Die Flussperlmuschel ist hochspezialisiert auf saubere, kalkarme und sommerkühle Fließgewässer. Sie ist trotz bisheriger Schutzbemühungen und erster Schutzerfolge bundesweit sehr selten und vom Aussterben bedroht. Im Projekt "MARA" wird die Flussperlmuschel durch eine Kombination aus Nachzucht und Besatz sowie durch Habitataufwertungen gefördert.
Das Lutterprojekt ist ein Großschutzprojekt des Bundes, das in der Trägerschaft der Landkreise Celle und Gifhorn v. a. zum Schutz und für das dauerhafte Überleben der Flussperlmuschel Margaritifera margaritifera (FPM) in der Lüneburger Heide in den Jahren von 1989 bis 2006 erfolgreich umgesetzt wurde. Der Autor hat das Projekt als fachlicher Berater initiiert und begleitet, die Populationsentwicklung der FPM seit 2000 als Schnorcheltaucher dokumentiert und wurde Zeuge einer nicht vorhergesehenen Dezimierung des FPM-Bestands durch Wildschweine. Der Niederschlagsmangel in den Jahren 2018 und 2019, der wahrscheinlich mit dem globalen Klimawandel zusammenhängt, führte zu besonders niedrigen Wasserständen in der Lutter. Die Flussperlmuscheln waren deshalb für Wildschweine in den flachen Abschnitten besser erreichbar und der Muschelbestand wurde in etwa halbiert.
Die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht und ist eine nationale Verantwortungsart. Daher steht sie besonders im Fokus des Artenschutzes. Die Forschungs- und Umsetzungspartner des Projekts ArKoNaVera, das gemeinsam vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumwelt-ministeriums (BMUV) sowie vom Bundesforschungs-ministerium (BMBF) gefördert wurde, engagierten sich von 2015 bis 2021 maßgeblich für die Populationsstützung der Flussperlmuschel in Niederbayern und im sächsischen Vogtland. Unter wissenschaftlicher Begleitung wurden die bestehenden Nachzuchtprogramme in beiden Gebieten intensiviert und wichtige Fließgewässer-habitate aufgewertet. Neben einer über 6.000 Tiere starken Nachzucht zur Inventur 2021 gehört auch der Nachweis hoher Überlebensraten ausgewilderter Tiere zu den Ergebnissen. Des Weiteren wurde ein Entscheidungshilfewerkzeug entwickelt, mit dem sowohl geeignete Auswilderungsstellen als auch Defizite an bestehenden Flussperlmuschelgewässern identifiziert werden können. Mehr als 100 öffentliche Veranstaltungen erreichten nachweislich auch einen großen Personenkreis, für den die Gefährdung von Flussperlmuscheln und ihrer Habitate sowie die Schutzbemühungen neu waren.
Bachpatenfest: Ehrenamtlicher Einsatz für den Schutz der Bäche gewürdigt Klimaschutzministerin Katrin Eder und LfU-Präsident Dr. Frank Wissmann verliehen am 9. Juli in Mainz den "Umweltpreis Bachpatenschaften" und ehrten langjähriges Engagement. „Gewässerschutz dient dem Wohl von Mensch und Natur. Durch den tatkräftigen Einsatz der Bachpatinnen und Bachpaten gelingt es uns immer mehr, dass unsere Gewässer wieder naturnah werden. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Klimafolgenanpassung, zur Hochwasservorsorge, zum Trinkwasserschutz sowie zum Erhalt der Biodiversität und nicht zuletzt auch für ansprechende Kulturlandschaften“, sagt Klimaschutzministerin Katrin Eder anlässlich des 30. Jubiläums der Bachpatenschaften in Rheinland-Pfalz am Samstag in der Alten Lokhalle Mainz. Zurzeit wirken rund 700 aktive Bachpatenschaften mit mehr als 3.000 Personen beim Schutz und der ökologischen Verbesserung von rund 2.700 Kilometern Gewässer ehrenamtlich mit. 60 Dieser Patenschaften bestehen schon seit der Gründung der Initiative vor 30 Jahren. Klimaschutzministerin Katrin Eder würdigte bei der Feierstunde dieses Engagement und vergab zudem vier Mal den Umweltpreis für Bachpatenschaften an eine ARGE, zwei Fischereivereine und eine Schule, die sich besonders für den ökologischen Erhalt unserer Gewässer einsetzen. Der Preis ist je mit 1.000 Euro dotiert und ging an: ARGE Nister/Obere Wied – Teilbereich Wied - Bachpatenschaft für die Wied mit Nebengewässern ASV Mittelbach – Bachpatenschaft für die Bickenalb in Zweibrücken, Angelfreunde Obere Nahe – Bachpatenschaft für die Nahe in Weiersbach IGS Maifeld – Bachpatenschaft für den Viedeler Bach in Polch Die Bachpatenschaften werden vom Landesamt für Umwelt (LfU) koordiniert. Dem Dank der Ministerin schloss sich Dr. Frank Wissmann, Präsident des LfU, an: „Bachpatinnen und Bachpaten sind wichtige Botschafter für den Erhalt unserer Gewässer. Mit ihren Maßnahmen fördern sie die ökologische Funktionsfähigkeit der Gewässer und das öffentliche Bewusstsein für die Erhaltung intakter, naturnaher Gewässer gleichermaßen.“ Eder betonte außerdem: „Die Klimakrise wirkt sich immer deutlicher auf unsere Gewässer aus. Gerade kleine Bäche müssen in Zukunft mit zwei Extremen zurechtkommen: zu viel oder zu wenig Wasser. Angesichts dieser Herausforderungen wird die Arbeit der Bachpatinnen und Bachpaten immer wichtiger und notwendiger“ Aufgabe der ehrenamtlich tätigen Bachpatinnen und Bachpaten ist es, als Partner der unterhaltungspflichtigen Kommunen dazu beizutragen, dass der Bach in einem möglichst naturnahen Zustand bleibt oder in einen solchen versetzt wird. Bachpaten haben ein vielfältiges Tätigkeitsspektrum: regelmäßig Veränderungen im Gewässer dokumentieren, heimische Ufergehölze pflanzen, Gewässer und Ufer von Müll befreien, invasive Arten regulieren. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, die Wasserqualität zu kontrollieren und Verschmutzungen zu melden. Besonders wichtig ist es, für Baumbewuchs an den Bächen zu sorgen, denn beschattete Gewässer haben eine wesentlich niedrigere Wassertemperatur, die wiederum notwendig ist, damit genügend Sauerstoff im Wasser für Fische und andere Lebewesen im Wasser vorhanden ist. Viele Fischereivereine sind Bachpaten. Sie überwachen und dokumentieren oft die heimischen Fischbestände und unterstützen diese über gezielte Besatzmaßnahmen, etwa von Bachforellen oder Aalen. Ein weiteres Beispiel ist die Zucht und Wiederansiedlung von Bach- und Flussperlmuschel. Viele Renaturierungsmaßnahmen, bei denen die Bachpaten mitwirken, werden durch das Landesprogramm Aktion Blau Plus gefördert. Insgesamt konnten mit der Aktion Blau Plus seit 1994 fast 1800 Gewässerprojekte an rund 1600 Kilometern Gewässerlänge erfolgreich umgesetzt werden. Sie ist ein wichtiges Instrument in der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie von 2000 und fördert die Renaturierung von Gewässern in Zusammenarbeit mit den SGDen, den Kommunen und dem Land. Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität vom 9. Juli 2022
Inhaltsverzeichnis: Vorwort .................................................................................................................................................... 7 Gefäßpflanzen und Moose .................................................................................................................... 10 Moose .................................................................................................................................................... 11 Grünes Koboldmoos - Buxbaumia viridis .......................................................................................... 11 Haarklauenmoos - Dichelyma capillaceum ....................................................................................... 13 Grünes Besenmoos - Dicranum viride .............................................................................................. 14 Gekieltes Zweizeilblattmoos - Distichophyllum carinatum ................................................................ 17 Firnisglänzendes Sichelmoos - Hamatocaulis vernicosus ................................................................ 18 Dreimänniges Zwerglungenmoos - Mannia triandra ......................................................................... 20 Kugel-Hornmoos - Notothylas orbicularis ......................................................................................... 22 Rogers Kapuzenmoos - Orthotrichum rogeri .................................................................................... 24 Kärtners Spatenmoos - Scapania carinthiaca................................................................................... 26 Rudolphs Trompetenmoos - Tayloria rudolphiana ............................................................................ 27 Gefäßpflanzen ....................................................................................................................................... 28 Becherglocke - Adenophora liliifolia (Adenophora lilifolia) ................................................................ 28 Sumpf-Engelwurz - Angelica palustris .............................................................................................. 31 Kriechender Sellerie - Apium repens ................................................................................................ 33 Braungrüner Strichfarn - Asplenium adulterinum .............................................................................. 35 Einfacher Rautenfarn - Botrychium simplex ...................................................................................... 38 Dicke Trespe - Bromus grossus ........................................................................................................ 39 Herzlöffel - Caldesia parnassifolia (Caldesia parnassifolia) .............................................................. 41 Scheidenblütgras - Coleanthus subtilis ............................................................................................. 43 Frauenschuh - Cypripedium calceolus .............................................................................................. 45 Böhmischer Enzian - Gentianella bohemica ..................................................................................... 47 Sumpf-Gladiole - Gladiolus palustris ................................................................................................. 49 Sand-Silberscharte - Jurinea cyanoides ........................................................................................... 52 Liegendes Büchsenkraut - Lindernia procumbens ........................................................................... 54 Sumpf-Glanzkraut - Liparis loeselii ................................................................................................... 56 Schwimmendes Froschkraut - Luronium natans .............................................................................. 58 Kleefarn - Marsilea quadrifolia ...................................................................................................... ... 60 Bodensee-Vergissmeinnicht - Myosotis rehsteineri .......................................................................... 62 Schierling-Wasserfenchel - Oenanthe conioides .............................................................................. 64 Finger-Küchenschelle - Pulsatilla patens .......................................................................................... 67 Große-Kuhschelle - Pulsatilla grandis ............................................................................................... 68 Sommer-Schraubenstendel - Spiranthes aestivalis .......................................................................... 69 Bayerisches Federgras - Stipa pulcherrima subsp. bavarica (Stipa bavarica) ................................. 71 Vorblattloses Leinblatt - Thesium ebracteatum ................................................................................ 73 Prächtiger Dünnfarn - Trichomanes speciosum (Vandenboschia speciosa) .................................... 75 Mollusken............................................................................................................................................... 78 Zierliche Tellerschnecke - Anisus vorticulus ..................................................................................... 79 Flussperlmuschel - Margaritifera margaritifera ................................................................................. 82 Gebänderte Kahnschnecke - Theodoxus transversalis .................................................................... 85 Bachmuschel - Unio crassus ............................................................................................................ 86 Schmale Windelschnecke - Vertigo angustior .................................................................................. 89 Blanke Windelschnecke - Vertigo genesii ......................................................................................... 91 Vierzähnige Windelschnecke - Vertigo geyeri .................................................................................. 92 Bauchige Windelschnecke - Vertigo moulinsiana ............................................................................. 94 Libellen .................................................................................................................................................. 97 Grüne Mosaikjungfer - Aeshna viridis ............................................................................................... 98 Helm-Azurjungfer - Coenagrion mercuriale .................................................................................... 100 Vogel-Azurjungfer - Coenagrion ornatum ....................................................................................... 102 Asiatische Keiljungfer - Gomphus flavipes (Stylurus flavipes) ........................................................ 104 Östliche Moosjungfer - Leucorrhinia albifrons................................................................................. 106 Zierliche Moosjungfer - Leucorrhinia caudalis ................................................................................ 108 Große Moosjungfer - Leucorrhinia pectoralis .................................................................................. 110 Grüne Flussjungfer - Ophiogomphus cecilia ................................................................................... 112 Gekielte Smaragdlibelle - Oxygastra curtisii ..................................................................................... 114 Sibirische Winterlibelle - Sympecma paedisca ............................................................................... 115 Käfer .................................................................................................................................................... 119 Hochmoor-Großlaufkäfer - Carabus menetriesi ssp. pacholei ........................................................ 120 Schwarzer Grubenlaufkäfer - Carabus variolosus nodulosus ..................................... ................... 123 Heldbock - Cerambyx cerdo ............................................................................................................ 127 Scharlachkäfer - Cucujus cinnaberinus .......................................................................................... 130 Breitrand - Dytiscus latissimus ........................................................................................................ 132 Schmalbindiger Breitflügel-Tauchkäfer - Graphoderus bilineatus .................................................. 134 Veilchenblauer Wurzelhals-Schnellkäfer - Limoniscus violaceus ................................................... 136 Hirschkäfer - Lucanus cervus.......................................................................................................... 138 Eremit - Osmoderma eremita .......................................................................................................... 142 Alpenbock - Rosalia alpina .............................................................................................................. 145 Gestreifelter Bergwald-Bohrkäfer - Stephanopachys substriatus ................................................... 147 Schmetterlinge ..................................................................................................................................... 149 Wald-Wiesenvögelchen - Coenonympha hero ............................................................................... 150 Moor-Wiesenvögelchen - Coenonympha oedippus ........................................................................ 152 Hecken-Wollafter - Eriogaster catax ............................................................................................... 153 Goldener Scheckenfalter - Euphydryas aurinia .............................................................................. 154 Eschen-Scheckenfalter - Euphydryas maturna ............................................................................... 156 Spanische Flagge - Euplagia quadripunctaria ................................................................................ 158 Haarstrangwurzeleule - Gortyna borelii .......................................................................................... 160 Gelbringfalter - Lopinga achine ....................................................................................................... 163 Großer Feuerfalter - Lycaena dispar ............................................................................................... 165 Blauschillernder Feuerfalter - Lycaena helle ................................................................................... 167 Quendel-Ameisenbläuling - Maculinea arion (Phengaris arion) ..................................................... 169 Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling - Maculinea nausithous (Phengaris nausithous) .............. 171 Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling - Maculinea teleius (Phengaris teleieus) ............................. 173 Apollofalter - Parnassius apollo....................................................................................................... 175 Schwarzer Apollofalter - Parnassius mnemosyne .......................................................................... 177 Nachtkerzenschwärmer - Proserpinus proserpina .......................................................................... 179 Rundmäuler und Fische ...................................................................................................................... 181 Baltischer Stör - Acipenser oxyrinchus ........................................................................................... 184 Atlantischer Stör - Acipenser sturio ................................................................................................. 187 Mairenke - Alburnus mento ............................................................................................................. 190 Maifisch - Alosa alosa ............................................................................. ....................................... 192 Finte - Alosa fallax ........................................................................................................................... 195 Rapfen - Aspius aspius ................................................................................................................... 196 Steinbeißer - Cobitis taenia ............................................................................................................. 197 Nordseeschnäpel - Coregonus oxyrinchus ..................................................................................... 199 Groppe - Cottus gobio ..................................................................................................................... 202 Stachelgroppe - Cottus perifretum .................................................................................................. 204 Rheingroppe - Cottus rhenanus ...................................................................................................... 205 Donau-Neunauge - Eudontomyzon vladykovi ................................................................................ 206 Donau-Kaulbarsch - Gymnocephalus baloni .................................................................................. 209 Schrätzer - Gymnocephalus schraetser (Gymnocephalus schraetzer) .......................................... 211 Huchen - Hucho hucho ................................................................................................................... 213 Flussneunauge - Lampetra fluviatilis .............................................................................................. 216 Bachneunauge - Lampetra planeri .................................................................................................. 219 Schlammpeitzger - Misgurnus fossilis ............................................................................................. 222 Ziege - Pelecus cultratus................................................................................................................. 224 Meerneunauge - Petromyzon marinus ............................................................................................ 225 Bitterling - Rhodeus amarus ........................................................................................................... 227 Stromgründling - Romanogobio belingi ........................................................................................... 229 Steingreßling - Romanogobio uranoscopus.................................................................................... 231 Donau-Stromgründling - Romanogobio vladykovi .......................................................................... 232 Perlfisch - Rutilus meidingeri .......................................................................................................... 234 Frauennerfling - Rutilus virgo .......................................................................................................... 235 Baltischer Goldsteinbeißer - Sabanejewia baltica .......................................................................... 238 Lachs - Salmo salar ........................................................................................................................ 239 Strömer - Telestes souffia ................................................................................................................ 243 Streber - Zingel streber ................................................................................................................... 245 Zingel - Zingel zingel ....................................................................................................................... 247 Amphibien und Reptilien ...................................................................................................................... 252 Geburtshelferkröte - Alytes obstetricans ......................................................................................... 254 Rotbauchunke - Bombina bombina ................ ................................................................................ 256 Gelbbauchunke - Bombina variegata .............................................................................................. 258 Kreuzkröte - Bufo calamita (Epidalea calamita) .............................................................................. 260 Wechselkröte - Bufo viridis (Bufotes viridis) .................................................................................... 263 Schlingnatter - Coronella austriaca ................................................................................................. 266 Europäische Sumpfschildkröte - Emys orbicularis .......................................................................... 269 Laubfrosch - Hyla arborea............................................................................................................... 272 Zauneidechse - Lacerta agilis ......................................................................................................... 275 Westliche Smaragdeidechse - Lacerta bilineata ............................................................................. 277 Östliche Smaragdeidechse - Lacerta viridis.................................................................................... 280 Würfelnatter - Natrix tessellata ........................................................................................................ 282 Knoblauchkröte - Pelobates fuscus ................................................................................................ 284 Mauereidechse - Podarcis muralis .................................................................................................. 287 Moorfrosch - Rana arvalis ............................................................................................................... 289 Springfrosch - Rana dalmatina ....................................................................................................... 291 Kleiner Wasserfrosch - Rana lessonae (Pelophylax lessonae) ...................................................... 293 Alpensalamander - Salamandra atra .............................................................................................. 295 Kammmolch - Triturus cristatus ...................................................................................................... 297 Äskulapnatter - Zamenis longissimus ............................................................................................. 300 Säugetiere (ohne Fledermäuse und marine Säuger) .......................................................................... 303 Biber - Castor fiber .......................................................................................................................... 304 Feldhamster - Cricetus cricetus ...................................................................................................... 307 Baumschläfer - Dryomys nitedula ................................................................................................... 310 Wildkatze - Felis silvestris ............................................................................................................... 311 Fischotter - Lutra lutra ..................................................................................................................... 314 Haselmaus - Muscardinus avellanarius .......................................................................................... 316 Waldbirkenmaus - Sicista betulina .................................................................................................. 318 Fledermäuse ........................................................................................................................................ 321 Einleitung ......................................................................................................................................... 322 Mopsfledermaus - Barbastella barbastellus .................................................................................... 324 N rdfledermaus - Eptesicus nilssonii .............................................................................................. 326 Breitflügelfledermaus - Eptesicus serotinus .................................................................................... 328 Nymphenfledermaus - Myotis alcathoe ........................................................................................... 330 Bechsteinfledermaus - Myotis bechsteinii ....................................................................................... 331 Große Bartfledermaus - Myotis brandtii .......................................................................................... 333 Teichfledermaus - Myotis dasycneme ............................................................................................ 335 Wasserfledermaus - Myotis daubentonii ......................................................................................... 337 Wimperfledermaus - Myotis emarginatus ....................................................................................... 339 Großes Mausohr - Myotis myotis .................................................................................................... 341 Kleine Bartfledermaus - Myotis mystacinus .................................................................................... 343 Fransenfledermaus - Myotis nattereri ............................................................................................. 345 Kleiner Abendsegler - Nyctalus leisleri ........................................................................................... 347 Großer Abendsegler - Nyctalus noctula .......................................................................................... 349 Weißrandfledermaus - Pipistrellus kuhlii ......................................................................................... 351 Rauhautfledermaus - Pipistrellus nathusii ....................................................................................... 353 Zwergfledermaus - Pipistrellus pipistrellus ...................................................................................... 355 Mückenfledermaus - Pipistrellus pygmaeus ................................................................................... 357 Braunes Langohr - Plecotus auritus ................................................................................................ 359 Graues Langohr - Plecotus austriacus ............................................................................................ 361 Große Hufeisennase - Rhinolophus ferrumequinum ...................................................................... 363 Kleine Hufeisennase - Rhinolophus hipposideros .......................................................................... 364 Zweifarbfledermaus - Vespertilio murinus ....................................................................................... 366 Sonstige Arten ..................................................................................................................................... 369 Dohlenkrebs - Austropotamobius pallipes ...................................................................................... 371 Steinkrebs - Austropotamobius torrentium ...................................................................................... 373
Einwandernde gebietsfremde Arten (Neobiota) mischen sich zunehmend unter die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Dabei besteht die Gefahr, dass die heimischen Arten verdrängt werden. Am Beispiel des heimischen Edelkrebses und des amerikanischen Signalkrebses in der Wupper sowie kleinerer wirbelloser Gewässerbewohner in der Lippe und dem Wuppereinzugsgebiet beleuchtet die vorliegende Ausgabe die Problematik der Faunenveränderung durch invasive Tierarten in unseren Gewässern. Denn seitdem sich ab den 1990er Jahren die Wasserqualität in Flüssen und Bächen durch die Erfolge in der Wasserreinhaltung erheblich verbessert hat, finden auch Neozoen hier vermehrt bessere Lebensbedingungen vor. Das Vordringen der Einwanderer wird zum einen durch die Bundeswasserstraßen erleichtert. Zum anderen konnten aus Unkenntnis ausgesetzte gebietsfremde Tiere sich auf Kosten heimischer Arten ausbreiten. In einem weiteren Beitrag berichtet Natur in NRW über das »Artenschutzprojekt Flussperlmuschel«. Mit dessen Hilfe soll versucht werden, die hochgradig vom Aussterben bedrohte Art zu erhalten, die in NRW nur noch in einem Reliktbestand von rund 30 Tieren existiert. Vorgestellt wird in dieser Ausgabe überdies ein für Horn-Bad Meinberg erarbeitetes Konzept, das durch Schaffung von Ausgleichsflächen dem Schutz des Rotmilan dienen soll. Berichtet wird des weiteren über ein Projekt an den Krickenbecker Seen, mit dem Naturschützer, Landwirte und Jäger in enger Zusammenarbeit durch Aufwertung der Landschaft mit Blühstreifen und Brachen die heimischen Feldflurarten fördern. Abgeschlossen wird das Heft mit einem Beitrag zur biologischen Vielfalt auf der Naturwaldzelle Petersberg - eine Zwischenbilanz nach 20-jähriger Dauerbeobachtung.
Die "Lutter" ist als naturnaher Bach der Südheide für den Naturschutz von ganz besonderer Bedeutung. Mit ihren Nebenbächen bildet sie in den Landkreisen Celle und Gifhorn ein weit verzweigtes Fließgewässersystem, das jetzt zusammen mit den Bachtälern als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde – insgesamt ca. 2.450 Hektar groß. Damit hat der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) das seit mehreren Jahren laufende Verfahren erfolgreich zum Abschluss gebracht. Nicht nur die Bäche selbst als Lebensraum von Flussperlmuschel und Fischotter genießen nun dauerhaften Schutz, sondern auch angrenzende Auen- und Bruchwälder, Moore, Sümpfe und Quellbereiche, in denen Vogelarten wie Schwarzstorch, Seeadler und Kranich heimisch sind. "Wir haben viele Gespräche vor Ort mit den Eigentümern und Bewirtschaftern geführt, um mit der nun vorliegenden Verordnung einen guten Kompromiss zwischen den Nutzungsinteressen und den Schutzanforderungen zu finden", betonte Burkhard von Roeder vom NLWKN in Lüneburg. Das neue Naturschutzgebiet ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems "Natura 2000". Es bildet das Kerngebiet des von 1989 bis 2004 durchgeführten mit Bundesmitteln unterstützten Förderprojektes für Gebiete von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung. Die Projektträger, die Landkreise Celle und Gifhorn, haben ca. 1.150 ha Flächen angekauft und auf weiteren ca. 570 ha das Nutzungsrecht erworben. Viele dieser Flächen wurden insbesondere durch die Extensivierung der Nutzung und die Renaturierung beeinträchtigter Bachabschnitte in einen möglichst naturnahen Zustand überführt mit dem Erfolg, dass sich die Lebensbedingungen der früher in den Heidebächen weit verbreiteten Flussperlmuschel wesentlich verbessert haben und ihre Bestände wieder zunehmen. Mit dem Inkrafttreten der Naturschutzgebietsverordnung wurden die unteren Naturschutzbehörden der beiden Landkreise zuständig für alle das Gebiet betreffende Fragen wie z.B. zur Pflege und Entwicklung und auch für die Einhaltung der Schutzvorschriften. Die Verordnung des Naturschutzgebietes "Lutter" kann bei den Samtgemeinden Eschede, Lachendorf und Hankensbüttel, den Landkreisen Celle und Gifhorn sowie bei der NLWKN-Betriebsstelle Lüneburg eingesehen werden.
Mit vielen guten Ideen, wertvollen Kontakten und handfesten Informationen kehrt Ivan Smilianov jetzt nach Bulgarien zurück: Vier Wochen lang war er zu Gast beim NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) und hat in der Betriebsstelle Hannover einen Crashkurs in Sachen Umweltverwaltung hinter sich gebracht. Smilianov ist für die Regionalinspektion für Natur- und Wasserschutz in Pasardzhik in Bulgarien tätig. Die Umsetzung der Natura 2000-Richtlinie hat ihn besonders interessiert – schließlich ist das auch in Bulgarien ein Thema: "Mit der Aufnahme von Rumänien und Bulgarien erweitert sich die EU Anfang 2007 zum dritten Mal in Richtung Osteuropa", sagte Gisela Wicke vom NLWKN. "Und obgleich beide Länder mit der Übernahme und Integration von Richtlinien und Gesetzen auf dem Weg in Richtung EU viele Fortschritte gemacht haben, gibt es insbesondere im Natur- und Umweltschutz noch hohen Bedarf an fachlichem Austausch. Und da bieten wir als NLWKN gerne unsere aktive Unterstützung an". Spannende Detailfragen beschäftigten den Bulgaren: Wie werden zum Beispiel schützenswerte Gebiete in Karten dargestellt? Der NLWKN bot praktische Übungen mit einer Einführung in Geo-Datensysteme und in geographische Informationssysteme (GIS). Und weil zu viel Theorie niemandem gut tut, begleitete Smilianov die NLWKN-Experten auch bei Probeentnahmen – zum Beispiel beim Artenschutzprojekt Flussperlmuschel . Ivan Smilianov war nicht der einzige, der sich Unterstützung holte: Zehn rumänische und bulgarische Nachwuchsführungskräfte aus den Bereichen Naturschutz und Regionalentwicklung absolvieren einen mehrmonatigen Aufenthalt in deutschen Naturschutzeinrichtung im Rahmen des Projekts "NatuRegio" – Naturschutz und Regionalentwicklung in Südosteuropa. Koordiniert wird das Projekt von der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz in Schneverdingen, der Universität Lüneburg und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. "NatuRegio" richtet sich ganz konkret an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Naturschutzeinrichtungen, die innerhalb ihrer Institutionen aktiv über Projekte in Naturschutz und Regionalentwicklung und deren Umsetzung entscheiden. Im Laufe der nächsten fünf Jahre soll auf diesem Wege auch ein grenzübergreifendes Netzwerk aus Experten entstehen, durch das der länderübergreifende Informationsaustausch und die Sammlung wissenschaftlicher Daten erheblich vereinfacht und die Durchführung grenzüberschreitender Projekte erleichtert wird. Zurück in Bulgarien, wird Smilianov seine Erfahrungen in die tägliche Arbeit einbringen und kann dabei weiter auf die finanzielle Unterstützung durch die "NatuRegio" bauen. Die Beschilderung von Schutzgebieten ist ein wichtiger Ansatzpunkt – hier gibt es bislang kaum Erfahrungen in Bulgarien. Der Bulgare war begeistert von der Aufnahme in Deutschland im Allgemeinen und beim NLWKN im Besonderen: "Ich wurde überall sehr nett empfangen". Der nächste Besuch beim NLWKN steht schon fest: Von Mitte Oktober bis Mitte Dezember werden wieder bulgarische Naturschutzexperten von der Erfahrung und der Kompetenz des NLWKN als Naturschutzbehörde profitieren!
Die Flussperlmuscheln in der Lachte und der Lutter sind die letzten ihrer Art im Mitteleuropäischen Tiefland – sie werden es jetzt dank der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie einfacher haben zu überleben. Die Flussperlmuschel kann nur in einem Fluss existieren, in dem es möglichst wenige Nährstoffe gibt. Und da die Entwicklung der Flussperlmuschel an die Bachforelle als Zwischenwirt gebunden ist, muss ein guter Perlmuschelbach gleichzeitig ein guter Forellenbach mit Laichplätzen, Beschattung und Unterständen sein. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie schreibt vor, dass Flüsse, Bäche und auch das Grundwasser bis zum Jahr 2015 in einem guten Zustand sein müssen. Doch das gilt längst noch nicht für alle Flüsse und Bäche. Die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen und mit Leben zu erfüllen - das ist die Aufgabe des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). Die Betriebsstelle Verden hat dazu jetzt auch die Akteure vor Ort mit ins Boot geholt: Am Mittwoch wurde in Verden auf Einladung des NLWKN die Gebietskooperation für die Gewässer im Bearbeitungsgebiet 17 Aller/Örtze in den Landkreisen Celle und Gifhorn gegründet. Mitglieder der Kooperation sind Vertreter des Naturschutzes, der Land- und Forstwirtschaft, der Kommunen, der Wasserversorger, der Unterhaltungsverbände, der Industrie, der Fischerei und der Wasserwirtschaft. Damit wurde der Grundstein gelegt für die Diskussion und die Planung von Projekten, um die Flüsse im Einzugsgebiet von Aller und Örtze weiter ökologisch zu verbessern. Nach ausführlicher Diskussion hat der NLWKN Verden vorläufig die Geschäftsführung und Leitung der Gebietskooperation übernommen. Heiner Harting von der NLWKN-Betriebsstelle Verden machte während der Gründungsversammlung am Mittwoch im Gebäude des NLWKN in Verden deutlich, dass es in den nächsten Jahren darum geht, Projekte zur Gewässerbewirtschaftung zu entwickeln und zu gestalten: "Gemeinsam haben wir die Chance, vor Ort auch unkonventionelle regionaltypische Lösungen zu realisieren". Harting ist Leiter des Geschäftsbereiches Gewässerbewirtschaftung und Flussgebietsmanagement in der Betriebsstelle Verden. Er nannte Beispiele, wie ein guter ökologischer Zustand von Aller und Örtze sowie der anderen Flüsse in diesem Bereich erreicht werden kann: Das Anlegen von Gewässerrandstreifen, der Rückbau von Wehren zur Erhöhung der Durchgängigkeit und der Anschluss von Altarmen - drei mögliche Beispiele aus einem Projektkatalog, die in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Akteuren vor Ort geplant und umgesetzt werden sollen.
Das LANUV ist an Projekten zum Schutz von zwei heimischen Großmuschelarten beteiligt. Flussperlmuschel Margaritifera margaritifera Die Flussperlmuschel Margaritifera margaritifera ist, wie alle Großmuscheln in NRW, streng geschützt. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere, und ist somit heute sehr selten und extrem vom Aussterben bedroht. Es leben nur noch einzelne überalterte Exemplare in einem Gewässer der Eifel, die ohne spezielle Hilfsmaßnamen zur Bestandsstützung vermutlich bald nicht mehr vermehrungsfähig sein werden. Jungmuscheln der Flussperlmuschel, Foto: LANUV/Gerd Feldhaus Im speziell dafür eingerichteten Muschel-Labor findet die Gewinnung von Jungmuscheln am LANUV-Standort Kirchhundem-Albaum zur Bestandssicherung des einzigen Vorkommens in NRW statt. In verschiedenen Rundbecken werden die mit Glochidien (Muschellarven) infizierten Fische stressfrei gehalten und betreut. Durch gesteuerte Temperaturerhöhung des Haltungswassers gelangen die Muschellarven zur Endreife und fallen vom Wirtsfisch ab. Mit einer Größe von etwa 1 mm werden sie in das Zielgewässer ausgesiedelt oder bei Kooperationspartnern weiter aufgezogen. Bachmuschel Unio crassus Zum Erhalt einer Population der Bachmuschel Unio crassus im Kreis Paderborn besteht eine Kooperation zwischen dem Land NRW, der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne, dem Kreis Paderborn und der Stadt Paderborn. Glochidien, eingekapselt auf Kiemen, Foto: LANUV/J. Gährken Im Rahmen des Projektes werden aus einem Spendergewässer gesammelte trächtige Bachmuschelweibchen in Albaum gepflegt, bis die reifen Glochidien abgegeben werden. Mit den geernteten Glochidien werden passende Wirtsfische gezielt beimpft und anschließend ausgesetzt, um den Reproduktionserfolg der Bachmuscheln zu unterstützen. Muschelsuche Muschelsuche, Foto: LANUV/Jakob Gährken Der Gewässergrund wird abgetastet, Foto: LANUV/Jakob Gährken Erfolgreiche Suche, Foto: LANUV/J. Gährken Trächtigkeitskontrolle, Foto: LANUV/Jakob Gährken
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Förderprogramm | 34 |
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Resource type | Count |
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