Die Türkei verfügt bis heute über kein abgestimmtes und wirkungsvolles naturschutzfachliches Instrumentarium zu Schutz und Erhalt der hohen landeseigenen Biodiversität. Weder gibt es ein verbindliches Naturschutzgesetz, aus dem sich zielführende Planungs- und Managementgrundlagen für Natur- und Landschaftsschutz ableiten und begründen lassen, noch sind dafür die erforderlichen systematischen und flächendeckenden Inventuren vorhanden. Auch ein landesweites Landschaftsprogramm, das die Rahmenziele des Naturschutzes absteckt, oder gar ein konsistentes Arten- und Biotopschutzprogramm fehlen. Das Dissertationsprojekt soll beispielhaft für die Region Ostantalya (Südtürkei) ein solches Arten- und Biotopschutzprogramm erarbeiten sowie die dafür erforderlichen Inventuren und die Verarbeitung vorhandener Daten konzipieren und durchführen. Ziel des Projektes ist es, damit die konzeptionellen und methodischen Grundlagen für eine landesweite Naturschutzstrategie und -politik der Regionen zu legen und diese durch das konkrete Beispiel anschaulich und umsetzungsorientiert zu illustrieren. Basierend auf dem Konzept der differenzierten Bodennutzung wird dabei einer flächendeckenden Naturschutzstrategie mit abgestuften Schutz- und Nutzungsintensitäten gefolgt.
Viele Populationen großer Huftiere sind in Mitteleuropa managementrelevant. Im in Südwest-Deutschland gelegenen Pfälzerwald kommen sowohl Wildschweine (Sus scrofa) als auch Rothirsche (Cervus elaphus) in mutmaßlich großen, aber letztendlich unbekannten Dichten vor. Für ein nachhaltiges Management beider Arten sind verlässliche und akkurate Populationsschätzungen nötig. Nicht-invasive genetik-basierte Methoden repräsentieren in diesem Zusammenhang ein nützliches Instrument für das Wildtiermanagement, da sie es erlauben, Tiere zu erfassen, ohne sie zu fangen oder anderweitig zu beeinflussen. Nicht-invasive Methoden arbeiten meist mit Haar- oder Kotproben, die genotypisiert werden und so eine Unterscheidung zwischen Individuen ermöglichen. Eine der Anwendungen nicht-invasiver Methoden ist die Populationsschätzung. Im Rahmen eines Promotions-Projekts wurde ein nicht-invasiver genetik-basierter Ansatz für die Populationsschätzung bei Wildschweinen und Rothirschen entwickelt, im Freiland getestet und anschließend evaluiert. In ersten Versuchen am Wildschwein wurde die Haarbeprobung mittels beköderter 'Haarfänger' getestet. Dabei zeigte sich, dass die Methode für diese Tierart für den Zweck der Populationsschätzung nicht geeignet ist. Grund hierfür waren signifikante alters- und gruppenstatusabhängige Verhaltensunterschiede bei der Beprobung. Im Folgenden wurde sowohl für Wildschweine als auch für Rothirsche die Kotbeprobung entlang von Transektlinien getestet und angewandt; die so gewonnenen Proben wurden genotypisiert und zum Berechnen von Populationsschätzungen verwendet. Für beide Tierarten sind die geschätzten Populationszahlen erheblich höher als zuvor angenommen, da bislang lediglich die Jagdstreckenstatistik und - im Fall des Rothirsches - Scheinwerferzählungen als Anhaltspunkt genommen werden konnten. Die hier vorgestellte Methode stellt eine viel versprechende Alternative zu den traditionell angewandten Methoden wie z.B. Jagstreckenstatistiken oder Losungszählverfahren dar, da sie absolute Populationszahlen ergibt und damit eine quantitative Bewertung des Erfolgs von Managementmaßnahmen ermöglicht. Die Methode könnte auch auf andere Huftierarten übertragen angewandt werden. Mittlerweile ist eine nicht-invasive genetik-basierte Bestandesschätzung auch für Rehe (Capreolus capreolus) entwickelt und getestet worden.
ForWild ist ein Zusammenschluss mehrerer Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Das Forschungscluster bündelt die starken regionalen Kompetenzen in der Wildtierforschung, um aktuelle Aufgaben und zukünftige Herausforderungen im Bereich Jagd- und Wildtiermanagement fundiert, effizient und gesellschaftsverträglich zu lösen. Die Arbeit von ForWild beruht auf 3 Säulen: die gemeinsame wildtierökologische Forschung, stärkere Vernetzung und Austausch sowie die Ausschreibung eines Forschungspreises für Nachwuchswissenschaftler.
Die kontinuierliche Erfassung von Wildtierbeständen und deren Lebensraumbedingungen ist notwendige Grundlage für wissenschaftlich fundierte Aussagen zu Wildvorkommen und Bestandsentwicklungen. In Zusammenhang mit bestandsbeeinflussenden Umweltfaktoren sind populationsdynamische Abläufe und ökologische Zusammenhänge für das Ökosystem Kulturlandschaft' darzustellen. Die langjährigen Arbeiten des IWFo auf diesem Gebiet schaffen eine solide Daten- und Kenntnislage für ein Wildtiermanagement ('www.wildtiermanagement.com'), in dem u.a. Handlungsempfehlungen für die jagdliche Praxis gegeben werden und eine nachhaltige Nutzung der Wildtierpopulationen überprüft und dokumentiert wird. Die flächendeckende WTE mit Aussagen zu Vorkommen und Populationsgröße mehrerer einheimischer Wildtierarten (Hase, Rebhuhn, Fuchs, Rabenvögel u.a.) wird seit 1991 auf der Grundlage von jährlichen Bestandsschätzungen auf über 80 Prozent der Landesfläche realisiert. Mittels probater wildbiologischer Zählmethoden werden die Bestandseinschätzungen aus der WTE überprüft. Weiterführende populationsökologische Untersuchungen vertiefen die Kenntnisse über die verschiedenen Wildarten und deren umweltbedingte Einflussfaktoren.
Das Verbundvorhaben untersucht die Auswirkungen verschiedener Managementvarianten auf die ökosystemare Entwicklung von Waldbrandflächen. Anhand von Dauerbeobachtungsflächen werden Gebiete mit Brandgeschichte analysiert und das Potenzial und die Effektivität natürlicher Regenerationsprozesse im Ökosystem erfasst, um Handlungsempfehlungen für den Umgang mit brandgeschädigten Flächen zu formulieren. Damit wird außerdem ein Grundstein für langfristige Erforschung sowie Lehre und Bildung zum Thema gelegt. Als mittelfristiges Ergebnis der Wiederbewaldung soll dabei die Entwicklung von möglichst klimawandelresilienten sowie pyrophoben Wäldern erreicht werden. Das Teilvorhaben 7 analysiert dabei mittels terrestrischem Laserscanning die Waldstrukturen lebender und stehender toter Biomasse. Durch wiederholende Aufnahmen kann die Entwicklung eines Bestandes genau dokumentiert werden. Weiterhin wird ein flächendeckendes Wildtiermonitoring mittels unbemannten Fluggeräten (UAV's) durchgeführt. Dies erlaubt eine präzise Erfassung der Wildtierbestände und ist somit von entscheidender Bedeutung für das Wildtiermanagement, die Waldneubildung und die Wildschadensprävention. Für eine umfassende Biotopkartierung ist das Brutvogelmonitoring ein bedeutender Baustein. Hierbei soll die Entwicklung und das Verhalten von Brutvögeln nach den Störereignissen analysiert werden.
Das Projekt Wildtierökologische Landschaftstypen befasst sich mit der Entwicklung eines (mehrstufigen) Landschaftsmodells, das die Bedürfnisse von Wildtieren berücksichtigt. Das Projekt besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Elementen. Das wichtigste Element bildet das Wildtierökologische Landschaftsmodell, das auf der Grundlage von biotischen, abiotischen, naturgeografischen und anthropogenen - tierartübergreifenden – Einflussfaktoren erstellt wird. Die prognostizierten Veränderungen durch den Klimawandel werden auf der Grundlage des Landschaftsmodells in die Überlegungen einbezogen. Die zu erwartenden Arealverschiebungen und die damit möglichen Auswirkungen auf die Verbreitung und Abundanz von Wildtieren im Land sollen anhand des Modells abgebildet werden. Dieses Forschungsvorhaben muss als Initialprojekt zum Thema Wildtiere und Klimawandel in BW betrachtet werden, in dem Grundlagen erarbeitet und weitere Forschungsfelder benannt werden. Das Ziel des Projektes ist es, ein räumlich differenziertes Wildtiermonitoring und -management der Wildtierarten des JWMG’s zu ermöglichen. Ein flächendeckendes Monitoring kann Wissenslücken zur Bestandssituation, vor allem von seltenen oder heimlich lebenden Wildtierarten füllen. Die Ergebnisse schaffen Grundlagen für politische Entscheidungsträger, um das Wildtiermanagement zukunftsorientierter zu konzipieren.
Das Teilprojekt 3 entspricht dem Projekt-Arbeitspaket 6 'Sozial-ökologische Bewertung' und wird die sozial-ökologischen Komponenten des Verbundprojektes ORYCS zusammenführen. Die Arbeiten zielen darauf, die heterogenen Handlungsmotive und Wissensbedarfe von Stakeholdern herauszuarbeiten, ihre jeweiligen Perspektiven auf die Abhängigkeiten zwischen Wildtier-Management und Ökosystemleistungen offenzulegen und Strategien für ein angepasstes Wildtiermanagement und konstruktive Formen zur Regulation von Konflikten zu entwickeln und zu verbreiten. Gemeinsam mit namibischen Partnern an der University of Namibia (UNAM), der Namibia University of Science & Technology (NUST), SASSCAL und dem Ministry of Environment & Tourism (MET) sowie mit den deutschen Verbundpartnern werden unter Berücksichtigung der Geo-Biosphären-Rückkopplungsprozesse zwischen Klima, Wasser und Vegetation unter verschiedenen wildtierbasierten Landnutzungsoptionen angepasste Managementoptionen für nachhaltige wildtierbasierte Landnutzungsstrategien entwickelt. Die nachfolgende Aufnahme der Forschungsergebnisse in die Implementierung wird durch das MET als Projektpartner gewährleistet.
Jagdgenossenschaften sind nicht nur die Voraussetzung für die Durchsetzung von individuellen Eigentumsrechten, sondern die Basis für die Koordination einer vielfältigen Akteurslandschaft. Die wenigen vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen machen deutlich, dass viele Jagdgenossenschaften für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben gerne Beratung und Unterstützung annehmen würden. Hier setzt das Projekt an. Ziele des Projektes sind: - Schaffen eines funktionierenden Dialogs zwischen den an der Jagd und dem Wildtiermanagement beteiligten Interessengruppen - Analyse des Status quo der Jagdgenossenschaften in Baden-Württemberg: Struktur, Ziele, Herausforderungen - Analyse der Nutzbarkeit von Zielvereinbarungen (RobA) als Steuerungsinstrument für ein gelungenes Wildtiermanagement - Gemeinsame Erarbeitung von Handlungsempfehlungen
Nationalparke haben die Aufgabe, den Schutz der natürlichen biologischen Vielfalt sicherzustellen, zusammen mit der ihr zugrundeliegenden ökologischen Struktur und den unterstützenden ökologischen Prozessen. Deshalb sollen grundsätzlich auch keine Eingriffe in die natürlichen Prozesse stattfinden. Bei einer Gefährdung des Schutzzweckes, bei unverhältnismäßigen Wildschäden in der umgebenden Kulturlandschaft und um Ausbrüche von Tierseuchen zu verhindern, können jedoch Eingriffe in die Ökosysteme notwendig sein. Die Regulierung von Schalenwildbeständen spielt aus diesen Gründen in allen terrestrischen Nationalparken Deutschlands eine wichtige Rolle. Grundlage für ein modernes, adaptives Wildtiermanagement ist ein Schalenwildmonitoring, dass eine zielgerichtete Beurteilung der Eingriffe ermöglicht. Um ein zeitgemäßes, den Anforderungen der Parke entsprechendes Schalenwildmonitoring zu entwickeln, soll zunächst eine Erhebung zu den Zielstellungen und Methoden des Schalenwildmonitorings in den einzelnen Nationalparken durchgeführt werden. Auf Basis dieser Anforderungen werden Indikatoren für das Schalenwild- und Wildtierwirkungsmonitoring definiert und eine Analyse bestehender Monitoringmethoden durchgeführt. Anschließend soll ein Testlauf des Schalenwild- und Wildtierwirkungsmonitorings erfolgen. Anschließend werden die Daten ausgewertet und die Verfahren gemeinsam mit den Nationalparkverwaltungen evaluiert und ggf. angepasst. Als Ergebnis des Projektes werden die ausgewählten Verfahren mit Hilfe von detaillierten Protokollen und Datenstrukturen dokumentiert, so dass sie anschließend in das langfristige Monitoring der Schutzgebiete übernommen werden können. Durch die Standardisierung der Vorgehensweise soll die schutzgebietsübergreifende Zusammenarbeit gestärkt und somit auch eine Verbesserung des Schutzgebietsmanagements erreicht werden.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 44 |
| Europa | 2 |
| Land | 10 |
| Weitere | 15 |
| Wissenschaft | 14 |
| Zivilgesellschaft | 8 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 43 |
| Text | 8 |
| unbekannt | 10 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 17 |
| Offen | 44 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 61 |
| Englisch | 4 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 1 |
| Dokument | 11 |
| Keine | 37 |
| Webseite | 14 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 36 |
| Lebewesen und Lebensräume | 61 |
| Luft | 16 |
| Mensch und Umwelt | 61 |
| Wasser | 20 |
| Weitere | 59 |