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Willingmann wirbt für Einsatz grüner Biotechnologie zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung

Extremwetter-Ereignisse infolge des fortschreitenden Klimawandels führen in der Landwirtschaft zunehmend zu Ernteeinbußen. Sachsen-Anhalts Klimaschutzminister Prof. Dr. Armin Willingmann wirbt deshalb für den verstärkten Einsatz grüner Biotechnologie. „In Zukunft werden wir Pflanzensorten benötigen, die widerstandsfähiger gegen Dürren und andere extreme Klimaereignisse sind. Die weniger Düngemittel und Pestizide benötigen, resistenter gegen Krankheiten sind und höhere Erträge ermöglichen“, erklärte der Minister am Freitag. „Wir sollten daher die Chancen nutzen, die insbesondere neue genomische Verfahren bieten.“ Der Minister verwies auf Forschungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt, die über weltweit anerkannte Expertise im Bereich grüner Biotechnologie verfügen. „Gemeinsam mit Einrichtungen wie dem Leibniz-Institut für Kulturpflanzenforschung und Pflanzengenetik in Gatersleben und dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle kann es gelingen, innovative und verantwortungsbewusste Lösungen für die zentrale Probleme in der Landwirtschaft zu entwickeln“, so Willingmann. Das IPK in Gatersleben etwa betreibt mit Blick auf Kulturpflanzen entsprechende Grundlagenforschung. Aktuelle Forschungsprojekte widmen sich intensiv der Widerstandsfähigkeit etablierter Kulturpflanzen wie Gerste, Weizen, Mais oder Raps sowie „vergessener“ Kulturpflanzen wie Bohne, Linse oder Kichererbse. Ganz zentral sind hierbei eine verbesserte Trocken- und Hitzeresistenz sowie die Anpassung an extreme Wetterereignisse wie etwa Starkregen. Zum Einsatz kommen neue Züchtungen aber bislang kaum. Das europäische Gentechnikrecht schränkt die Nutzung modifizierter Pflanzensorten bislang stark ein. Willingmann begrüßt vor diesem Hintergrund Pläne der EU-Kommission, den Umgang mit bestimmten gentechnischen Methoden in der Landwirtschaft zu lockern. „Der Vorstoß der EU-Kommission ist freilich nicht unumstritten“, so der Minister. „Sichergestellt werden müsste unter anderem, dass es bei etwaigen Lockerungen nicht nur um Patente und Profite der Branche geht. Doch trotz verschiedener Vorbehalte möchte ich dafür werben, den Anlauf für einen zeitgemäßen Rechtsrahmen für Gentechnik konstruktiv zu begleiten.“ Der Schlüssel sei eine differenzierte Regulierung bei der Züchtung neuer Pflanzensorten. Willingmann verwies in diesem Zusammenhang auf eine Stellungnahme der Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die bereits 2019 eine Liberalisierung forderte, weil das geltende Recht die die Erforschung, Entwicklung und Anwendung verbesserter Nutzpflanzen hemme. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Mastodon und Twitter.

Aktualisierter Online-Rechner zeigt Kommunen Wertschöpfungs-

LENA GmbH Olvenstedter Str. 66, 39108 Magdeburg www.lena.sachsen-anhalt.de Wir machen Energiegewinner. Pressekontakt: Anja Hochmuth E-Mail hochmuth@lena-lsa.de Tel. 0391 5067-4045 Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressemitteilung Magdeburg | 28. Mai 2024 Aktualisierter Online-Rechner zeigt Kommunen Wertschöpfungs- potenziale auf Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) haben im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz, der Sächsischen Energieagentur, der Energieagentur des Landes Thüringen, der Landesenergie- agentur Sachsen-Anhalt und der Energieagentur Brandenburg den Online-Wertschöpfungsrechner aktualisiert und an die gesetzlichen Neuerungen angepasst. Der Online-Rechner macht seit über zehn Jahren die ökonomischen Vorteile des lokalen Ausbaus der Erneuerbaren Energien für Städte, Landkreise und Gemeinden transparent. Mit ihm können Kommunen die Wertschöpfungseffekte und die CO2-Einsparungen durch die Umsetzung von Energiewendeprojekten berechnen. Die neue Version berücksichtigt nun auch die finanziellen Zuwendungen durch Wind- und Solarparks gemäß den Neuregelungen des Erneuerbaren- Energien-Gesetzes sowie bundesländerspezifische Regelungen zur finanziellen Beteiligung der Kommunen. Um auch die regionalspezifischen Effekte in Sachsen-Anhalt zu berücksichtigen, war die LENA maßgeblich an dem Aktualisierungsprozess beteiligt. Im Rahmen der letzten Kommunalsprech- stunde der LENA stellten die Mitarbeiterinnen der Servicestelle Erneuerbare Energien erstmals die Funktionsweise des neuen Wertschöpfungsrechners vor. So konnten die kommunalen Steuer- einnahmen, entstandene Arbeitsplätze und Unternehmensgewinne bei Erneuerbaren-Energien- Projekten beziffert werden, um für die Akteure vor Ort eine Argumentationsgrundlage aufzuzeigen. Der Rechner kann die Wertschöpfungseffekte für 27 verschiedene Erneuerbare-Energien- Technologien – vom Holzhackschnitzelheizwerk bis zum Windpark – für die Jahre 2019, 2025 und 2030 kalkulieren. Die Wertschöpfungseffekte setzen sich aus den drei Bestandsteilen Einkommen aus Beschäftigung, Unternehmensgewinne und kommunale Steuereinnahmen zusammen. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette einer Anlage – von Planung über Bau und Installation bis zu Betrieb und Wartung – berücksichtigt. Zum Schluss können die Nutzerinnen und Nutzer die eingesparten CO2-Äquivalente abrufen und so den Beitrag der lokalen Projekte zum Klimaschutz abschätzen. Die Ergebnisse werden sowohl grafisch als auch tabellarisch dargestellt, um sie einfach erfassbar und weiterverwendbar zu machen. Der Wertschöpfungsrechner steht interessierten Kommunen im Energieatlas Sachsen-Anhalt zur Verfügung: https://www.sachsen-anhalt-energie.de/de/wertschoepfungsrechner.html LANDESENERGIEAGENTUR SACHSEN-ANHALT Wir machen Energiegewinner. Hintergrund: Im Jahr 2012 entwickelte das IÖW für die AEE die erste Version des Wertschöpfungsrechners. Dieses Modell wurde kontinuierlich verbessert und um neue Wertschöpfungsketten der Erneuerbare-Energien-Nutzung erweitert. Für die neue Version leisteten die beteiligten Energieagenturen mit ihrer Erfahrung in der Vor-Ort-Beratung einen wichtigen Input zur Optimierung.

Willingmann begrüßt weitreichende Entlastungen für private Haushalte und Unternehmen

Der Bundesrat hat am Freitag den von der Bundesregierung geplanten Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme zugestimmt. Damit Energie bezahlbar bleibt, erhalten private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen ab dem kommenden Jahr eine monatliche Gutschrift auf ihre Gas- sowie ihre Stromrechnung. „Wir sind mit der heutigen Zustimmung zu den Preisbremsen einen äußerst wichtigen Schritt in der Bewältigung der Energiekrise vorangekommen“, erklärte Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann nach der Abstimmung in Berlin. „Mit den Preisbremsen löst Kanzler Olaf Scholz das Versprechen ein, dass private Haushalte und Unternehmen in Deutschland spürbar entlastet und in der Krise nicht alleine gelassen werden.“ Die Energiepreisbremsen führen dazu, dass für 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs maximal 12 Cent pro Kilowattstunde bei Gas, 9,5 Cent pro Kilowattstunde bei Fernwärme und 40 Cent pro Kilowattstunde bei Strom gezahlt werden müssen. Die Entlastungen treten ab März 2023 in Kraft, werden aber auch rückwirkend für Januar und Februar 2023 ausgezahlt. Für die Industrie starten die Preisbremsen im Januar. Sie erhalten ein vergünstigtes Kontingent in Höhe von 70 Prozent ihres bisherigen Verbrauchs an Strom, Gas und Wärme. Ergänzend gibt es spezielle Regelungen für Krankenhäuser und einen Härtefallfonds für besonders vulnerable Verbraucher sowie soziale, wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen. Tragfähige Strom- und Gaspreise sind vor allem für Unternehmen mit energieintensiven Prozessen von besonderer Bedeutung, insbesondere in den Chemieparks in Sachsen-Anhalt. Daher wurde im aktuellen Entlastungspaket auch die Prozessdampfversorgung berücksichtigt. „Wir haben länderseitig dazu in den vergangenen Wochen intensive Gespräche mit der Bundesregierung geführt; das hat sich auch an dieser Stelle ausgezahlt“, betonte Willingmann. Neben den Entlastungen hat der Bundesrat auch den Weg für die Erlösabschöpfung am Strommarkt freigemacht. In Anlehnung an die Vorgaben der Europäischen Union werden künftig Zufallserlöse am Strommarkt abgeschöpft und Solidaritätsbeiträge von fossilen Stromkonzernen eingezogen. „Es steht außer Frage, dass Unternehmen, die derzeit unerwartete und unverdiente Erlöse verzeichnen, sich an den Kosten der Energiekrise beteiligen sollten“, betonte Willingmann. „In Zeiten, in denen alle Verbraucher mit gestiegenen Kosten zu kämpfen haben, ist es nicht nachvollziehbar, wenn Unternehmen zu deren Lasten riesige Profite machen.“ Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanäle n des Ministeriums bei Facebook , Instagram , LinkedIn , Mastodon und Twitter .

Photovoltaik-Pflicht mit Verpachtungskataster: Optionen zur Gestaltung einer bundesweiten Pflicht zur Installation und zum Betrieb neuer Photovoltaikanlagen

Ziel des Gutachtens war es, verschiedene Ausgestaltungsoptionen für eine Photovoltaik-Pflicht (PV-Pflicht) zu untersuchen und zu bewerten. Oft werden Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) nicht gebaut, obwohl sie wirtschaftlich wären. In anderen Fällen werden kleinere PV-Anlagen installiert, obwohl auf dem Dach noch mehr Fläche verfügbar wäre. Eine PV-Pflicht könnte dazu beitragen, das große verfügbare Potenzial zu erschließen und die Nutzung von Dachflächen für die Erzeugung von Solarstrom selbstverständlich werden zu lassen. In der vorgeschlagenen Variante können sich die verpflichteten Eigentümer entscheiden, eine PV-Anlage zu installieren und selbst zu betreiben, oder ihre Dachfläche in ein Verpachtungskataster einzutragen, damit die Fläche von Dritten für den Betrieb einer PV-Anlage gepachtet werden kann. Die Wirtschaftlichkeit der Fläche würde sich dadurch erweisen, dass eine PV-Anlage installiert und in Betrieb genommen wird – entweder vom Eigentümer oder von einem Dritten: Es wird also eine Nutzungs- oder Katasterpflicht vorgeschlagen. Das Verpachtungskataster würde Transparenz zwischen Angebot und Nachfrage schaffen und helfen, die unterschiedlichen Beteiligten zu vermitteln. Der wirtschaftliche Gewinn, den die Verpflichteten durch den Betrieb einer PV-Anlage oder durch die Verpachtung einer Gebäudefläche erzielen, erhöht die Akzeptanz dieser Maßnahme in der Bevölkerung. Veröffentlicht in Climate Change | 34/2020.

SDG-Nachhaltigkeitsbewertung für Produkte und Dienstleitungen

Symbolbild Pixabay Statistics Nature Die Verbindung von Nachhaltigkeitszielen mit konkreten Produkteigenschaften ist für individuelle Kaufentscheidungen wie für regionale Beschaffung und Wirtschaftspolitik wichtig. Auch deshalb befassen sich mehrere Vorhaben in Stadt-Land-Plus - insbesondere in den Cluster Regionale Stoffskreisläufe und Regionale Produkte mit Ökobilanzierungen, Nachhaltigkeitsbewertungen und ähnlichen Verfahren und entwickeln diese fort. Review of Sustainability Assessment Approaches Based on Life Cycles In einem aktuellen Review in MDPI Sustainability haben Forscher*innen um Christina Wulf vom Forschungszentrum Jülich Ansätze zur Nachhaltigkeitsbewertung auf der Grundlage von Lebenszyklen zusammengetragen und bewertet. Bis Ende 2018 sind 258 Publikationen identifiziert und berücksichtigt worden, von denen 146 eine Fallstudie enthalten. Die höchste Anzahl von Veröffentlichungen erschien in jüngster Zeit zwischen 2016 und 2018 und im Vergleich zu den Jahren vor 2016 hat die Anzahl der Autor*innen zugenommen. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt mehr auf Fallstudien als auf methodischen Aspekten. Die vorgestellten ganzheitlichen Ansätze für Life Cycle Sustainability Assessment - LCSA sind nach Meinung der Autor*innen entweder zu breit oder zu eng für wissenschaftliche Leitlinien. Daher sind noch viele Fragen bezüglich LCSA offen, z. B. bezüglich der Definition von Nachhaltigkeitsdimensionen und des Wunsches oder der Notwendigkeit einer Entscheidungsanalyse mit mehreren Kriterien. Ein zugrunde liegendes Problem ist die fehlende Diskussion über Nachhaltigkeitskonzepte. Die Dynamik in der Community, Fallstudien für LCSA durchzuführen, sollte genutzt werden, um auch mehr Leitprinzipien zu entwickeln, sagen die Autor*innen. Hier finden Sie den Link zur Publikation - hier den Download als PDF . SDG-Bewertung – Weiterentwicklung einer Nachhaltigkeitsbewertungsmethode auf Basis der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen - FONA-Projekt-Abschluss Der aktuelle FONA-Newsletter 2/2020 berichtet vom Projekt "SDG-Berwertung", das gemeinsam vom ZNU - Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung Universität Witten/Herdecke (Projektleitung) und dem Öko-Institut e.V. durchgeführt wird. Ziel des Forschungsvorhabens „SDG-Bewertung - Weiterentwicklung einer Nachhaltigkeitsbewertungsmethode auf Basis der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Agenda 2030)“, das durch das BMBF gefördert wird, ist es, eine Methode zur integrierten Produktnachhaltigkeitsanalyse (inkl. Nutzenanalyse) und Produktnachhaltigkeitsbewertung (weiter) zu entwickeln. Die Methodenentwicklung wird durch vier Fallstudien, unter anderem aus den Branchen Lebensmittel und Mobilität, unterstützt und mündete in die Konzeption eines Software-Tools für unterschiedliche Sektoren und Bedürfnisfelder. Wie der FONA-Newsletter berichtet besteht die Herangehensweise aus drei Teilen. Mit der Methode "SDG Evaluation of Products (SEP)" werden Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Basis von SDG-Indikatoren identifiziert (Nachhaltigkeitsanalyse) und eingeschätzt (Nachhaltigkeitsbewertung). SEP wurde anschlussfähig an die ISO 14040/44 für Produktökobilanzen vorgegebene Vorgehensweise konzipiert und ergänzt diese durch soziökonomische Indikatoren und die Nachhaltigkeitsbewertung. Die Nutzenanalyse oder Benefitanalyse integriert die Bewertung des Nutzens von Produkten fundiert und systematisch in die Nachhaltigkeitsbewertung, damit dies in politischen und verbraucherbezogenen Abwägungen und Bewertungen adäquat berücksichtigt werden kann. Gleichzeitig wird damit die Methode "PROSA – Product Sustainability Assessment" weiterentwickelt. Die Software "ProFitS" wurde im Projekt entwickelt, um die Nachhaltigkeitsbewertung zu vereinfachen, die frei nutzbar sein wird. Weitere Informationen demnächst unter www.prosa.org Die Ergebnisse des Vorhabens werden auf einer online Abschlusskonferenz am 1. Oktober 2020 präsentiert. Weitere Infos finden Sie hier . - In Kürze wird die Seite sdg-evaluation.com „in Betrieb“ genommen. Dort wird dann auch eine Broschüre zum Download bereitstehen, die die Methode „SDG-Evaluation of Products“ (SEP) beschreibt.

Weihnachtsmarkt ist Hochzeit für Taschendiebe

Gerade in den besinnlichen Wochen vor dem Weihnachtsfest, zieht es viele Menschen auf die landesweiten Weihnachtsmärkte. Diese Zeit nutzen natürlich auch Gauner und Diebe, um daraus Profit zu schlagen. Die Polizei möchte aus diesem Grund vor Taschendieben warnen, die verstärkt auf den Weihnachtsmärkten ihre Opfer aussuchen könnten.   Die Gauner und Diebe suchen gezielt große Menschenansammlungen auf, nutzen Situationen beim Ein-und Aussteigen aus öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Gedränge in Kaufhäusern, um sich ihren Opfern unbemerkt zu nähern. Die Täter werden versuchen körperliche Nähe aufzubauen, Opfer anzurempeln, diese mit fadenscheinigen Fragen in ein Gespräch zu verwickeln oder durch übersteigerte Hilfsbereitschaft auf sich aufmerksam zu machen.  Sie arbeiten meist in Gruppen und agieren dadurch arbeitsteilig.   Ein paar Tipps sollen Sie vor Taschendieben schützen.       Führen Sie bei Bargeld, EC- und Kreditkarten nur das Notwendigste am Körper verteilt mit sich, möglichst in Gürteltaschen oder Brustbeuteln. .    Achten Sie bei einem Menschengedränge und in unübersichtlichen Situationen noch stärker auf Ihre Wertsachen. Halten Sie Ihre Handtasche stets geschlossen und lassen diese nie unbeaufsichtigt. Tragen Sie Hand- oder Umhängetaschen immer mit dem Verschluss zum Körper      Was ist wichtig, wenn es trotz Vorsichtsmaßnahmen zu einem Diebstahl gekommen sein sollte:   Machen Sie andere Personen auf den Dieb aufmerksamFordern Sie andere Personen durch Direkthilfe auf sie zu unterstützenKümmern Sie sich um die Opfer Prägen Sie sich Tätermerkmale einStellen Sie sich als Zeuge zur Verfügunglassen Sie sämtliche Karten, wenn diese durch Diebstahl oder sonstigen Verlust abhanden gekommen sind, sofort sperrenMelden Sie den Vorfall direkt der Polizei   Der Notruf 110 ist jederzeit für sie erreichbar   Aktuell werden wieder Präventionsflyer zum Thema Taschendiebstahl verteilt. Alle Tipps und Hinweise kann man dort auch nachlesen. Bei Bedarf kann der Flyer sich auch heruntergeladen werden.   https://www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/23-schlauer-gegen-klauer/ Impressum: Polizeiinspektion MagdeburgPolizeirevier MagdeburgPresse- und Öffentlichkeitsarbeit39104 Magdeburg, Hans-Grade-Straße 130 Tel: (0391) 546-3186 Fax: (0391) 546-3140Mail: presse.prev-md@polizei.sachsen-anhalt.de

Annual report 2021 (PDF, not barrier-free)

ANNUAL REPORT ANNUAL REPORT 2021 ◄ Title page: Morsleben repository: Visit to the demonstration structure for drift seals in the anhydrite, left to right, Swantje Claußen, Guido Rokitta, Martin Kolwig, Mathias Hüttig, Konstantin Bochmann, Ursula Ahlers Asse mine: Milling work for constructing a building material facility on the 750 m level, Marcel Liebig and Andreas Gumbach 1 Dear Readers, The coronavirus pandemic has challenged BGE for another financial year. Fortunately, almost all those affected have already returned to work in good health so far. Consistent enforcement of company safety policies and the employees’ prudent conduct in this regard have helped BGE, despite the pandemic and with only some delays, to make good progress overall. In fact, BGE even has a number of positive takeaways from this period of exceptional operations. The IT systems at BGE have played and continue to play an important role in enabling the switch from analogue to digital communication with almost no disruptions. This affects a good half of the workforce. The positive experiences have motivated BGE management and the co-determination representatives together to expand the general works agreement on mobile working and make it much more comprehensive. The push towards digitalisation has also had an effect internally, where many processes have been further optimised. And by now, participating in digital formats has become the norm. Until two years ago, hosting hybrid events was unimaginable. For retrieval, things have come a good way forward with important planning contracts for retrieval technology and waste treatment, initial purchase agreements for future operational areas, and entry into the regional planning procedure. At Konrad, the excavation of the underground cavities is almost complete. The filling site on the second level has kept us busy for more than two years. On Konrad 1, construction of the last buildings has begun. In particular, the various construction sites at the Konrad 2 shaft have picked up speed, clearly visible to all. Knowing the cranes are in motion there makes BGE optimistic about the continued progress of this project. At the Asse mine, things have progressed considerably. With early public participation, BGE has opened up the project to broad participation by all interested parties.In Morsleben, key questions regarding the approval for decommissioning have been clarified. Regarding the site selection procedure, there has been a great deal of communication on the results of the Sub- Areas Interim Report. Transparency and traceability remain essential goals for us in the site selection procedure. This goes for Step 2 in Phase I of site selection, for example, which has now begun with the development of methods for the first safety assessments. Product control has succeeded – with digitalisation – in significantly increasing the number of notices issued for the future storage licence for the Konrad repository and in accelerating the procedure overall. Last but not least, the press conference held by Supervisory Board Chair Jochen Flasbarth outlined the way forward for the closure of the Gorleben mine. For the implementation of emergency planning, a major milestone was reached with the completion of the surface facility for solution management.The BGE management would like to expressly thank the staff for their commitment, loyalty, and support over the past year! A crucial part of BGE’s success is the progress made in the projects on site. This has been partly complicated and hampered by the pandemic. Our attention is therefore focused on keeping the impact on the time-critical processes as low as possible. Stefan StudtSteffen KanitzDr. Thomas Lautsch Chair of the Management BoardDeputy Chair of the Management BoardTechnical Managing Director 2 ANNUAL REPORT 2021 ANNUAL REPORT 2021 Konrad shaft mine: Drift crossing at the crusher plant, 2nd level Contents Opening remarks from management . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 At the Morsleben repository, it’s all about decommissioning – Research call sent out for a demonstration structure . . . . . . . . . . . . . . 30 Report of the supervisory board . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 What a luggage scanner has to do with radioactive waste . . . . . . . . . . . 34 Members of the supervisory board . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 ”We are advancing the state of the art in science and technology” – An interview with Managing Director Steffen Kanitz . . . . . . . . . . . . . . . 8 BGE TECHNOLOGY GmbH: Research & development as a supporting pillar . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Financial statements . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Why research & development is important for BGE – Statements from the staff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Research for the final disposal of high-level radioactive waste – A guest article by Anne Eckardt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Profit and loss statement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Annex for the fiscal year 2021 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Development of fixed assets . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Guaranteeing the best possible safety . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Management report for the fiscal year 2021 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 Knowing what we don’t know – Research into uncertainties and their influence on site safety . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18 Bundle, model, understand – The OpenWorkFlow data synthesis platform . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Company basics . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 Research and development . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Economic report . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 Learning from the past: Erosion in Germany’s future . . . . . . . . . . . . . . 22 Personnel and social report . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 A profile of crystalline host rocks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Forecast, opportunity, and risk report . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 Bringing light into the darkness - Exploring the Asse mine An interview with Dr. Ralf Holländer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Imprint . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 3

Reparieren, recyceln, Ressourcen schonen

Reparieren, recyceln, Ressourcen schonen Alte Smartphones sind wahre Rohstoffspeicher Quelle: Maksym Yemelyanov / Fotolia.com Darrow, Louisiana, USA: Bauxit-Abfall aus der Aluminium-Produktion Quelle: J Henry Fair Texas City, Texas, USA: Petrolkoks ist ein festes Material mit hohem Karbonanteil Quelle: J Henry Fair New Mexico, USA: Kupfertagebau - zu sehen sind die Zufahrtsstraße, Sickergruben und der Abtrag Quelle: J Henry Fair Golf von Mexico 2010: Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" strömte Erdöl ins Meer Quelle: J Henry Fair Dokumente des Raubbaus an der Natur: Wo andere wegsehen, schaut J Henry Fair genauer hin Quelle: J Henry Fair Aus New York nach Dessau: 30 großformatige Fotografien zeigt Fair im Umweltbundesamt Quelle: J Henry Fair Infotafeln erläutern Art und Auswirkung der dargestellten Umweltschäden Quelle: J Henry Fair Handy und Co. stecken voller wertvoller Rohstoffe – längere Nutzung, Reparieren statt Ersetzen und anspruchsvolles Recycling helfen, Ressourcen und Umwelt zu schonen Viele unserer elektronischen Alltagsbegleiter – von Handy über Laptop bis hin zur Waschmaschine –stecken voller wertvoller Rohstoffe, deren Abbau mit teils hohen Umweltschäden verbunden ist. Längere Nutzung, Reparieren statt Ersetzen und anspruchsvolles Recycling helfen, Ressourcen und Umwelt zu schonen. Häufig tauschen wir unsere Produkte schon nach kurzer Zeit aus – und ein neues Gerät benötigt frische Ressourcen. Das betrifft insbesondere Produkte der Unterhaltungselektronik. So werden Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Kühlschränke durchschnittlich 13 Jahre lang genutzt. Laptops oder derzeit auch Flachbildschirme werden nach nur fünf bis sechs Jahren neu gekauft, Smartphones gar bereits nach 2,5 Jahren ausgetauscht. Dabei werden gerade für diese Produkte besonders seltene und wertvolle Rohstoffe verarbeitet. So stecken beispielsweise in Handys neben den verbreiteten Metallen wie Eisen, Kupfer, Aluminium, Nickel und Zink auch viele seltene Stoffe wie Indium, Tantal und Gold. Deutschland ist bei Metallen und ihren Erzen nahezu vollständig von Importen abhängig, um seine rohstoffintensive exportorientierte Industrie mit Rohstoffen zu versorgen. Die Gewinnung und Veredelung dieser Metalle hat häufig außerordentlich hohe Umweltauswirkungen. So verursacht beispielsweise ein Kilo Gold 17,9 t ⁠ CO2 ⁠-Äquivalente, ein Kilo Stahl dagegen nur 1,6 kg. Noch drastischer ist es mit Blick auf die vor Ort auftretenden Emissionen: Umweltschädliche Gewässerbelastungen sind bei Gold um das rund 60.000fache höher als bei Stahl. Studien belegen: in der großen Mehrzahl der Fälle ist das langlebige Produkt das umweltfreundlichere Produkt. Beispiel Laptops: Zwischen 2004 und 2012 blieb die Nutzungsdauer nahezu gleich und liegt im Durchschnitt bei fünf bis sechs Jahren. Allerdings haben sich die Gründe für einen Austausch verändert. So waren 2012 in 25 Prozent der Fälle technische Defekte entscheidend für den Neukauf, 2004 waren dies nur etwa sieben Prozent. Geräte sollten so konstruiert sein, dass sie lange halten oder zumindest einfach zu reparieren sind. Das kann die EU über die Ökodesign-Richtlinie vorschreiben. Das schützt Ressourcen – und den Verbraucher. Auch sollte die Konstruktion ein hochwertiges Recycling ermöglichen. Eine aktuelle Studie zur Ökodesign-Verordnung für Geschirrspüler zeigt das Potenzial: Werden wertstoffhaltige Komponenten durch entsprechendes Design leichter entnehmbar, könnte sich die jährliche europaweite Recyclingmenge für Kupfer um 1.031 Tonnen, für Silber um 247 kg, für Gold um 50 kg und für Palladium um 27 kg erhöhen, verbunden mit einem wirtschaftlichen Gewinn von 6,3 bis 6,6 Millionen Euro. Eine lange Lebensdauer schützt außerdem das ⁠ Klima ⁠: Bei einer fünfjährigen Nutzungsdauer fallen je Laptop rund 380 kg CO2 an – davon entfallen 55 Prozent auf die Herstellung und 36 Prozent auf die Nutzung. Den Rest machen Vertrieb und Entsorgung aus. Zurück zum Smartphone: Viele der hier eingesetzten Edel- und Sondermetalle gelten als so genannte kritische Rohstoffe. Nicht etwa weil diese zwangsläufig selten in der Erdkruste vorkommen, sondern weil ihre Verfügbarkeit durch technologische, wirtschaftliche oder geopolitische Rahmenbedingungen begrenzt wird und mit der teils rasant wachsenden Nachfrage nicht Schritt halten kann. Unter den kritischen Rohstoffen finden sich auch so genannte Konfliktrohstoffe wie Tantal, Gold, Zinn und Wolfram. Deren Minen in Zentralafrika werden teilweise von militanten Rebellengruppen kontrolliert, die für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Sie nutzen die Erlöse aus der Rohstoffgewinnung zur Finanzierung kriegerischer Auseinandersetzungen. Was können Sie als Verbraucherin und Verbraucher tun? Achten Sie beim Kauf neuer Produkte auf Umweltsiegel wie den Blauen Engel oder das Europäische Umweltzeichen. Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfreundlichkeit sind wichtige Kriterien dieser Siegel. Erkundigen Sie sich bei Händlern und Herstellern nach den Produktionsbedingungen. So können Sie vermeiden, dass Sie mit dem Kauf indirekt bewaffnete Konflikte unterstützen und antreiben. Initiativen wie Fairphone oder NagerIT bieten in dieser Hinsicht nach derzeitigen Möglichkeiten eine maximal mögliche Transparenz. Nutzen Sie Geräte möglichst lange. Es gibt nur wenige Produktgruppen, wo sich ein Austausch noch funktionsfähiger Produkte aus Umweltsicht lohnt. Empfehlungen, wie zum Beispiel bei Kühl- und Gefriergeräten, lassen sich leider immer nur im konkreten Fall geben, da es vor allem auf den Unterschied in der Energieeffizienz zwischen Altgerät und Neugerät ankommt. Entsorgen Sie Altgeräte sachgerecht. Vor allem kleinere Geräte wie Handys landen meist zunächst in der Schublade. Wichtig ist, dass diese Geräte in die richtigen Wege gelangen, nur dann können durch Recycling wichtige Rohstoffe gerettet werden. Mit dem neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) wird die umweltgerechte Entsorgung einfacher für die Verbraucherinnen und Verbraucher: Ab Herbst 2015 können kleine Elektroaltgeräte auch bei den größeren Elektrogerätehändlern, z.B. Elektro- oder Baumärkten, kostenlos abgegeben werden ( mehr Infos ). Die aktuelle UBA-Ausstellung „The Hidden Costs“ des Fotografen J. Henry Fair zeigt in bestechend schönen Bildern die ökologischen Folgen eines weltweit zunehmenden Ressourcenverbrauchs. Das Umweltbundesamt zeigt am Standort Dessau-Rosslau noch bis zum 30. August eine Auswahl von 30 Fotografien, ergänzt durch Dokumentationstafeln. Das UBA geht derzeit in drei laufenden Forschungsvorhaben verschiedenen Umweltfragen der Rohstoffpolitik nach. Die Vorhaben zielen darauf ab,  die „ökologische Rohstoffverfügbarkeit“ messbar zu machen, Maßnahmen zur globalen Verbreitung und Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards im Bergbau zu entwickeln, und Vorschläge zur Weiterentwicklung der bestehenden deutschen Rohstoff- und Ressourcenpolitiken in Bezug auf soziale und ökologische Aspekte des Bergbaus erarbeiten.

Durchbruch im Kampf gegen Biopiraterie

Gemeinsame Pressemeldung mit dem Bundesumweltministerium (BMU) Staatengemeinschaft will Gewinne aus der Nutzung genetischer Ressourcen künftig fairer verteilen Nach zähen internationalen Verhandlungen ist am 15. November 2009 im kanadischen Montreal ein Durchbruch für ein internationales Abkommen gegen Biopiraterie gelungen. Das geplante Abkommen soll einen gerechteren Ausgleich wirtschaftlicher Gewinne gewährleisten, die aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen. „Ich bin froh über diesen Verhandlungsdurchbruch. Es kann nicht sein, dass die Industriestaaten nach dem Raubbau an der eigenen Natur genetische Ressourcen der Entwicklungsländer für die Produktion etwa von Medikamenten nutzen, ohne diese Länder an den daraus entstehenden Gewinnen fair zu beteiligen”, sagte Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) und derzeit Vorsitzender des Präsidiums der UN-Konvention über die biologische Vielfalt, in deren Rahmen das Abkommen verhandelt wird. Erst am letzten Tag der einwöchigen Verhandlungen einigten sich die knapp 500 Delegierten aus 194 Vertragsstaaten des ⁠ UN ⁠-Abkommens zum Schutz der biologischen Vielfalt auf einen kompletten Verhandlungstext. Dieser soll nun bis Ende 2010 in eine völkerrechtlich verbindliche Regelung über den Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechten Vorteilsausgleich, das so genannte ABS-Abkommen (von engl. „Agreement on Access and Benefit Sharing”) münden. Die nächste Verhandlungsrunde beginnt im März 2010 im kolumbianischen Cartagena. Läuft alles nach Plan, könnte das internationale ABS-Abkommen gegen Biopiraterie schon im Oktober 2010 auf der zehnten UN-Naturschutzkonferenz im japanischen Nagoya verabschiedet werden. „Es ist gar keine Frage, dass wir von den Ländern im Süden nicht die kostenlose Erhaltung der biologischen Vielfalt erwarten können, die wir dann wieder - in entsprechende Industrieprodukte umgesetzt - an sie verkaufen. Wenn wir reichen Industriestaaten von den Entwicklungsländern erwarten, dass sie ihre Natur schützen, dann müssen wir auch verbindliche Wege festschreiben, wie sie an den wirtschaftlichen Gewinnen angemessen beteiligt werden, die aus den biologischen Ressourcen erwachsen,” betonte ⁠ UBA ⁠-Präsident Flasbarth. Deutschland hat seit der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn im Mai 2008 die Präsidentschaft der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) bis zur nächsten Vertragsstaatenkonferenz im Oktober 2010 in Japan inne. Ein Schwerpunkt der deutschen CBD-Präsidentschaft liegt auf der Verhandlung und Verabschiedung eines internationalen Regelwerks zur gerechten Aufteilung der Vorteile, die aus der Nutzung der biologischen Vielfalt entstehen, dem sogenannten ABS-Regime. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte während des Highlevel-Segments der Bonner UN-Konferenz ihre Unterstützung für internationale Regeln gegen Biopiraterie zum Ausdruck gebracht. Seither haben sich auch bislang ablehnende Länder wie Australien, Japan und Kanada deutlich bewegt. Die USA haben die Konvention über die ⁠ Biologische Vielfalt ⁠ unter anderem deshalb nicht ratifiziert, weil sie völkerrechtliche Regelungen gegen Biopiraterie ablehnen.

Auch Schwellenländer können langfristig wirksamen Klimaschutz leisten

Unterstützung der Industrieländer ist gefragt Einen Beitrag zu den weltweiten Klimaschutzzielen können auch Schwellenländer leisten, ohne wirtschaftliche Einbußen befürchten zu müssen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA). Demnach verfügen die sechs untersuchten, wirtschaftlich fortgeschrittenen Schwellenländer Brasilien, China, Indien, Mexiko, Südafrika und Südkorea über große Emissionsminderungspotentiale, die zum Teil nicht einmal Nettokosten verursachen und zudem - als positiver Nebeneffekt – Arbeitsplätze schaffen. Um diese Potentiale auszuschöpfen, benötigen die Schwellenländer jedoch die Unterstützung der Industrieländer. „Die Industriestaaten haben eine Verantwortung. Sie dürfen nicht ständig nur fordern, dass Schwellenländer sich an Klimaschutzmaßnahmen beteiligen, sie müssen ihnen Wege aufzeigen, wie es geht”, sagt Harry Lehmann, für Klimaschutz zuständiger Fachbereichsleiter im UBA. Um das Ziel der EU, die Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu erreichen, sind für die Zeit nach 2012 auch die Schwellenländer in die weltweiten Bemühungen zur Emissionsminderung einzubinden. Momentan sind Schwellenländer gemäß dem Prinzip der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung” von verbindlichen Zielen für die Verringerung des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase ausgenommen. Strittig ist, wie eine solche Einbindung der Schwellenländer aussehen soll, welchen Anteil an der weltweiten Emissionsminderung diese Länder übernehmen können und in welchem Umfang sie Unterstützung aus den Industrieländern erhalten müssen. Im Auftrag des ⁠ UBA ⁠ untersuchten die Ecofys GmbH Köln und das Wuppertal Institut diese und andere Fragen für die Länder Brasilien, China, Indien, Mexiko, Südafrika und Südkorea. Das Ergebnis: Alle sechs Länder verfügen über beträchtliche Emissionsminderungspotentiale, deren Umsetzung – neben einer Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase - weitere positive Effekte hat, etwa eine verbesserte Luftqualität. Ein großer Teil der Maßnahmen zur Emissionsminderung ist ohne zusätzliche Nettokosten möglich (no-regret Reduktionspotential) und könnte durchschnittlich zu einer Emissionsreduktion von 9 Prozent in den Schwellenländern führen. Ein Beispiel hierfür sind Energieeffizienzmaßnahmen, bei denen die – wegen des reduzierten Energieverbrauchs - wirtschaftlichen Gewinne die Investitionskosten für eine effizientere Technik ausgleichen. Die Schwellenländer verfügen ebenso über Emissionsminderungspotentiale, die mit positiven Nebeneffekten außerhalb des Klimaschutzes zusammenhängen (co-benefit Reduktionspotential), beispielsweise mit der Schaffung von Arbeitsplätzen – etwa im Bereich erneuerbare Energien. Die Nutzung von Wärme, Wind und Co. gewährleistet die Versorgungssicherheit des jeweiligen Landes und verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. So ließen sich durchschnittlich bis zu 17 Prozent der Emissionen der Schwellenländer einsparen. Die Basis für diese Berechnung ist das „business as usual”-⁠ Szenario ⁠, also die theoretische Annahme, dass bis zum Jahr 2020 keine Klimaschutzmaßnahmen ergriffen würden. Damit die Schwellenländer ihr gesamtes Emissionsminderungspotential ausschöpfen können, sind sie auf die Hilfestellung der Industrieländer angewiesen – durch finanzielle Unterstützung sowie den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung. Die Studie enthält darüber hinaus Vorschläge, wie Aktivitäten dieser Länder in ein zukünftiges Klimaregime eingebunden werden können, etwa über die Einführung sektoraler Emissionsminderungsziele (auf verbindlicher oder unverbindlicher Basis) oder über Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung. Die Studie „Proposals for contribution of emerging economies to the climate regime under the ⁠ UNFCCC ⁠ Post 2012” ist in englischer Sprache in der UBA-Reihe „Climate Change” als Nr.15/08 erschienen und umfasst 170 Seiten einschließlich einer 19-seitigen deutschen Zusammenfassung.

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