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LSG Fallstein

Gebietsbeschreibung Das LSG liegt in der Landschaftseinheit Nördliches Harzvorland nördlich von Osterwieck. Nach Norden schließt sich das LSG „Großes Bruch“ an. Der Große Fallstein stellt einen fast vollständig bewaldeten sanft aufragenden Muschelkalkrücken eines von Norwest nach Südost streichenden salztektonischen Breitsattels dar, der sich über den Huy fortsetzt. Der Kleine Fallstein ist ein westlich des LSG gelegener Höhenzug. Die Wälder des Großen Fallsteins sind nahezu vollständig von Ackerflächen umgeben. Lediglich am südwestlichen Rand und östlich vom Waldhaus grenzen Grünlandflächen an, teilweise umgeben von Wald. Vorwiegend am südlichen Rand des Fallsteins bilden zumeist kleinflächige Streuobstwiesen den Übergang zur offenen Landschaft. Das sehr abwechlungsreiche Relief und eine Vielzahl von Erdfällen beleben das Gebiet. Die höchste Erhebung auf dem Kamm des Fallsteins liegt bei 288 m über NN, der Hohe Fallstein erreicht 286,7 m über NN. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Das nördliche Harzvorland wurde bereits vor zirka 7500 Jahren von den Bandkeramikern besiedelt, die aus den Donaugebieten einwanderten und als Pflanzenbauer und Viehhalter seßhaft wurden. Um Flächen für den Ackerbau zu gewinnen, wurden Wälder gerodet. Der heranwachsene nacheiszeitliche Waldbestand konnte sich somit nur in Räumen entwickeln, in denen die Besiedlung aufgrund der ungünstigen naturräumlichen Gegebenheiten erschwert wurde. Ein derartiges zusammenhängendes Waldgebiet erstreckte sich, den Fallstein einschließend, zwischen Oker und Ilse und setzte sich weiter im Harz fort. Diese Waldgebiete waren von Siedlungen umgeben, so auch der Fallstein. Dies trifft bereits für die Linienbandkeramikkultur zu, wie Siedlungen bei Veltheim, Hessen, Deersheim und Osterwieck belegen, Gebiete, die auch später immer besiedelt blieben. Die Schnurkeramikkultur dagegen drang erstmals auch nach Osterode und Rhoden vor, in Gegenden, die im Rahmen des herrschaftlichen Landesausbaus entwaldet wurden, wie ihre Namen besagen. Die letzte und einschneidenste Rodungsperiode zu Beginn des 11. Jahrhunderts ließ den Fallstein als eine der wenigen ”Waldinseln” verschont. Die Ortsnamen mit der Endung ”-rode”, zum Beispiel Göddeckenrode, Wülperode, Suderode und Lüttgenrode entstanden zu dieser Zeit. Im Mittelalter wurden die Wälder zunehmend zur Streugewinnung und als Waldweide genutzt, so daß Niederwaldbetrieb vorherrschte. Die am Nordwestrand des Mitteldeutschen Trockengebietes gelegenen Lößböden galten als Vorzugsgebiete für Siedlungs- und Wirtschaftsstandorte. Hier wurde der Ackerbau zur Haupterwerbsquelle, auf deren Grundlage sich viele agrarorientierte Wirtschaftszweige entwickelten. Zur Zeit der Industrialisierung, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, entwickelte sich neben dem zentralen Wirtschafts- und Kulturzentrum Halberstadt auch die Stadt Osterwieck zu einem Handelszentrum. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Geologisch liegt das LSG in der Struktur des Subhercynen Beckens, das aus mesozoischen Sedimentgesteinen und Salzgesteinen im Untergrund, das heißt Zechstein, aufgebaut ist. Im Norden wird das Becken vom paläozoischen Grundgebirge der Flechtingen-Roßlauer Scholle und im Süden vom Harz begrenzt. Der oberflächennahe Strukturbau wird durch Fließprozesse der Salzgesteine und durch dadurch verursachte Verformungen und Brüche in den Deckschichten der Salzgesteine, also durch Salztektonik, bestimmt. Tertiäre Sedimente sind an lokale Senkungsbereiche gebunden. Die quartäre Schichtenfolge beinhaltet sowohl voreiszeitliche Schotter als auch durch die Vereisung gebildete Geschiebelehme beziehungsweise -mergel und Schmelzwassersande. Zu den jüngsten Ablagerungen gehören Fließerden, seltener Schutte und Löß. Sie sind zwar relativ geringmächtig, aber überall verbreitet. Der Große Fallstein ist eine durch salztektonische Hebung gebildete, uhrglasförmige Aufwölbung der Schichten des Muschelkalkes mit herzynischer Streichrichtung seiner Kammlinie. Der Große Fallstein erhielt seine Form durch den bevorzugten Abtrag der ihn verhüllenden weicheren Ton- und Schluffsteine des Keupers. Neben der mechanischen Erosion unterliegt der Kalkstein in stärkerem Maße der Lösung durch Wasser, das heißt der Verkarstung. Die Stärke der Verkarstung ist von der Wasserwegsamkeit des Gesteins wie Porosität, Klüftigkeit und Bankung abhängig. Erdfälle gaben dem Fallstein seinen Namen. Sie kommen im gesamten LSG vor, häufen sich aber auf den niederschlagsreichen Kuppenlagen zwischen Stüh und Breitem Stein. Die Erdfälle und die Kalksinterbildungen am nördlichen Fuße des Fallsteins sind Erscheinungen des Kalkkarstes. Die rezenten Quellkalkbildungen der Karstquelle an der Steinmühle am Nordhang des Fallsteins zeigen das Andauern dieses Prozesses bis heute. Bodengeographisch gehört der Große Fallstein zu den Muschelkalkaufwölbungen des Ostbraunschweigischen Löß-Hügellandes. Aufgrund seiner Höhenlage empfängt er einen Jahresdurchschnittsniederschlag von 600-700 mm. Die Niederschläge und die damit verbundene Bewaldung sind die Ursachen für die Vormacht der Lessivé-Böden, die im Kontrast zu den Pararendzinen und Tschernosemen der umgebenden Landschaften stehen. Auf den Hanglagen des bewaldeten Großen Fallsteins sind schwach stauvernässte Fahlerden und erodierte Fahlerden aus Löß über schuttführendem, schluffigem, olivgrünem Ton weit verbreitet. Darunter folgen Kalksteine und Kalkstein-Mergel-Wechsellagerungen des Mittleren und Unteren Muschelkalkes. In Mulden und Rinnen sind Pseudogley-Fahlerden bis Pseudogleye ausgebildet. Die höhere Lößmächtigkeit auf den nordöstlichen Hanglagen ist dabei bemerkenswert. Im Kuppenbereich ist der Löß geringmächtig und durch Umlagerungs- und pedogenetische Prozesse schutthaltig und tonig. Hier sind flach entwickelte Fahlerden, erodierte Fahlerden und Braunerden bis Kalkbraunerden vorhanden. Im Osteroder Holz wird Kalkstein und Mergel des Mittleren Muschelkalkes durch drenthestadiale Ablagerungen, das heißt Schmelzwassersande und selten Geschiebelehm, überlagert. Diese Ablagerungen sind von einer Lößdecke verhüllt, die in den Rinnenbereichen über 2 m mächtig sein kann. Im Löß und sandunterlagerten Löß sind Fahlerden entwickelt. Lokal kommen Parabraunerde-Braunerden aus Sandlöß über Schmelzwassersand und umgelagertem Sandlöß vor. Über Geschiebelehm sind Pseudogleye und Pseudogley-Fahlerden entwickelt. Am Waldhaus, auf dem südlichen Hangfuß des Großen Fallsteins, besteht der geologische Untergrund aus Schiefertonen und Schluffsteinen mit Mergelsteinbänken des Mittleren Keupers, der im Südteil transgressiv von Ablagerungen der Unteren Kreide, Tonen mit einzelnen Lagen aus Brauneisenstein-Konglomerat, überlagert ist. Darüber lagern im Norden dieses Gebietes Geschiebelehme und Schmelzwassersande. Die Lößdecke erreicht teilweise eine Mächtigkeit von einem Meter. Die größte Fläche nehmen Fahlerden und erodierte Fahlerden ein. In geringmächtigen Lößdecken sind Braunerden bis Braunerde-Rendzinen und Pelosole entwickelt. Selten sind die Täler beständig wasserführend. Hier kommen Gleye und Anmoorgleye vor. Das Grundwasser liegt als Kluftwasser oder Porenwasser im karbonathaltigen Festgestein des Fallsteins vor. Eine Grundwasserscheide erstreckt sich entlang des Kammes, so daß das Grundwasser in südwestliche Richtung zur Ilse und in nordöstliche Richtung zum Großen Bruch hin fließt. Während die Grundwasserflurabstände südlich der Grundwasserscheide 100 m betragen, nehmen sie nordöstlich davon auf weniger als 20 m ab. Trinkwasserschutzgebiete befinden sich im westlichen und nordöstlichen Bereich des LSG. Vor allem an den westlichen bis südlichen Hängen führen die Täler Wasser, das sich am Rande des Fallsteins in Bächen, zum Beispiel im Mühlgraben, ansammelt, die in Richtung Ilse entwässern. In nördliche Richtung, zum Großen Bruch hin, entwässern beipielsweise der Steinbach und der Zieselbach. Die jährlichen Niederschläge liegen am Großen Fallstein bei über 600 mm, das Mittel der Lufttemperatur beträgt 8,5°C. Teilweise flächenhafte Kaltluftströmungen fließen überwiegend vom Fallstein in südwestliche Richtung ab. Pflanzen- und Tierwelt Die potentiell natürliche Vegetation des Fallsteins ist der Haargersten-Buchenwald, der in Teilen des LSG noch in seiner natürlichen Ausprägung vorhanden ist. Das LSG ist nahezu vollständig bewaldet und wird von großflächigen Laubmisch- und Laub-Nadelwäldern eingenommen. Die Übergangsstellung des Gebietes zwischen dem östlichen und dem westlichen subherzynen Harzvorland kommt durch Arealüberschneidungen von subkontinental verbreiteten Arten, zum Beispiel Frühlings-Adonisröschen, Diptam oder Weißes Fingerkraut, und subatlantisch orientierten Buchenwaldpflanzen wie Erdbeer-Fingerkraut, Waldgerste oder Wald-Schwingel zum Ausdruck. Neben verschiedenen Buchenwaldformen tritt besonders an den südexponierten Hängen ein Traubeneichen-Hainbuchenwald auf. Hier sind der Baumschicht Feld-Ahorn und Elsbeere beigemischt, und in der Bodenflora treten eindrucksvoll Türkenbund-Lilie und Vielblütige Weißwurz in Erscheinung. Weit verbreitet in der Strauchschicht des Gebietes ist der Seidelbast. Im Süden des LSG befindet sich ein Ahorn-Eschen-Gründchenwald, der einen besonders schönen Frühjahrsaspekt aufweist. Hohe Schlüsselblume, Hohler Lerchensporn, Märzbecher, Bären-Lauch und Aronstab bilden dann einen dichten Blütenteppich. Zahlreiche weitere bemerkenswerte Pflanzen, viele davon zählen in Sachsen-Anhalt zu den gefährdeten Arten, sind am Fallstein zu betrachten. So kommen Geflecktes, Stattliches und Purpur-Knabenkraut, Fliegen-Ragwurz, Gemeine Akelei, Weiße Waldhyazinthe und Fransen-Enzian vor. Die Wälder des Fallsteins werden von einer artenreichen Kleinvogelwelt bewohnt und zeichnen sich durch eine hohe Greifvogeldichte aus. Hier ist besonders der Rotmilan zu erwähnen, der im nördlichen Harzvorland weltweit seinen Verbreitungsschwerpunkt hat. In den Abendstunden kann man bei etwas Geduld auch den "Schnepfenstrich" beobachten, den Balzflug der Waldschnepfe. An den wenigen feuchten Stellen des Gebietes kommen Erdkröte, Gras- und Teichfrosch vor. Auch Blindschleiche und Zauneidechse gehören zu den Bewohnern des LSG. Entwicklungsziele Besonders die oberen Lagen des Fallstein-Höhenzuges sind durch forstliche Nutzungen sehr eintönig geworden. An anderen Stellen setzten bereits umfangreiche Maßnahmen zur Förderung der Buchenverjüngung ein. Die bestehenden Laub-Nadelmischbestände sowie die kleinflächigen Nadelforste sind langfristig in naturnahe Laubwälder umzuwandeln. Die Waldgebiete des Fallsteins sind besonders für die Naturbeobachtung geeignet. Erforderliche infrastrukturelle Maßnahmen verlangen eine besondere Rücksichtnahme. Sie bedürfen vor allem einer Abstimmung mit dem erforderlichen Ausbau von Wander- und Radwanderwegen. Exkursionsvorschläge Durch das Waldgebiet des Fallstein führen Wanderwege, die auch mit dem Fahrrad befahren werden können. Der Verbindungsweg der Ortschaften Hessen und Rhoden durchquert das LSG im nördlichen Bereich. Den höchsten Abschnitt des Weges legt man durch das NSG „Großer Fallstein“ zurück, wo man am Fuß des Hohen Fallsteins vorbei bis auf 278 m über NN gelangt. Je nach Fahrtrichtung verläßt man bei zirka 210 m über NN am östlichen Rand beziehungsweise bei 220 m über NN am westlichen Rand das Waldgebiet und damit das Landschaftsschutzgebiet. Eine andere Möglichkeit, das LSG zu durchwandern oder mit dem Fahrrad zu erkunden, bietet sich in Nord-Süd Richtung von Veltheim nach Osterwieck. Vorbei am Veltheimer Friedhof erreicht man auf diesem Weg die Wald- und gleichzeitig LSG-Grenze, überquert bei 278 m über NN den Kamm des Fallsteins, der gleichzeitig Kreuzungspunkt mit dem Fahrradweg Hessen-Rhoden ist, und benutzt diesen in westliche Richtung, bis nach etwa 30 m ein Weg in südliche Richtung nach rechts abzweigt. Nach zirka 150 m verläßt man den Weg und begibt sich in südliche Richtung. Jetzt führen mehrere Wege deutlich abwärts, bis man schließlich Osterwieck erreicht, eine Stadt, in welcher sich ein Spaziergang durch den Stadtkern lohnt. Osterwieck Neben Goslar und Halberstadt liegt Osterwieck als eine der bedeutendsten Städte dieser Region zirka 2 km südlich des LSG an der Ilse. Vermutlich ist die Stadt, an der alten Handelstraße zwischen Halberstadt, Braunschweig und Hildesheim liegend, identisch mit dem um 780 unter Karl des Großen eingerichteten Missionsbistum Seligenstadt. Der Name Osterwieck wurde erstmals im Jahr 1073 urkundlich erwähnt. Obwohl das Bistum kurz nach 800 nach Halberstadt verlegt wurde, spielte Osterwieck wirtschaftlich weiter eine wichtige Rolle. Anfang des 13. Jahrhunderts gab es in der Stadt zwei Kirchen, die Stephanikirche und die Nikolaikirche, um welche sich jeweils eine Siedlung etablierte. Ende des 15. Jahrhunderts wurde eine Mauer um diesen Stadtkern errichtet, die heute nur noch in kleinen Resten erhalten ist. Neben Goslar oder Quedlinburg gehört Osterwieck zu den Städten, in denen das niedersächsische Fachwerk des 16. und 17. Jahrhunderts noch an vielen Gebäuden erhalten ist. Anlaß für den Bau dieser Fachwerkhäuser war im Jahr 1511ein Brand. Der gesamte Stadkern steht unter Denkmalschutz. Von den 328 Gebäuden gelten 118 als Einzeldenkmal. Besucht man zum Beispiel Eulenspiegels Osterwiecker Adresse, Schulzenstraße Nr. 8, steht man vor einem Fachwerkhaus des Jahres 1534. Die närrische Bilderschrift vor dem Eingang versetzt den Besucher in die sagenhafte Welt des Till Eulenspiegel, der von der Magdeburger Ratslaube fliegen wollte, in Bernburg ein querulanter Turmwächter war und vor dem Halberstädter Dom mit Brot und in Quedlinburg mit Hühnern handelte. In der sachlichen Deutung der geschnitzten Bilder kann man auf dem Wappen eine Schere erkennnen, die auf die Schneiderherberge im Eulenspiegelhaus hindeutet. Ein weiteres Zeichen in Osterwieck nahe des Marktes zeigt Zweige, einen Warenballen, ein Faß, einen Ankter und den geflügelten Merkurstab, das Symbol der Kaufleute. In der heutigen Rössingstraße erbaute im Jahre 1579 Ludolph von Rössing den ”Bunten Hof”, von dem leider nur noch ein Flügel mit einem Treppentürmchen erhalten geblieben ist. Der Name erinnert an den Brauch, Fachwerkfelder ursprünglich mit Malereien zu verzieren. Die Wendeltreppe im Turm führt hinauf zum ”Rittersaal”, der nicht nur die Wohlhabenheit des Besitzers, sondern auch die Meisterschaft der Zimmerer zeigte. Doch darf der Besucher von den Fachwerkhäusern Osterwiecks keine allzubunten Farben erwarten, da damals Erdfarben wie dunkles Balkenbraun oder Schwarz, Lehmgelb und verhalten wirkendes Blau und Rot verwendet wurden. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts; © 2000; Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt; ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband; © 2003; Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt; ISBN 3-00-012241-9; LSG "Waldgebiet Fallstein" Letzte Aktualisierung: 29.07.2019

Scriptum 20: Sedimente des Paläokarsts im devonischen Massenkalk von Wülfrath (Bergisches Land) - PDF

Das Heft Nr. 20 aus der Serie „scriptum – Arbeitsergebnisse aus dem Geologischen Dienst Nordrhein-Westfalen“ präsentiert die Ergebnisse umfangreicher geowissenschaftlicher Untersuchungen der Kalksteinvorkommen des nördlichen Bergischen Landes. Die vielfältigen Karstsedimente von Wülfrath und zwei anderen Vorkommen im westlichen rechtsrheinischen Schiefergebirge werden unter sedimentpetrographischen, geochemischen und paläontologischen Gesichtspunkten beschrieben. Der devonische Massenkalk der Region ist in der Erdvergangenheit zu unterschiedlichen Zeiten von Verkarstung, beziehungsweise Paläoverkarstung mit beträchtlicher Hohlraumbildung und anschließender Sedimenteinfüllung, betroffen gewesen. [2011. 64 S., 41 Abb., 5 Tab.; ISSN 1430-5267]

Nr. 48.14: AG B2, Steinsalz - Mindestanforderungen im Gesetz und in der Anwendung, Dokumentation vom 06.02.2021

Beitrag im Rahmen der FKTG: Handlungsbedarf: Karststrukturen: detaillierte Betrachtung der lokalen Geologie in weiterer Phase – Gegenargument: Karststrukturen müssten eigentlich über Ausschlusskriterium ausgeschlossen worden sein (Kriterium 2: atektonische Störungszonen) Wortprotokoll, S. 53: Karststrukturen müssten eigentlich bereits in diesem ersten Schritt per AK aktive Störungszonen/atektonische Störungen ausgeschlossen worden sein. Stellungnahme der BGE: Die BGE bedankt sich für den Hinweis und Diskussionsbeitrag. Die Anmerkung in der FKTG ist korrekt, dass Karststrukturen über das Ausschlusskriterium Aktive Störungszonen bereits in Schritt 1 der Phase I erfasst und angewendet wurden. Maßgeblich für die Anwendung war dabei der Nachweis, dass der Entstehungshorizont für die Verkarstung tiefer als 300 m unter GOK (also in der endlagerrelevanten Teufe) nachgewiesen ist. Da Bereiche in denen Verkarstungsprozesse mit Entstehungsteufe über 300 m unter GOK auftreten, bereits über das Ausschlusskriterium erfasst und ausgeschlossen wurden, war eine Prüfung der Barriereintegrität für den betroffenen Bereich nicht notwendig. Initiale Rückmeldung im Rahmen der FKTG: Wortprotokoll, S. 58: "...Fakt ist halt, dass wir wissen, dass wir es auf jeden Fall noch nicht vollumfänglich angewendet haben, und es aber Phänomene sind, die wir uns für die Zukunft noch anschauen werden." Wortprotokoll, S. 58: Karststrukturen sind im Rahmen der atektonischen Störungszonen schon berücksichtigt, aber wenn der Nachweis der Entstehungsteufe > 300 m nicht eindeutig war, dann gab es im Zweifelsfall keinen Ausschluß. Im Rahmen der Mindestanforderungen muss jetzt im Nachhinein bewertet werden, inwiefern die Karststrukturen einen Faktor für die Einschätzung der Barriereintegrität sind. Stellungnahme einer externen Prüfstelle:nicht vorhanden.

Einvernehmen zum Vorhaben "Grundwassermessstellen und Baugrunderkundungsbohrungen in Rosdorf, Gemarkung Brackenberg (Flur 1, Flurstück 50/3 und Flur 2, Flurstücke 10/1, 11/4 und 21/3)"

Ak te n ze ic h en : B A S E 2 11 0 2/ 0 9# 0 29 1 Erklärung des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung über das Einvernehmen nach § 21 Absatz 2 Satz 3 Standortauswahlgesetz zum Vorhaben Errichtung von Grundwassermessstellen und Baugrunderkundungsbohrungen in Rosdorf, Gemarkung Brackenberg Der Landkreis Göttingen hat über das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz mit Schreiben vom 19.04.2021 (Aktenzeichen: Ref23-62034/04-0290) beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) für die Errichtung von drei Grundwassermessstellen und zwölf Baugrunderkundungsbohrungen in Rosdorf, Gemarkung Brackenberg (Flur 1, Flurstück 50/3 und Flur 2, Flurstücke 10/1, 11/4 und 21/3) um die Erteilung des Einvernehmens ersucht. Dieses Vorhaben mit geplanten Bohrteufen von 120 m wurde auf Grundlage der Kriterien des § 21 Absatz 2 und 3 Standortauswahlgesetz (StandAG) geprüft. Der Geologische Dienst im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) kommt in seiner dem Schreiben des Landkreises Göttingen beigefügten Stellungnahme vom 13.04.2021 zu dem Prüfergebnis, dass der Vorhabenstandort innerhalb eines identifizierten Gebietes nach § 13 Absatz 2 Satz 1 StandAG liege und das Vorhaben aufgrund des § 21 Absatz 2 Satz 1 StandAG zugelassen werden könne. Gemäß dieser Stellungnahme des LBEG befindet sich der Vorhabenstandort innerhalb des von der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH nach § 13 Absatz 2 Satz 1 StandAG ausgewiesenen identifizierten Gebietes mit der Kennung 197_04IG_S_f_z. Weiterhin ist den Ausführungen des LBEG zu entnehmen, dass die beantragten Bohrungen unter einer geringmächtigen quartären Auflage voraussichtlich bis zu einer Teufe von mindestens 80 m bis 100 m in im Wesentlichen aus Kalkstein bestehenden Schichten des Unteren Muschelkalks lägen. Eventuell würden im Bohrlochtiefsten noch Tonsteine des Oberen Buntsandsteins (Röt) erbohrt. Diese würden noch mindestens über Zehnermeter bis ggf. über 100 m Teufe unverritzt verbleiben. Da es sich bei den erwarteten Gesteinen im Wesentlichen um Kalksteine handeln würde, die voraussichtlich auch eine gewisse Verkarstung aufweisen, sei nicht zu erwarten, dass Gesteinsschichten erheblich geschädigt werden würden, die einen langfristigen Schutz darunterliegender Schichten bewirken könnten oder die langfristig im Sinne einer zusätzlichen Barriere wirken könnten. Der Salzspiegel des Zechsteins würde zudem unterhalb der Schichten des Buntsandsteins in einer Teufe von mindestens 800 m liegen. Auf Grundlage der Ausführungen des LBEG, des Landkreises Göttingen sowie nach eigener Prüfung erklärt das BASE sein Einvernehmen hinsichtlich der Erteilung der Zulassung für das vorgenannte Vorhaben aufgrund des § 21 Absatz 2 Satz 1 Nr. 4 StandAG. Die Erteilung des Einvernehmens ist nicht selbständig anfechtbar. Berlin, 28.04.2021 Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung Im Auftrag

Landschaft des Jahres 2010 / 2011 ist der Slowakische Karst - Aggtelek Karst

Die Präsidentenkonferenz der Naturfreunde Internationale (nif)hat die Karstregion im Grenzgebiet zwischen Nordungarn und der Südslowakei zur Landschaft des Jahres 2010/2011 – Slowakischer Karst - Aggtelek Karst ernannt.

Bodenschutzwald und Lawinenschutzwald

Umfasst gesetzlichen Bodenschutzwald nach § 30 LWALDG. Wälder auf erosionsgefährdeten Standorten (beispielsweise rutschgefährdete Hänge, felsige oder flachgründige Steilhänge, zur Verkarstung neigende Standorte und Flugsandböden) sind als Bodenschutzwald geschützt und müssen besonders schonend bewirtschaftet werden. Bodenschutzwald schützt seinen Standort sowie benachbarte Flächen vor den Auswirkungen von Wasser- und Winderosion, Bodenrutschungen, Auskolkungen, Erdabbrüchen, Bodenkriechen und Steinschlägen, Aushagerungen und Humusschwund, Bodenverdichtungen und Vernässungen. Eine Sonderform des Bodenschutzwaldes ist der Lawinenschutzwald. Der Lawinenschutzwald soll die Entstehung von Schneebewegungen jeder Art wie Schneekriechen, Schneegleiten, Schneerutschen und Lawinen aus dem Wald verhindern, sowie oberhalb der Waldgrenze abgerissene Lawinen nach Möglichkeit lenken, bremsen und zum Stillstand bringen.

Welche Rolle spielt Subrosion bei der Standortauswahl? (PDF)

Welche Rolle spielt Subrosion bei der Standortauswahl? Marie-Luise Richter, Cosima Burkert & Dr. Dorothea Reyer / Bereich Standortauswahl 1. Einleitung Der Einschluss von Radionukliden in einem Endlagersystem ist gemäß Standortauswahlgesetz für den einschlusswirksamen Gebirgsbereich über einen Bewertungszeitraum von einer Million Jahren sicherzustellen. Subrosion gehört zu den Prozessen, welche die Barriereeigenschaften negativ beeinflussen können. Aufgrund der potenziellen Schädigung im Wirtsgesteinsbereich mit Barrierefunktion (WbB) und im Deckgebirge hat die Bewertung von Subrosionsprozessen für das Wirtsgestein Steinsalz eine besondere Rolle bei den repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU). 2. Was ist Subrosion? Subrosion (auch Verkarstung genannt) bezeichnet die unterirdische Verwitterung/Auslaugung und Verfrachtung von leicht löslichen Gesteinen, wie z. B. Steinsalz oder Kalkstein, durch den Kontakt mit geringer mineralisierten Grundwässern (Abb. 1). Abb. 1: Schematische Darstellung von Subrosionserscheinungen. Quelle: BGE In der Folge können Wegsamkeiten für weitere Fluidbewegung im Untergrund entstehen und es kann zum Verbruch von Lösungshohlräumen kommen. Um die Existenz sowie die möglichen Auswirkungen von Subrosion auf die Sicherheit des Endlagersystems zu analysieren, müssen Daten über morphologisch sichtbare Strukturen an der Erdoberfläche wie z. B. Erdfälle, Subrosions- senken (Pfeffer 2003) und fossile, morphologisch häufig nur schwer erkennbare Einbruchstrukturen ausgewertet werden. Beispiele von Subrosions- strukturen sind aus der intensiven Erkundung des Salzstocks Gorleben verfügbar. Diese tragen dazu bei, Subrosionsprozesse und ihre Auswirkungen auf einen WbB im Steinsalz besser zu verstehen (Abb. 2). Abb. 2: Schematische, nichtmaßstäbliche Darstellung der Schichtenfolge mit charakteristischem Gefüge innerhalb des Hutgesteins über dem Salzstock Gorleben sowie Kernfotos typischer Lithologien der Abfolge. Profil verändert nach Bornemann & Fischbeck 1985, Bornemann & Fischbeck 1986, Fotos verändert nach BGR (o. J.) 3. Der rvSU-Prozess Der geogene Prozess der Subrosion kann sich in Form von verschiedenen oberflächlichen und unterirdischen Strukturen zeigen (Abb. 3). Subrosion findet im Rahmen der rvSU an mehreren Stellen Berücksichtigung. Zunächst erfolgt in der rvSU eine Analyse des Ist- Zustands von WbB und Deckgebirge. Aktuell stattfindende Subrosion mit potenziell negativer Beeinflussung des WbB wird in Anlehnung an die Ausschlusskriterien im ersten Prüfschritt bewertet. In Prüfschritt 2 werden Gebiete betrachtet, für die eine erhöhte Gefahr einer zukünftigen Schädigung des WbB durch Subrosionsprozesse für den erforderlichen Nachweiszeitraum besteht (BGE 2023/3). Abb. 4: Definition des rvSU-Kriteriums „Ungünstige Tiefenlage Steinsalz (Subrosion)“ für Prüfschritt 2. Quelle: BGE Abb. 3: Schematische Darstellung von Subrosionsprozessen und -erscheinungen an wasserlöslichen Gesteinsschichten, die in den rvSU betrachtet werden. Quelle: BGE Um eine fundierte Grundlage für die durchzuführende Bewertung des sicheren Einschlusses von Radionukliden im Endlagersystem mit Blick auf Subrosionsprozesse zu schaffen, wurde das Vorhaben „Subrosion-ewG“ initiiert. Im Rahmen von „Subrosion-ewG“ wurden bereits die von Subrosion betroffenen Gebiete in Deutschland sowie die auf den Subrosionsprozess einwirkenden Faktoren systematisch zusammengestellt. Die BGE hat daraus für Prüfschritt 2 das rvSU-Kriterium „Ungünstige Tiefenlage Steinsalz (Subrosion)“ abgeleitet (Abb. 4), um eine mögliche Schädigung des WbB durch Subrosion weitgehend ausschließen zu können. 4. Ausblick Im Rahmen der Entwicklungen und in Prüfschritt 4 sollen mögliche, zukünftige Veränderungen durch den Prozess der Subrosion am WbB und im Deckgebirge für die unterschiedlichen Klimaszenarien in den nächsten eine Millionen Jahren beschrieben und deren Auswirkungen abgeschätzt werden. Da der Abstand zum Grundwasser eine entscheidende Rolle spielt, wird außerdem der Schutz durch grundwasserhemmende Schichten im Hangenden des WbB betrachtet. In den geowissenschaftlichen Abwägungskriterien wird schließlich der zusätzliche Schutz des WbB durch einen günstigen Aufbau des Deckgebirges gegen Subrosion bewertet. Literatur BGE (2023/3): Vorgehen zur Ermittlung von Standortregionen aus den Teilgebieten. Peine: Bundesgesellschaft für Endlagerung - BGE. https://www.bge.de/fileadmin/user_upload/Standortsuche/Wesentliche_Unterlagen/Methodik/Phase_I_Schritt_2/20231004_Vorgehen_zur_Ermittlung_von_Standortregionen_aus_den_Teilgebieten_barrierefrei.pdf BGR (o. J.): Schautafel im Kernlager der BGR. Kernlager der BGR. Bornemann, O. & Fischbeck, R. (1985): Salzspiegelbohrung GoHy 3155 - Schichtenverzeichnis ab Oberfläche des Salzstocks. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Hannover Bornemann, O. & Fischbeck, R. (1986): Ablaugung und Hutgesteinsbildung am Salzstock Gorleben. Z. dt. geol. Ges., Bd. 137 (1). S. 71 – 83 StandAG: Standortauswahlgesetz vom 5. Mai 2017 (BGBl. I S. 1074), das zuletzt durch Artikel 8 des Gesetzes vom 22. März 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 88) geändert worden ist www.bge.de Tage der Standortauswahl 2024 / Goslar GZ: SG01201/5-6/1-2024#19 | Objekt-ID: 11189948 | Stand 27.03.2024

Anlage 1A - Ergebnisse der Bewertung: Teil A (Teilgebiete) (PDF)

Anlage 1A (zum Fachbericht Teilgebiete und Anwendung Geowissenschaftliche Abwägungskriterien gemäß § 24 StandAG) Ergebnisse der Bewertung: Teil A (Teilgebiete) Stand 28.09.2020 Geschäftszeichen: SG02102/5-5/2-2020#12 – Objekt-ID: 829573 – Revision: 000 Ergebnisse der Bewertung: Teil A (Teilgebiete) Gebiet:_ _ _ _ 001_00TG_032_01IG_T_f_jmOPT Wirtsgestein:Tongestein Bewertung Gebiet:A: günstig Begründung Gebiet: Das identifizierte Gebiet 032_01IG_T_f_jmOPT liegt im Grenzbereich der Bundesländer Baden- Württemberg und Bayern. Es bezieht sich auf die stratigraphische Einheit Mittlerer Jura, welche das Wirtsgestein Tongestein enthält. Es hat eine Fläche von 4241 Quadratkilometern und eine maximale Mächtigkeit von 300 Meter. Die Basisfläche des identifizierten Gebietes befindet sich in einer Teufenlage von 400 bis 1500 Meter unterhalb der Geländeoberkante. Sieben der elf Kriterien wurden nach dem Referenzdatensatz Tongestein (BGE 2020b) bewertet, dabei sind sechs Kriterien mit „günstig“ und ein Kriterium mit „nicht günstig“ bewertet. Den gebietsspezifisch bewerteten Kriterien kommt, im Vergleich zu den Referenzdatensätzen, in der jetzigen Phase des Standortauswahlverfahrens eine besondere Bedeutung zu. Eine individuelle Bewertung für jedes identifizierte Gebiet erfolgte für Tongestein für die Kriterien 2 (Konfiguration), 3 (Charakterisierbarkeit), 4 (langfristige Stabilität) und 11 (Deckgebirge). Das „Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper“ wurde aufgrund des Indikators „Barrierenmächtigkeit [m]“ mit „bedingt günstig“ bewertet. Das „Kriterium zur Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit“ wurde mit „günstig“ bewertet. Das „Kriterium zur Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse“ wurde aufgrund des Indikators „Zeitspanne, über die sich die Gebirgsdurchlässigkeit des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs nicht wesentlich verändert hat“ mit „bedingt günstig“ bewertet. Das „Kriterium zur Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge“ wurde mit „bedingt günstig“ bewertet. Diese Bewertung ergibt sich aus der bedingt günstigen Bewertung des Indikators „Keine Ausprägung struktureller Komplikationen (zum Beispiel Störungen, Scheitelgräben, Karststrukturen) im Deckgebirge, aus denen sich subrosive, hydraulische oder mechanische Beeinträchtigungen für den einschlusswirksamen Gebirgsbereich ergeben könnten“. Die bedingt günstige Bewertung des Indikators „Zeitspanne, über die sich die Gebirgsdurchlässigkeit des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs nicht wesentlich verändert hat“ resultiert aus der Tatsache, dass im nördlichen Teil des identifizierten Gebietes der Mittlere Jura von einem bedeutenden Karstgrundwasserleiter des Oberen Jura überlagert wird. Die Verkarstung beeinflusste im Miozän und Pliozän zunehmend tiefere Bereiche (Hoth et al. 2007; Geyer et al. 2011). Im Süden des identifizierten Gebietes ist der Mittlere Jura nicht von verkarsteten Abfolgen überlagert (Geyer et al. 2011). Der südliche Teil des identifizierten Gebietes weist außerdem einen Bereich auf, in dem sowohl eine bedingt günstige Mächtigkeit als auch eine günstige Tiefenlage flächig vorliegen. Des Weiteren ist dieser Bereich des identifizierten Gebiets ausreichend groß um einen einschlusswirksamen Gebirgsbereichs von 10 Quadratkilometern (BT-Drs 18/11398, S. 71) in einem Bereich ohne beeinträchtigende strukturelle Komplikationen im Deckgebirge zu realisieren. Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher insgesamt eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten. Weitere Informationen finden sich in BGE (2020k) sowie BGE (2020b). Literatur: BGE (2020b): Referenzdatensätze zur Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien im Rahmen von § 13 StandAG - Grundlagen. Peine: Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) BGE (2020k): Teilgebiete und Anwendung Geowissenschaftliche Abwägungskriterien gemäß §24 StandAG. Untersetzende Unterlage zum Zwischenbericht Teilgebiete. Peine: Bundesgesellschaft Geschäftszeichen: SG02102/5-5/2-2020#12 - Objekt-ID: 829573 - Revision: 000 2 Ergebnisse der Bewertung: Teil A (Teilgebiete) für Endlagerung mbH BT-Drs 18/11398 (2017): Entwurf eines Gesetzes zur Fortentwicklung des Gesetzes zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle und anderer Gesetze Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (Hrsg.) (2011): Geologie von Baden-Württemberg. 5. Aufl. Stuttgart: Schweizerbart. ISBN 9783510652679 Hoth, P., Wirth, H., Reinhold, K., Bräuer, V., Krull, P. & Feldrappe, H. (2007): Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen Deutschlands. Untersuchung und Bewertung von Tongesteinsformationen. Berlin / Hannover: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) 1: Kriterium zur Bewertung des Transportes radioaktiver Stoffe durch Grundwasserbewegungen im einschlusswirksamen Gebirgsbereich Bewertung: A: günstig Die Bewertung der Indikatoren und des Kriteriums erfolgte auf Basis des Referenzdatensatzes Tongestein (siehe BGE 2020b und BGE 2020k). Die Gesamtbewertung des Kriteriums 1 für das vorliegende identifizierte Gebiet ergibt sich aus den Einzelbewertungen der Indikatoren „Abstandsgeschwindigkeit des Grundwassers [mm/a]“ („günstig“), „Charakteristische Gebirgsdurchlässigkeit des Gesteinstyps [m/s]“ („günstig“), „Charakteristischer effektiver Diffusionskoeffizient des Gesteinstyps für tritiiertes Wasser (HTO) bei 25 °C [m²/s]“ („günstig“), „Absolute Porosität“ („günstig“) und „Verfestigungsgrad“ („günstig“). Dementsprechend erfolgt die Gesamtbewertung ebenfalls als „günstig“. Grundsätzlich sind In-situ erfasste Messwerte nötig, um Grundwasserbewegungen im einschlusswirksamen Gebirgsbereich zu beurteilen oder die charakteristischen Eigenschaften des Wirtsgesteins zu ermitteln. Bei fehlender standortspezifischer Datengrundlage lassen sich jedoch Aussagen über die Durchlässigkeit von Tongestein auf Basis einer Reihe wissenschaftlicher Publikationen sowie bergmännischer Erfahrungen machen. Derzeit sind die fünf Indikatoren zur Bewertung des Transports radioaktiver Stoffe durch Grundwasserbewegungen als „günstig“ zu bewerten. Absolute Porosität (Dieser Indikator kommt nicht zur Anwendung, da bereits der Indikator charakteristischer effektiver Diffusionskoeffizient angewendet wurde) Verfestigungsgrad (Dieser Indikator kommt nicht zur Anwendung, da bereits der Indikator charakteristischer effektiver Diffusionskoeffizient angewendet wurde) Abstandsgeschwindigkeit des Grundwassers A: günstig Begründung siehe BGE (2020b): Referenzdatensätze zur Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien im Rahmen von § 13 StandAG - Grundlagen. Peine: Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE). Weitere Informationen zu den Bewertungen siehe BGE (2020k): Teilgebiete und Anwendung Geowissenschaftliche Abwägungskriterien gemäß § 24 StandAG. Untersetzende Unterlage zum Zwischenbericht Teilgebiete. Peine: Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE). Geschäftszeichen: SG02102/5-5/2-2020#12 - Objekt-ID: 829573 - Revision: 000 3

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Planfeststellungsverfahren zur Stilllegung des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben Verfahrensunterlage Titel:Projekt Morsleben Geologische Bearbeitung von Kreide und Tertiär Autor:Lotsch, D. Erscheinungsjahr:1998 Unterlagen-Nr.:I 064 Revision:00 Unterlagenteil:Teil 1 von 2 2 Inhaltsverzeichnis Ver kürzte Zusammenfassung4 1Einleitung5 2Untersuchungsgebiet6 2.1Lage und Begrenzung des Untersuchwlgsgebietes6 2.2Geologisch-tektonischer Rahmen7 3Erkundungsmaßnahmen und Untersuchungsmethoden8 3.1Kenntnisstand 19808 3.2Standorterkundung ERA Morsleben10 3.2.1Untersuchungsprogramm 1983-198510 3.2.2Untersuchungsprogramm 1988-199010 3.2.3Untersuchungsprogramm 1993 - 199512 3.2.4Seismische Untersuchungen13 3.2.5Probenuntersuchungen14 3.3Sonstige im Untersuchungsgebiet seit 1980 durchgeführte Arbeiten mit Belang für die geologi- sche Auswertung von Oberkreide und Tertiär15 3.3.1Gravimetrische Messungen15 3.3 .2Hydrogeologische Bolmmgen im nördlichen und nordwestlichen Vorfeld des Quarzsandtage-baues Walbeck16 3.3 .3Bohrwlgen Deponie Lange Berge18 4Geologie der Schichtenfolge von Kreide und Tertiär19 4.1Stratigraphische Gliederung19 4.1.1Grundlagen der stratigraphischen Gliederung19 4.1.2Biostratigraphische Stellung der jungoberkretazischen Abfolge19 4.1.3Biostratigraphische Stellung der tertiärenAblagerungen25 4.1.4Auswertung der qualitativen Schwerrnineral-Untersuchungen zu stratigraphischen Zwecken27 4.2Kreide29 4.2.1Lithologische Beschreibung der Schichtenfolge29 4.2.1.1Ober-Turon bis Unter-Coniac (krto-krccu)29 4.2.1.2 Campan (krca)29 4.2.1 .3 Ober-Campan bis Unter-Maastricht (krcao-krmau)32 3 4.2.2 Paläogeographie, heutige Verbreitung, Mächtigkeit und Lagerungsverhältnisse der jüngeren Oberkreide (Oberes Unter-Campan bis Unter-Maastricht) 4.2.2.1 Paläogeographie der jüngeren Oberkreide 37 37 4.2.2.2 Heutige Verbreitung, Mächtigkeit und Lagerungsverhältnisse der jüngeren Oberkreide in der Allertalzone40 4.3Tertiär (t)56 4.3.1Lithologische Beschreibung der Schichtenfolge56 4.3.1.1Unter- bis Ober-Paläozän (tpau-tpao)56 4.3.1.2 Ober-Paläozän (tpao) (?) bis Unteres Unter-Eozän (teouu)57 4.3.1.3 Mittel-Eozän (teom) und Ober-Eozän (teoo)59 4.3.1.4 Unter-Oligozän (tolu)67 4.3.1.5 Ober-Oligozän (tolo)69 4.3.1.6 Pliozän (tpl) ?70 4.3.271 Paläogeographie, heutige Verbreitung, Mächtigkeit und Lagerungsverhältnisse des Tertiärs 4.3.2.1 Paläogeographie des Tertiärs71 4.3.2.2 Heutige Verbreitung, Mächtigkeit und Lagerungsverhältnisse des Tertiärs77 4.4Subrosion und Verkarstung in der Allertalzone96 4.4.1Zur Entstehung der jungoberkretazischen Senke auf der Allertalsalzstuktur96 4.4.2Zum zeitlichen Ablauf von Subrosion und Verkarstung von der jüngeren Oberkreide bis in dasQuartär97 5.Zusammenfassung108 6.Literaturverzeichnis113 7.Verzeichnis der Abkürzungen122 8.Verzeichnis der Tabellen124 9.Verzeichnis der Abbildungen125 10.Verzeichnis der Anlagen126 Anhang: Tafeln 1-14 mit Bildem 1-31 Gesamtseitenzahl des Berichtes: 128 Gesamtseitenzahl des Anhanges: 29 Gesamtblattzahl der Anlagen: 34

Antwortschreiben des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg an die BGE zur Datenanfrage zu Aktiven Störungszonen - atektonische Vorgänge nach StandAG (PDF)

afe-/ von Poststelle 18, Feb. 2020 Baden-Württemberg Bereich Standortauswahl MINISTERIUM FÜR UMWELT, KLIMA UND ENERGIEWIRTSCHAFT Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ow• Postfach 103439 • 70029 Stuttgart Bundesgesellschaft für Endlagerung mbh' (BGE) - Standortauswahl - Eschenstraße 55 I 31224 Peine 1g; WI 2,n1 Stuttgart 13. Februar 2020 Name Durchwahl +49 (711) 126- E-Mail um.bwl.de Aktenzeichen 41W-4760/115 (Bitte bei Antwort angeben!) Mdk Daten für die Anwendung des Ausschlusskriteriums Aktiven Störungszonen - atektonische Vorgänge nach StandAG Ihre Email vom 29. Januar 2020 Anlage Anschreiben LGRB Sehr geehrte Damen und Herren, zu Ihrer Email vom 27. Januar 2020 und Ihrer Datenanfrage „Aktive Störungszonen — Atektonische Vorgänge" für die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungs- kriterien gemäß Standortauswahlgesetz teilen wir Ihnen mit, dass dem LGRB über die bereits gelieferten Daten hinaus keine weiteren Datensätze zur Verfügung stehen. Im beiliegenden Anschreiben führt das LGRB jedoch einschlägige Fachliteratur auf. Mit freundlichen Grüßen Ministerialdirigent 11111111111111111111111 11888772 Kernerplatz 9 • 70182 Stuttgart (VVS: Staatsgalerie) • Hauptstätter Str. 67 • 70178 Stuttgart (VVS: Österreichischer Platz) Telefon 0711 126-0 • Telefax 0711 126-2881 • poststelle@um.bwl.de www.um.baden-wuerttemberg.de • www.service-bw.de DIN EN ISO 50001:2018 zertifiziert Datenschutzerklärung: www.um.baden-wuerttemberg.de/datenschutz EMAS Lep( ui., Unn...11,..gernent Baden-Württemberg REGIERUNGSPRÄSIDIUM FREIBURG LANDESAMT FÜR GEOLOGIE, ROHSTOFFE UND BERGBAU , Regierungspräsidiumi Freiburg, Abteilung 9 • 79095 Freiburg i. Br. Freiburg i. Br. 04.02.2020 Name BGE mbH — Standortauswahl — Durchwahl 0761 208- Aktenzeichen 90-4646.11120_936 Eschenstraße 55 31224 Peine (Bitte bei Antwort angeben) M& Ihre E-Mail vom 27. Januar 2020 Daten für die Anwendung des Ausschlusskriteriums Aktive Störungszonen - Atektonische Vorgänge nach StandAG Sehr geehrter Herr mit E-Mail vom 27. Januar 2020 haben Sie das Regierungspräsidium Freiburg, Abt. 9 Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) gebeten, Daten zum Steinheimer Impakt-Ereignis für die Anwendung des Ausschlusskriteriums „Aktive Störungszonen - Atektonische Vorgänge" gemäß StandAG bereitzustellen. Leider stehen uns keine weiteren Datensätze als die bisher gelieferten zur Verfügung, zu denen wir Ihnen ergänzend im Folgenden gerne Hinweise bezüglich Ihrer Frage- stellung geben. Am Ende des Schreibens nennen wir Ihnen mögliche weiterführende Literaturquellen. Mit der LGRB-Lieferung vom 15.03.2019 (LGRB-Az.: 90-4646.1//19_1558) wurden Ihnen die digitalen Daten zur Geologischen Karte von Baden-Württemberg 1:50.000 (GeoLa - GK50) bereitgestellt. Der Datensatz geo_gfl.shp enthält folgende lithostrati- graphische'Einheiten, die zur Beurteilung der rezenten Verbreitung von Gesteinen, die im Zusammenhang mit dem Impakt des Steinheimer-Ries-Meteoriten stehen und damit zur Einschätzung des Kraterumrisses herangezogen werden können: - Bunte Brekzie (Kürzel: tXB, GLE 313) - Steinheim-Kratersee-Formation (tSTS, GLE 307) Dienstgebäude Albertstraße 5 • 79104 Freiburg i. Br. • Telefon 0761 208-3000 • Telefax 0761 208-393029 • abteilung9@rpfbwl.de www.rp.baden-wuerttemberg.de • www.service-bw.de VAG-Linien 4, 5, 27 • Haltestelle Europaplatz • Parkmöglichkeiten Parkleitsystem Parkzone Altstadt RP Freiburg, LGRB 90-4646.1//20_936 vom 04.02.2020 Seite 2 Bitte beachten Sie, dass diese Gesteine seit dem Impakt-Ereignis erodiert wurden und der laterale Einflussbereich vermutlich weiter reicht. Angaben zur maximalen Tiefe der Gesteinsveränderung liegen in unserem Haus nicht Impakt-Formation (tX) vor. Eine Bohrung im Zentrum der Impaktstruktur enthält der Datensätze und erreicht das Liegende nicht (vgl. adb_stammdaten_grgl_3O0.csv, adb_schichttiteldaten_grgl_300.csv, adb_schichtdaten_grgl_300.csv, adb_stammdaten_logs_grgl_3O0.csv der Datenliefe- rung LGRB-Az. 90-4646.11/19_5876 vom 11.07.2019). In folgenden Publikationen könnten zur maximalen Tiefe der Gesteinsveränderung Hinweise enthalten sein: Bayer, H.-J. (1983): Bruchtektonische Bestandsaufnahme des Steinheimer Beckens und des westlichen Nördlin- ger Rieses. — Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 65: 373-394; Stuttgart. Engelhardt, W. von, Bertsch, W., Stöffler, D., Groschopf, P. & Reiff, W. (1967): Anzeichen für den meteorischen Ursprung des Beckens von Steinheim. — Die Naturwissenschaften, 54: 198-199; Berlin. Groschopf, P. & Reiff, W. (1966): Ergebnisse neuerer Untersuchungen im Steinheimer Becken (Württemberg). — Jh. Ver. vaterl. Naturk. Württ., 121: 155-168; Stuttgart. Groschopf, P. & Reiff, W. (1970): Die zentrale Erhebung „Steinhirt-Klosterberg" im Steinheimer Becken (Schwäbi- sche Alb). — Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 52: 169-174; Stuttgart. Groschopf, P. & Reiff, W. (1971): Vorläufige Ergebnisse der Forschungsbohrungen 1970 im Steinheimer Becken (Schwäbische Alb). — Jh. Geol. Landesamt Baden-Württ., 13: 223-226; Freiburg i.Br. Illies, J.H. (1969): Nördlinger Ries, Steinheimer Becken, Pfahldorfer Becken und die Moldavite: strukturelle und dynamische Zusammenhänge einer Impaktgruppe. — Oberrhein. Geol. Abh., 18: 1-31; Karlsruhe. Illies, J.H. (1970): Nördlinger Ries und Steinheimer Becken als Einschlagkrater eines Kometen. — Jber. Mitt. ober- rhein. geol. Ver., N.F. 52: 149-168; Stuttgart. Münzing, K. (1964): Zur Kenntnis der Tektonik im Vorries bei Bopfingen. — Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 46: 9-22; Stuttgart. Reiff, W. (1958); Beiträge zur Geologie des Albuchs und der Heidenheimer Alb (Württemberg). — Arb. Geol. Palä- ont. Inst. TH Stuttgart, N.F. 17, 142 S.; Stuttgart. Reiff, W. (1974): Einschlagkrater kosmischer Körper auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb. — Aufschluss, 25: 12-24; Heidelberg. Reiff, W. (1977): The Steinheim Basin — an impact structure. — In: Roddy, D. J., Pepin, R. O. & Merrill R. B. (Hrsg.), Impact and explosion cratering: 309-320; New York (Pergamon Press). Reiff, W. (1992b): Zur Entwicklung des Steinheimer Beckens. — Jh. geol. Landesamt Baden-Württ., 34: 305-318; Freiburg i.Br. Reiff, W. (2004) mit Beitr. v. Brunner, H., Jantschke, H., Leiber, J., Müller, S. & Schloz, W.: Erläuterungen zu Blatt 7326 Heidenheim. — Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., BI. 7326: VII+223 S., 3 Beil.; Freiburg i. Br. Reiff, W., Schloz, W. & Groschopf, P. (1980): Geologie der Ostalb: Oberer Weißer Jura, tertiäre Albüberdeckung, Verkarstung, Karsthydrologie, Landschaftsgeschichte, Meteorkrater Steinheimer Becken. — Jber. Mitt. ober- rhein. geol. Ver., N.F. 62: 71-93; Stuttgart.

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