Gewerbebetriebe und Anlagen zur Energieerzeugung konkurrieren mit ihrer Flächeninanspruchnahme vor allem mit Gebieten, die dem Wohnen dienen. Es ist zu erwarten, dass sich diese Konkurrenzsituation durch ein engeres Zusammenrücken der entsprechenden Gebietsnutzungen noch verschärft. Gleichzeitig produzieren Privatpersonen vielerorts vermehrt ihre benötigte Wärme und Elektrizität innerhalb von Wohngebieten. All den Anlagen ist gemein, dass sie teilweise in erheblichem Maße tieffrequente Geräusche verursachen können. Es besteht somit ein erhöhtes Belästigungspotential durch tieffrequente Geräusche im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Ob eine erhebliche Belästigung durch tieffrequente Geräusche vorliegt, wird seit längerem im Rahmen der TA Lärm nach dem Beiblatt 1 der DIN 45680 beurteilt. Die darin angegebenen Anhaltswerte sind jedoch in Teilen der Wissenschaft und der betroffenen Öffentlichkeit umstritten. Trotz langer und intensiver Arbeiten konnte das Deutsche Institut für Normung (DIN) bisher keinen Konsens über die geltenden Anhaltswerte oder über Vorschläge für Änderungen oder Aktualisierungen der Anhaltswerte erreichen, da es vor allem keine aktuellen Lärmwirkungsuntersuchungen zu dieser Frage gibt. Neuere Wirkungsuntersuchungen sind besonders wichtig, weil die TA Lärm und damit die DIN 45680 für die meisten industriellen und gewerblichen Anlagen in Deutschland gilt, die tieffrequente Geräusche emittieren, und in bestimmten Fallkonstellationen Gegenstand öffentlicher Diskussionen und Gerichtsverfahren sind. In diesem Forschungsvorhaben sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wirkung tieffrequenter Geräusche wesentlich erweitert oder fachlich weiter abgesichert werden. Dazu sollen neben einer Überprüfung bereits vorhandener Messergebnisse auch Laboruntersuchungen über den Einfluss tieffrequenter Geräusche im Wachzustand und auf das Schlafverhalten des Menschen vorgenommen werden.
<p>In Deutschland ist die Bevölkerung dem Lärm einer Vielzahl von Geräuschquellen ausgesetzt. Straßen, Schienenwege, Flugplätze, Gewerbeanlagen, Nachbarn, Sportanlagen und vieles mehr führen nicht selten zu Lärmproblemen bei den Betroffenen.</p><p>Laut der Umweltbewusstseinsstudie aus dem Jahr 2024 fühlen sich rund 58 Prozent der Befragten durch Geräusche der Nachbarn und 31 Prozent durch industrielle und gewerbliche Anlagen in ihrem Wohnumfeld gestört oder belästigt. Die Geräusche der Nachbarn und die Anlagengeräusche sind somit bedeutende Ursachen für Lärmbelästigungen. </p><p>Der Lärm von Industrieanlagen und Gewerbe wird grundsätzlich im Rahmen behördlicher Genehmigungen reguliert. Dazu zählen auch der Lärm von Sport- und Freizeitanlagen sowie Baustellen. Demgegenüber ist beim sogenannten Nachbarschaftslärm eine behördliche Genehmigung nur selten notwendig oder überhaupt möglich, was sehr häufig zu Beschwerden führt. Lärmquellen aus der Nachbarschaft mit besonders hoher Störwirkung sind Gartengeräte wie Rasenmäher, gebäudetechnische Anlagen wie Wärmepumpen und persönlicher Lärm, der zum Beispiel bei privaten Feiern entsteht.</p><p>Auch von Kommunalfahrzeugen können beträchtliche Geräuschemissionen ausgehen. Als relevante Geräuschquellen sind Antriebsmotor, Pumpen, Hydrauliksysteme, Nebenantriebe und Schüttung zu nennen. Grundsätzlich sollten lärmarme Kommunalfahrzeuge eingesetzt werden. Anforderungen an lärmarme Müllfahrzeuge und Kehrfahrzeuge sind für das Umweltzeichen „Blauer Engel“ in DE-UZ 59a definiert.</p><p>Zur Reduzierung des Lärms von Produkten und Anlagen können unterschiedliche Maßnahmen getroffen werden. Hierzu gehören technische Maßnahmen zur Geräuschminderung direkt an der Quelle, leisere Betriebsweisen und eine optimale Ausgestaltung des baulichen Schallschutzes. In der Praxis ist zumeist eine Kombination dieser Maßnahmen erforderlich, um eine deutliche Minderung des Lärms zu erzielen. In vielen Fällen kann zudem die vorherige Information des Nachbarn über eine laute Aktivität, wie zum Beispiel eine Feier, die Belästigung verringern. </p>
Kältemaschinen wie Luftwärmepumpen und Klimageräte werden zunehmend zur Beheizung und Kühlung von Wohngebäuden eingesetzt. Schätzungen gehen von einem Gesamtbestand von mehr als 1,5 Millionen Geräten im Privathaushaltsbereich aus. Nur in seltenen Fällen ist eine bau- bzw. immissionsschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Deshalb kann ein höherer Bestand angenommen werden. In Deutschland werden mehr als 250.000 solcher Geräte jährlich neu errichtet, darunter sind häufig auch Geräte mit niedriger Energieeffizienz. Im Freien betriebene Kältemaschinen haben besondere Geräuschcharakteristika. Dazu zählen der Betrieb in direkter Nähe zu schützenswerten Räumen in der Nachbarschaft (Sichtweite), ein bedeutender Anteil tieffrequenter Geräusche, An- und Abschaltvorgänge in den Tagesrandstunden (Ruhezeiten), wesentliche Änderung der Betriebsgeräusche bei Abtauvorgängen nach Vereisung und oft Dauerbetrieb in der Heizperiode. Dies unterscheidet sich im Wesentlichen von typischen Lärmquellen im Wohnumfeld. Vor allem in Wohngebieten sind Betreiber und Nachbarschaft bereits bei niedrigen Geräuschpegeln stark belästigt. Der Zusammenhang zwischen Geräuschimmissionspegel und resultierender Lärmbelästigung durch Kältemaschinen ist nicht bekannt und soll durch dieses Projekt ermittelt werden. Durch Untersuchung einer repräsentativen Anzahl von Probandinnen und Probanden sollen Pegelwerte ermittelt werden, bei denen keine erhebliche Lärmbelästigung durch Luftwärmepumpen im Vergleich zu anderen Lärmquellen erwartet werden kann. Die resultierenden Geräuschpegel sollen als Förderkriterien in das Marktanreizprogramm der Bundesregierung aufgenommen werden. Darüber hinaus können somit Anforderungen für weitere Förderprogramme definiert werden, um Herstellern einen Anreiz zur Entwicklung dauerhaft lärmarmer Geräte zu bieten. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen auf einer öffentlichen Veranstaltung einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.
In diesem Forschungsvorhaben soll eine repräsentative Umfrage zur lärmbezogenen Belästigungssituation in Deutschland mit modernen Erhebungsmethoden durchgeführt werden. Dabei sollen der Entwurf der Umfrage sowie die Erhebung der Antworten durch den Forschungsnehmer erfolgen, während das Umweltbundesamt die Daten auswerten und interpretieren soll. Die Ergebnisse sollen eine Grundlage für Handlungsempfehlungen zur Minderung des Lärms liefern. Da sich die Belästigungssituation in Zukunft ändern wird, ist geplant, diese Untersuchung in regelmäßigen Abständen (z.B. im zweijährigen Rhythmus) zu wiederholen. Die subjektive Lärmbelästigung ist ein wichtiger Indikator für die Entscheidung des Gesetzgebers, welche Lärmbelastungen als erheblich oder unzumutbar anzusehen sind. Seit langem führt das UBA alle zwei Jahre die sogenannte Umweltbewusstseinsstudie durch. Im Rahmen dieser Studie wird mit zwei Fragen auch stets die allgemeine lärmbezogene Belästigungssituation in Deutschland erfragt. Die Ergebnisse fanden stets Beachtung in Politik, Fachkreisen und Öffentlichkeit. Sie sollten aber vor allem dem Gesetzgeber als Handlungsgrundlage zur Minderung des Lärms dienen. Bisher stellte sich jedoch stets die Frage, ob die Ergebnisse der Umweltbewusstseinsstudie zur Lärmbelästigung repräsentativ und vor allem ausreichend detailliert sind. In der Umweltbewusstseinsstudie konnten spezielle Einflussfaktoren der Lärmbelästigung nicht berücksichtigt werden, da die Zielstellung der Studie allgemein gefasst ist. Mit dem in diesem Datenblatt beschriebenen Forschungsvorhaben sollen auch detaillierte Fragestellungen zur Belästigungssituation (z. B. Nähe der Wohnung zu Hauptverkehrswegen oder Flughäfen, ehemals ruhige Gebiete, tief-frequente Geräusche, spezielle Lärmquellen) beantwortet werden.
Tieffrequenter Schall tritt in vielen Bereichen der natürlichen Umgebung, aber auch in unserer hochtechnisierten Umwelt auf. Teile der Bevölkerung fühlen sich durch tieffrequenten Schall aus technischen Quellen belästigt und auch in ihrer Gesundheit beeinträchtigt. In vielen Fällen wird auf ein als unzureichend empfundenes Schutzniveau Bezug genommen und eine stärkere Begrenzung der Immissionen gefordert. Es ist deshalb dringend notwendig, die möglichen Wirkungen von tieffrequenten Geräuschen zu untersuchen. Als erster Schritt wurde im Rahmen des UFOPLAN 2011 das Forschungsvorhaben 'Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall' durchgeführt. Aufbauend auf dieser Studie sollen nunmehr die möglichen Wirkungen von Infraschallimmissionen auf den Menschen im Feld analysiert werden. Dabei sind potentielle Infraschallimmissionen, die von Anlagen im Umweltbereich ausgehen können, zu bewerten. Hierzu sind geeignete Befragungsinstrumente hinsichtlich des Belästigungserlebens und der Gesundheitsbeeinträchtigung zu entwickeln. Die Feldforschung hat große Bedeutung, da in der interessierten Bevölkerung die Ergebnisse des genannten Vorläufer-Forschungsvorhabens grundsätzlich bekannt sind und tiefergehende Analysen erwartet werden.
Kernziel der umweltmedizinischen Studie ist es zu untersuchen, ob eine Assoziation von durch Windkraftanlagen (WKA) emittierten tieffrequenten Schall (inkl. Infraschall) mit adversen Gesundheitseffekten besteht. Darüber hinaus wird ein Symptomkatalog erstellt, der mit tieffrequentem Schall assoziierte Symptome enthält. Zudem wird die Dosis-Wirkungs-Beziehung in Abhängigkeit von der Dezibelzahl untersucht, indem die Exposition in zwei Kategorien (wenig und hoch exponiert) eingeteilt wird. Falls möglich, sollen vulnerable Gruppen identifiziert werden. Teil-AP E1.2: Forschungsdesign und Fragebogenentwicklung - Medizinischer Fragebogen, AP E2.2: Anwohnerbefragung und medizinische Auswertung - Teil-AP E2.2.1: Anwohnerbefragung (Kooperation MLU) -Teil-AP E2.2.2: Auswertung der umweltmedizinischen Fragestellung, AP E3: Datenauswertung umweltmedizinischer Befunde, AP E4: Empfehlungen zu Akzeptanz und Gesundheitsschutz, AP F1: Öffentlichkeitsarbeit, AP F2: Austausch und Kooperation, AP F3: Aus-, Fort-, und Weiterbildung.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 34 |
| Europa | 1 |
| Land | 19 |
| Weitere | 4 |
| Zivilgesellschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 16 |
| Text | 30 |
| unbekannt | 10 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 35 |
| Offen | 21 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 52 |
| Englisch | 8 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 3 |
| Datei | 1 |
| Dokument | 14 |
| Keine | 25 |
| Multimedia | 1 |
| Webseite | 25 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 28 |
| Lebewesen und Lebensräume | 49 |
| Luft | 56 |
| Mensch und Umwelt | 56 |
| Wasser | 25 |
| Weitere | 51 |