gruppen, die die Abbaubarkeit erhöhen und/oder das Bioakkumulationsrisiko senken. Das größte Optimierungspotential birgt letztlich die komplette Neuentwicklung eines Wirkstoffs, bei der die oben genannten Kriterien bereits beim Design beachtet werden, allerdings ist diese langfristige Strategie mit dem höchsten Entwicklungsaufwand verbunden. Quelle: Forschungsbericht
The European Water Framework Directive requires monitoring of bioaccumulative contaminants in fish to assess risks to human health by fish consumption and wildlife by secondary poisoning of predators. The list of priority substances for which environmental quality standards (EQSs) have been derived covers also perfluorooctane sulfonic acid (PFOS). No EQSs have yet been set for other per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS) that are frequently detected in fish and of which some have a non-negligible risk potential compared to PFOS. As a case study, burdens for a set of PFAS were investigated for different fish species from five German freshwater sites and a Baltic Sea lagoon. PFAS concentrations were determined for composite samples of both, fillet and whole fish. On average, sum concentrations of C9-C14 perfluoroalkyl carboxylic acids, which will be banned in the European Union in 2023, reached 87% and 82% of the PFOS burdens in fillet and whole fish, respectively. The potential risk of several PFAS other than PFOS was assessed using a previously suggested relative potency factor approach, which is also applied for a proposed EQS revision. Only five of 36 fillet samples (mostly perch) exceeded the current EQS for PFOS alone. By contrast, all fillet samples exceeded the newly proposed draft EQS, which considers potential effects of further PFAS but also a lower tolerable intake value. Additionally, the dataset was used to derive fillet-to-whole fish conversion factors, which can be applied to assess human health risks by consumption of fillet if only whole fish concentrations are available. © 2021 The Authors
Background<BR>Bioaccumulating contaminants in surface waters are preferably monitored in fish for assessing the related risks to and via the aquatic environment. Consequently, the European Water Framework Directive (WFD) requires a monitoring of certain priority substances such as mercury, polybrominated diphenyl ethers (PBDE), perfluorooctane sulfonic acid and its derivatives (PFOS), hexachlorobenzene (HCB), hexabromocyclododecanes (HBCDD) and polychlorinated dioxins/dioxin-like compounds (dioxins) in freshwater and coastal fish. Tissue levels have to comply with biota environmental quality standards (EQSs) given in Directive 2013/39/EU. EQSs are justified either by risks for human health (assessed on the basis of fillet) or secondary poisoning of wildlife (based on whole fish). To support the practical implementation of the WFD biota monitoring in Germany, comparative investigations of target fish species caught at six sites were performed.<P>Results<BR>At each site, at least three fish species listed in a national guidance document were sampled (e.g., chub, roach, bream, perch). Beside biometric data, concentrations of seven priority substances were determined in pooled fillet and carcass samples and whole fish data were calculated. The EQSs for PBDE and mercury were exceeded in nearly all fillet and whole fish samples. PFOS was above the EQS at several sites especially in perch, while HCB exceeded the EQS only at one site (Elbe River). All fillet and whole fish samples complied with the EQSs for dioxins and HBCDD. Based on wet weight concentrations of a homogeneous set of 20 composite sample pairs of 3â€Ì5 year-old fish, the following fillet-to-whole fish conversion factors were derived: mercury 0.81, PBDE 5.4, HCB 3.6, PFOS 2.7, dioxins 5.3, and HBCDD 1.8.<P>Conclusions<BR>Recommendations on selection of target fish species, age or tissue given by EU and national guidance documents are practical and feasible. However, further adjustments of the samplings such as the determination of site-specific length-age relationships are required from both ecological and risk assessment perspectives. The derived conversion factors allow the translation of fillet-to-whole fish concentrations (and vice versa), and thus the EQS compliance assessment for the appropriate tissue (fillet for human health, whole fish for wildlife risks) if only one tissue is investigated. Quelle: https://link.springer.com
Antikoagulante Rodentizide (AR) sind häufig eingesetzte Wirkstoffe zur Schadnagerbekämpfung im Biozidbereich, die aber auch Nichtzielarten gefährden können. Im Projekt konnten Rückstände von AR in Kleinsäugern, die nicht Ziel der Anwendung sind (z.B. Spitzmäuse, Waldmäuse) und Prädatoren, die Kleinsäuger erbeuten, nachgewiesen werden. 61% der Leberproben von Füchsen und 32% von Eulen- und Greifvogelproben wiesen AR-Rückstände auf. Mit steigender Entfernung zum Anwendungsort sank der Anteil belasteter Kleinsäuger. Schleiereulen, die häufig auf landwirtschaftlichen Betrieben vorkommen, scheinen ARs auch über Nichtziel-Kleinsäuger (z.B. Apodemus-Arten) aufzunehmen. Die Untersuchungen belegen die verbreitete Umweltbelastung durch die weitläufige Anwendung von AR zur Nagetierbekämpfung.
Informationsdienst Gewässerkunde | Flussgebietsmanagement 1/2016 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Ergebnisse und Aspekte zur Belastung der niedersächsischen Oberflächengewässer mit Schadstoffen Stand der Umsetzung der EU-Richtlinien WRRL, HWRM-RL und MSRL Ergebnisse und Aspekte zur Belastung der niedersächsischen Oberflächenge- wässer mit Schadstoffen Neben der ökologischen Einstufung ist die chemische Bewertung der Oberflä- chengewässer ein wesentlicher Aspekt bei der Umsetzung der Wasserrahmen- richtlinie. In den letzten Jahren hat sich einiges verändert: Die Stofflisten wurden erweitert, Umweltqualitätsnormen wurden festgelegt oder verschärft. Ergänzend führt der NLWKN eine ganze Reihe weiterer Untersuchungen zum Thema Schad- stoffe durch. Inhalt Von Dr. Dieter Steffen, NLWKN Betriebsstelle Hannover-Hildesheim und Petra Heidebroek, NLWKN Betriebsstelle Lüneburg Ergebnisse und Aspekte zur Belastung der niedersächsischen Oberflächen- gewässer mit Schadstoffen S. 2-3 Stand der Umsetzung der drei EU- Richtlinien – Wasserrahmenrichtlinie, Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie und Meeresstrategie- Rahmenrichtlinie S. 4-6 Detailstrukturkartierung ausgewählter Fließgewässer in Niedersachsen und Bremen – Ergebnisse liegen vor S. 7 Hochwassermeldedienst Elbe S. 8 Die Stoffe, die für die Bewertung des chemischen Zustands zugrunde gelegt werden – sogenannte prioritäre Stoffe – stammen aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen. Schwermetalle und Industriechemikalien gehören dazu, aber auch Pflanzenschutzmittelwirkstoffe oder andere Stoffe, wie die polyzykli- schen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Mit der Umsetzung der Richtlinie 2013/39/EU sind zukünftig auch neue Stoffe zu überwachen, unter anderem weitere Pflanzenschutzmittelwirkstoffe. Durch die europäischen Vorgaben ändern sich die Liste der zu untersuchenden Stoffe, die Umweltqualitätsnormen für verschiedene Stoffe aber auch das Un- tersuchungsmedium. Je nach Stoff sind Untersuchungen im Sediment, im Wasser oder in Biota, zum Beispiel in der Musku- latur von Fischen, erforderlich. Untersu- chungen in Biota sind immer dann durch- zuführen, wenn sich bestimmte Stoffe bevorzugt in Lebewesen und somit in der Nahrungskette anreichern. Das bekann- teste Beispiel ist Quecksilber, welches mit dem Schutzgut „Sekundärvergiftung“ (Stichwort: Kormoran, der Fisch frisst) belegt ist. Für alle prioritären Stoffe wurden Um- weltqualitätsnormen festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen, wenn ein guter chemischer Zustand erreicht wer- den soll. Grundsätzlich beziehen sich die Umweltqualitätsnormen für prioritäre Stoffe auf das Schutzgut „aquatische Lebensgemeinschaften“. Da in der Richtlinie 2013/39/EU für elf der prioritären Stoffe eine Biota-Umweltquali- tätsnorm eingeführt wurde, ist in diesen Fällen das Schutzgut auf „Sekundärver- 2 giftung“ oder auf „menschliche Gesund- heit“ erweitert worden. In Niedersachsen werden im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie etwa 140 Mess- stellen regelmäßig, verteilt über mehrere Jahre, beprobt. Da nicht alle 1.605 Was- serkörper in Niedersachsen untersucht werden können, werden die Ergebnisse, wo es fachlich vertretbar ist, auf andere Wasserkörper übertragen. Für die Bewertung im aktuellen Bewirt- schaftungsplan war die Oberflächenge- wässerverordnung (Stand 26.07.2011) die Basis. Um den neuen Aspekten der Richtlinie 2013/39/EU jedoch Rechnung tragen zu können, wurden für sieben Stoffe, soweit möglich, die neuen Vorga- ben, berücksichtigt. Veränderungen des chemischen Zustands sind daher im Einzelfall zu betrachten. Es ist zu prüfen, ob die Veränderungen gegenüber den vorherigen Untersuchungen auf den tatsächlichen Zustand der Gewässer zurückzuführen sind oder ob eine festge- stellte Änderung des chemischen Zu- stands auf geänderten Bewertungsgrund- lagen basiert. Bundesweit und auch in Niedersachsen wurde an den untersuchten Messstellen die Umweltqualitätsnorm für Quecksilber in Biota (Fisch) überschritten. Dazu kommen in Niedersachsen Überschrei- tungen durch: • • • • • • Tributylzinn Verschiedene PAK Cadmium Hexachlorbenzol Isoproturon Hexachlorcyclohexan Die Stoffe spiegeln die Bandbreite ver- gangener und aktueller menschlicher Aktivitäten wider. Viele Stoffe sind sehr stabil und haben eine lange Verweildauer im Gewässer. Während Tributylzinn und die polyzyklischen aromatischen Kohlen- wasserstoffe in verschiedenen Gewäs- sern verteilt im ganzen Land vorkommen, sind die Überschreitungen der Umwelt- qualitätsnorm für Cadmium in Gewässern im Harz zu finden. Ursache dafür ist der ehemalige Bergbau im Harz. Nicht immer ist die Ursache für die Belas- tung eindeutig zu benennen. Tributylzinn wurde lange Zeit als Schiffsanstrich ver- wendet und dann verboten. Gleichzeitig wurde und wird Tributylzinn auch in ande- ren Bereichen verwendet, wie beispiels- weise in Textilien. Um erfolgreich Maß- nahmen hinsichtlich des Stoffes Tributyl- zinn ergreifen zu können, ist zunächst die Ermittlung der Eintragsquellen durchzu- führen. Bei den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen zum Beispiel, han- delt es sich um ubiquitäre Stoffe, die hauptsächlich bei der Verbrennung fossi- ler Brennstoffe entstehen und über die atmosphärische Deposition diffus in die Gewässer gelangen. Somit sind mögli- chen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen zu deren Reduzierung Grenzen gesetzt. Hierbei sind in erster Linie andere Politik- bereiche, wie zum Beispiel das Immissi- onsschutzrecht, gefordert. Neu im Blickpunkt stehen Arzneiwirkstof- fe aus der Tier- und Humanmedizin. Von Seiten des NLWKN sind bereits 2006 erste Untersuchungen auf Humanarznei- mittelwirkstoffe durchgeführt worden, die 2010/2011 intensiviert wurden. Es zeigte sich, dass insbesondere der schmerz- und entzündungshemmende Wirkstoff Diclofenac als sehr problematisch anzu- sehen ist, da dieser in konventionellen Kläranlagen praktisch nicht abgebaut wird. Aktuell hat der NLWKN eine Veröffentli- chung zum Thema „Biota-Monitoring in ausgewählten Gewässern – Untersu- chungen von Tierarzneimitteln in Fischen“ herausgebracht. Während sich bei Hu- manarzneimittelwirkstoffen gezeigt hat, dass diese überwiegend durch kommuna- le Kläranlagen in die Gewässer gelangen, Bewertungsergebnis für Tributylzinn: blauer Punkt = Messstelle ohne Überschreitung der Umweltqualitätsnorm, roter Punkt = Messstelle mit Überschreitung der Umweltqualitätsnorm ist dieses bei Tierarzneimittelwirkstoffen wesentlich komplexer. Tierarzneimittel- wirkstoffe, gelangen über das Ausbringen von Gülle, Jauche oder Festmist auf landwirtschaftlich genutzte Flächen. Unter bestimmten lokalen Bedingungen, wie beispielsweise intensiven Regenereignis- sen, können diese dann gegebenenfalls diffus in die Gewässer gelangen. Sezieren eines Fisches (Muskulaturprobe) Ziel der Pilotstudie war es, an acht Mess- stellen in Niedersachsen zu prüfen, ob sich durch Untersuchungen bei Fischen Nachweise von Wirkstoffen aus Tierarz- neimitteln erbringen lassen. Untersucht wurden insgesamt 87 Wirkstoffe, die unter anderem als Antibiotika oder gegen Endoparasiten eingesetzt werden. Nur drei Wirkstoffe, die zum Beispiel gegen Faden- und Bandwürmer eingesetzt wer- den, konnten in Aallebern nachgewiesen werden. Dieses Ergebnis ist somit als durchaus positiv anzusehen. Es ist jedoch zu beachten, dass die meis- ten der betrachteten Wirkstoffe überwie- gend gut wasserlöslich sind und sich weniger stark in Biomasse akkumulieren. Es lässt sich somit nicht belastbar klären, ob die Wirkstoffe in den untersuchten Gewässern nicht vorhanden waren oder ob sie durch die Methodik der Biotaunter- suchungen nicht nachgewiesen werden konnten. Um eine fundierte Aussage treffen zu können, ob Tierarzneimittel- wirkstoffe in wesentlichen Mengen in Oberflächengewässer gelangen und dort Probleme bereiten, sind weitere Untersu- chungen im Medium Wasser nötig. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass die Belastung der Oberflächenge- wässer mit Tierarzneimittelwirkstoffen, im Gegensatz zu den Humanarzneimittel- wirkstoffen, in der laufenden Diskussion überbewertet wird. Weitere Informationen zu Untersuchungen der Gewässergüte finden Sie hier: www.nlwkn.niedersachsen.de > Service > Veröffentlichungen / Webshop > Schriften zum Downloaden > Downloads Gewässergüte 3
Das Projekt "Konzeptstudie zu Entwicklungsmöglichkeiten eines umweltverträglicheren Rodentizids" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Lüneburg, Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie (INUC) durchgeführt. a) Chemikalien mit weniger umweltschädlichen Eigenschaften zu entwickeln ist ein wichtiger Leitsatz der nachhaltigen Chemie. Antikoagulantien, die derzeit vorrangig zur Bekämpfung von Nagetieren verwendet werden, stellen ein hohes Risiko für die Umwelt dar. Die Risiken für Primär- und Sekundärvergiftungen sind hoch, viele der Stoffe erfüllen die PBT- oder vPvB-Kriterien. Zusätzlich bilden sich in Nagetierpopulationen zunehmend Resistenzen gegen die existierenden Wirkstoffe. Derzeit gibt es jedoch kaum wirksame chemische Alternativen, die diese Substanzklasse ersetzen könnten. Nicht-chemische Alternativen stehen zwar zur Verfügung, sind jedoch aufgrund fehlender Zulassungs- oder Zertifizierungsverfahren noch nicht bewertet worden und stellen momentan noch keinen vollständigen Ersatz von Chemikalien zur Nagetierbekämpfung dar. Im Rahmen dieses Vorhabens sollen Möglichkeiten eruiert werden, wie die Auswirkungen der umweltschädlichen Eigenschaften von Rodentiziden minimiert werden können. Dabei liegt der Fokus darauf, die Risiken für Nichtzielorganismen zu reduzieren. Dafür sollen verschiedene Herangehensweisen auf ihr Potential zur Verbesserung der Umwelteigenschaften untersucht werden. Auch die Kombination verschiedener Optionen soll überprüft werden:1. Nutzung anderer, zielorganismen-spezifischer Wirkmechanismen.2. Umweltschonendere Nutzung der derzeit verwendeten Wirkstoffe (z.B. Stereoisomere).3. Design neuer Wirkstoffe, das umweltfreundlichere Eigenschaften aufweist.4. Verbesserte und ggfs. zielorganismenspezifischere Formulierung und Ausbringung der Köder. b) Ziel des Vorhabens ist, die Potentiale für eine Reduzierung der Umweltbelastung zu untersuchen, die die nachhaltige Chemie für Antikoagulantien bietet. Dadurch sollen Ansatzpunkte ermittelt werden, ob und wie die in einigen Fällen unumgängliche chemische Bekämpfung von Nagetieren umweltschonender gestaltet werden kann.
Das Projekt "Strategie zur Implementierung der neuen Umweltqualitätsnormen für prioritäre Stoffe in Fischen (Richtlinie 2013/39/EU)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie durchgeführt. In die Richtlinie 2013/39/EG wurden 12 neue prioritäre Stoffe geregelt. Für einige Stoffe wurden die Überwachungsanforderungen (JD-UQN/ZHK-UQN) verschärft und für acht Stoffe wurde Biota-UQN eingeführt. Die Überwachung von Biota wird deshalb zukünftig erheblich an Bedeutung gewinnen. Die Etablierung geeigneter Biota-Monitoring-Programme wird dadurch erschwert, dass mit der Überwachung von Schadstoffkonzentrationen in Biota verschiedene Ziele verfolgt werden z.B. die Ermittlung zeitlicher Trends, die Ermittlung räumlicher Unterschiede in der Schadstoffkonzentration, der Schutz von Spitzenprädatoren vor Sekundärvergiftungen und der Schutz der menschlichen Gesundheit. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, wissenschaftliche Grundlagen für eine Monitoringstrategie zu entwickeln, die die verschiedenen Ziele integriert sowie den Anforderungen der UQN-Richlinie genügt. Im Rahmen des Projekts soll der Einfluss verschiedener Parameter wie Fischart, Alter/Länge/Gewicht, Geschlecht, zu untersuchendes Gewebe, Trophie-Stufe und Fettgehalt auf die ermittelten Schadstoffkonzentrationen in ausgewählten Flussgebieten/Seen systematisch untersucht werden. Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um gemeinsam mit den Bundesländern eine geeignete Überwachungsstrategie für Biota gemäß RL 2013/39/EU zu entwickeln. Darüber hinaus sollen Schadstoffgehalte in Fischen mit denen in Spitzenprädatoren (Otter, Fischadler) verglichen werden, um zu beurteilen, ob die angewendeten UQN ausreichenden Schutz gewähren.
Das Projekt "Schutz der Umwelt vor den Auswirkungen des Einsatzes von Rodentiziden: Anpassung der Bewertungsgrundlagen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Dr. Knoell Consult GmbH durchgeführt. Rodentizide bergen hohe Umweltrisiken. Sie sind nur aus Gründen des Gesundheitsschutzes zugelassen und unterliegen strengen Anwendungsbestimmungen zur Risikominderung. Die Umweltrisikobewertung basiert auf der Umweltexpositionsbewertung, deren Grundlage im Emissionsszenariodokument ESD abgebildet ist. Die bisherigen Erfahrungen aus der Wirkstoff- und Produktzulassung haben gezeigt, dass diese Grundlage wissenschaftlich überarbeitet und verbessert werden muss. Folgende inhaltliche Überarbeitungen sind geplant: Die Anwendungsszenarien müssen stärker differenziert und die verwendeten Modellparameter an den Stand der guten fachlichen Anwendung angepasst werden. Die Eintragspfade in die Umwelt müssen überarbeitet werden. Es ist das bisher nicht berücksichtigte Umweltkompartiment Grundwasser in das ESD einzubeziehen und ein Modell für die Abschätzung der Grundwasserexposition zu entwickeln. Für die Bewertung der Risiken von Primär- und Sekundärvergiftungen sind Nichtzieltiere mit Hinblick auf ihre ökologische Relevanz zu ergänzen. Ziel ist es, die Bewertung der Vergiftungsrisiken an die konkrete Anwendungspraxis anzupassen. Die Neubewertung von Antikoagulanzien als auch die Wiederzulassung der entsprechenden Produkte steht ab 2017 bevor. Aufgrund der ermittelten Umweltrisiken müssen diese Wirkstoffe und Produkte im Einklang mit der BiozidV einer vergleichenden Bewertung unterzogen werden. Auf der Basis einer wiss. untermauerten Bewertungsgrundlage ist eine realistischere Risikoabschätzung und damit ein fundierter Vergleich möglich, der zu einer begründeten Mengenminimierung der eingesetzten Produkte und/oder dem Ersatz einzelner Wirkstoffe sowie zu einer höheren Akzeptanz der deutschen Anwendungsbestimmungen zur Risikominderung in den anderen MS führen wird. Bis 2017 muss eine Überarbeitung des ESD PT 14 vorliegen, damit die Umweltrisikobewertung EU-weit harmonisiert erfolgen kann.
Das Projekt "Umweltverträgliche Nagetier-Bekämpfung in der Landwirtschaft: Vergleichende Umweltbewertung für Rodentizide, Bewertung nichtchemischer Alternativen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen durchgeführt. Ausgangslage/Zielstellung/Methodik des Vorhabens: Um Schäden durch die Aktivität von Nagetieren auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zu vermeiden, werden Rodentizide eingesetzt. Deren Einsatz gefährdet andere wildlebende Kleinsäuger, auch geschützte Arten wie den Feldhamster, und Vögel. In Deutschland werden immer wieder Fälle von Vergiftungen durch Rodentizide bekannt: So verendeten 2004 in Mecklenburg-Vorpommern 40 Kraniche, in Thüringen 6 Kraniche sowie 250 Saatgänse aufgrund einer Zinkphosphid-Vergiftung. In Sachsen-Anhalt verendeten Feldhasen in 2007 an dem Wirkstoff Chlorphacinon nach offener Ausbringung eines Mäusebekämpfungsmittels. Viele Vergiftungsfälle durch Rodentizide dürften unerkannt bleiben, da verendete Tiere oftmals nicht gefunden werden oder ein Zusammenhang mit einer Rodentizidanwendung nicht erkannt wird. Neben der direkten Aufnahme rodentizider Wirkstoffe sind auch Sekundärvergiftungen über Beutetiere möglich. In einer aktuellen Studie aus Dänemark wurden in mehr als 84Prozent der untersuchten Vögeln und Säuger (Prädatoren) auf intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen relevante Rodentizidgehalte festgestellt (8th European Vertebrate Pest Management Conference, 2011). Ziel des Vorhabens ist es den Einsatz von Rodentiziden durch die Anwendung nicht chemischer Verfahren zu minimieren und langfristig möglicherweise ganz auf Rodentizide zu verzichten. Der aktuelle Wissensstand bezüglich der Anwendung alternative Verfahren und Methoden zur Eindämmung von Nagetieraktivitäten soll hierzu durch eine systematische Befragungen von Anwendern, Länderbehörden und Forschungsinstitutionen erfasst werden. Die identifizierten Alternativen sind hinsichtlich der Praktikabilität, des Bekämpfungserfolgs und der Umweltverträglichkeit der Verfahren zu bewerten, um daraus Praxisempfehlungen ableiten zu können (z.B. als Broschüre). Mit Landesbehörden und Naturschutzverbänden ist eng zusammen zu arbeiten.
Das Projekt "Erfasssung von Rückständen von als Rodentizid ausgebrachten Antikoagulantien in wildlebenden Biota" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) - Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und Forst - Außenstelle Münster durchgeführt. Zur Bekämpfung von schädlichen Nagetieren werden fast ausschließlich sowohl im Biozid- als auch im Pflanzenschutzbereich rodentizide Antikoagulanzien eingesetzt. Antikoagulanzien der 2. Generation sind im Rahmen der Wirkstoffzulassungen (Biozide/PSM) als potentielle PBT-Kandidaten eingestuft worden. Sie wirken nicht spezifisch auf die Zielorganismen und stellen daher eine erhebliche potenzielle Gefahr für Nicht-Zielorganismen und die Umwelt dar. Ziel muss es daher sein, die Einträge in die Umwelt zu erfassen und zu minimieren und langfristig die entsprechenden Stoffe zu substituieren. Obwohl Antikoagulanzien in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen sowohl im urbanen als auch agrarischen Bereich ausgebracht werden, gibt es für Deutschland keine systematischen Erkenntnisse zur Exposition von Nicht-Zielorganismen (Primär- und Sekundärvergiftungen), sondern lediglich Zufallsbefunde. Hierbei werden in der Regel nur Tiere erfasst, die lethale Rodentiziddosen aufgenommen haben. Der Nachweis subletaler Belastungen und die systematische Erfassung der Verbreitung von Rodentizidrückständen in unterschiedlichen Umweltkompartimenten hat bisher nicht stattgefunden. Europaweit gibt es zurzeit nur Studien aus UK, die sich auf wenige Nicht-Zielorganismen beschränken und auf spezifische regionale Bedingungen in Deutschland nicht übertragbar sind. Die englischen Untersuchungen zeigen, dass verschiedene untersuchte Nicht-Zielorganismen subletale Rodentizidbelastungen aufweisen. Aufgrund der weiten Verbreitung der Anwendung von Antikoagulanzien ist damit zu rechnen, dass es in Deutschland in verschiedenen Biota ebenfalls Rodentizidrückstände nachgewiesen werden können. In dem Vorhaben sollen daher sowohl der Nachweis auf Wirkstoffrückstände sowie deren möglicher Einfluss auf die Nicht-Zielorganismen, vor allem Schleiereulen, anderen Nagerarten, sowie Füchsen und Marderartigen untersucht und bewertet werden. Ziel der Untersuchung ist die Beschreibung der Gefährdung von Nicht-Zielorganismen auch durch subletale Wirkstoffmengen, die Identifikation von Expositionspfaden und die Ableitung von Erkenntnissen zur Einleitung konkreter Risikominderungsmaßnahmen und Anwendungsbeschränkungen im Rahmen der Biozidproduktzulassung.
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